Werkzeugmaschinen Taiwans Werkzeugmaschinenbauer weltweit die Nummer sechs

Autor / Redakteur: Oliver Höflinger / Jürgen Schreier

Der stark exportorientierte Werkzeugmaschinenbau wird nach Einschätzung der Taiwan Association of Machinery Industry (TAMI) 2007 auf Wachstumskurs bleiben. Auch für ausländische Hersteller von hochwertigen Branchenprodukten bieten sich wieder gute Chancen. Denn zum einen sollen die privaten Bruttoanlageinvestitionen zulegen, zum anderen muss der Großteil der Nachfrage durch Importe gedeckt werden.

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Der Produktionswert der taiwanesischen Werkzeugmaschinenindustrie soll 2007 nach Aussage von C. C. Wang, Vizepräsident des Herstellerverbandes TAMI, um 10 bis 15% steigen. Im Jahr 2006 betrug er 120,3 Mrd. neue Taiwan-Dollar (rund 2,9 Mrd. Euro), vier Fünftel davon gingen in den Export. Die Nachfrage lag bei 89,3 Mrd. Taiwan-Dollar, knapp drei Viertel davon wurden durch Importe gedeckt.

Werkzeugmaschinen: Elektronikindustrie ist wichtiger Kunde

Auf der Rangliste der größten Importeure sind Flachbildschirm-, Halbleiter- und Elektronikproduzenten stark vertreten, aber auch Unternehmen aus den eher traditionellen Industrien haben weiterhin größeren Bedarf. Japan (Anteil 2006: 43,9%), die USA (38,7%), Deutschland (4,3%), Korea (Rep.) (2,9%) sowie die Schweiz (2,6%) waren 2006 die Hauptlieferanten (Werkzeugmaschinen ohne Teile).

Maschinen aus Deutschland genießen einen guten Ruf: Die Abnehmer bescheinigen ihnen durchweg eine hohe Qualität und ein gutes Design, stufen den Preis jedoch oftmals als sehr hoch ein. Ein reaktionsschneller Kundendienst stellt ein wichtiges Kaufkriterium dar.

Lokale Hersteller von Werkzeugmaschinen klein bis mittelständisch

Taiwans Werkzeugmaschinen-Branche ist klein und mittelständisch geprägt. Die Firmen konzentrieren sich vor allem im mittleren Teil der Insel, wo sie umfangreiche Produktionsnetzwerke gebildet haben. Diese Region soll ferner als Forschungs- und Entwicklungs-Zentrum für Präzisionsmaschinen und Nanomechanik etabliert werden.

Laut Industrial Technology Research Institute (ITRI) gibt es im Segment der spanenden Werkzeugmaschinen etwa 717 Betriebe, die 13 927 Personen beschäftigen; bei den umformenden Maschinen sind es 531 Hersteller mit 7751 Mitarbeitern. Die Gewinn-marge liegt im Durchschnitt zwischen 5 und 7%. Bearbeitungszentren, CNC-Drehmaschinen, Pressen und Blechscheren stellen die Haupterzeugnisse dar.

Auch bei den Ausfuhren liegen diese Produkte an der Spitze. Maßgebliche Abnehmer (Werkzeugmaschinen ohne Teile) sind die VR China und Hongkong (Anteil 2006: 37,6%) – nicht zuletzt weil auf dem Festland zahlreiche taiwanische Firmen produzieren – ferner die USA (10,9%), die Türkei (5,1%) und Thailand (4,1%).

Gute Qualität zu einem ansprechenden Preis lautet das Verkaufsargument, die F&E-Intensität soll stetig gesteigert werden. Diesem Zweck dienen vom Wirtschaftsministerium unterstützte Kooperationen führender Hersteller untereinander sowie mit den Mechanical Industry Research Laboratories im ITRI, dem führenden F&E-Institut Taiwans. Gegenstand sind zum Beispiel Werkzeugmaschinen mit Hochgeschwindigkeitslinearantrieben sowie kombinierte Dreh- und Fräsmaschinen.

Oliver Höflinger ist bfai-Korrespondent in Taipei.

Kontaktadresse

Taiwan Association of Machinery Industry (TAMI)

110 Hwai Ning St., Taipei, Taiwan, ROCTel. (8 86-2) 23 49 46 66 Fax (8 86-2) 23 81 37 11

tami@tami.org.tw

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