Tarifstreit geht zu Ende Tarifgespräche könnten heute zum Pilotabschluss kommen

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Die Tarifparteien in der Metall- und Elektroindustrie wollen die Verhandlungen heute noch zu Ende bringen, doch da gibt es noch einiges auszukarteln.

Die Parteien im Tarifstreit hoffen, dass man heute wenigstens zu einem Pilotabschluss kommen wird. Die IG Metall will, wenn nötig, weitere Streiks durchführen. Doch vor allem bei der 7-Prozent-Frage streiten sich offensichtlich noch die Geister ...(Bild:  IG Metall)
Die Parteien im Tarifstreit hoffen, dass man heute wenigstens zu einem Pilotabschluss kommen wird. Die IG Metall will, wenn nötig, weitere Streiks durchführen. Doch vor allem bei der 7-Prozent-Frage streiten sich offensichtlich noch die Geister ...
(Bild: IG Metall)

Zwar streben die Parteien im Rahmen des aktuellen Tarifstreits für heute einen vorläufigen Abschluss an, doch die Frage um die Einkommenserhöhung ist offensichtlich alles andere als beantwortet, wie es heißt. Der bayerische IG-Metall-Chef und Verhandlungsführer Horst Ott redet dabei aber von ein paar Themen, bei denen eine Einigung allmählich in Sichtweite kommt. Aber beim Kernthema Geld lägen beide Parteien noch recht weit auseinander. Auf der Zielgeraden sei man bei diesem Thema also noch nicht. Die Verhandlungsführerin der bayerischen Arbeitgeber, Angelique Renkhoff-Mücke, sprach heute von großem Einigungswillen, schränkte aber ein, dass der Abschluss auch verantwortungsvoll sein und Stabilität geben müsse.

Kommt die Einigung oder weitere Streiks?

Die Tarifparteien der Tarifbezirke Bayern und Küste wollen heute versuchen, einen Pilotabschluss für bundesweit 3,9 Millionen Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie zu erreichen. Auch Renkhoff-Mücke betont, dass es nicht einfach wird. Beide Seiten müssten vielleicht noch über ein Stöckchen springen, formulierte sie die Situation bildlich aus. Doch vielleicht handle es sich dabei um einen recht großen Stock. Dennoch schätzt sie die Chance, in der anstehenden vierten Gesprächsrunde zu einer Einigung zu kommen, auf über 50 Prozent. Was man jetzt brauche, sei eine Art Krisenabschluss, um den Standort Deutschland zu stabilisieren. Der Bezirksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, merkt an, dass die Erwartungen der Gewerkschaftsmitglieder groß sind. Die IG Metall hatte ihre 7-Prozent-Forderung im Mai aufgestellt, als die Wirtschaftsaussichten noch besser schienen. Die Gewerkschaft sei im Fall des Scheiterns aber vorbereitet. Denn jeder Bezirk habe Pläne für 24-Stunden-Streiks bei der Gewerkschaftszentrale in Frankfurt eingereicht. Verhandlungsführerin Renkhoff-Mücke sieht die Arbeitgeber derzeit allerdings weniger erpressbar als in früheren Tarifrunden, bei denen viele Unternehmen in der Produktion unter Volllast standen. Bereits in der zweiten Warnstreikwoche haben sich laut IG Metall über eine halbe Million Beschäftigte an Protestaktionen beteiligt.

Premiere der Verhandlungsmodalitäten

Die Arbeitgeber verweisen hingegen auf immer neue Hiobsbotschaften aus Unternehmen und auf einen laufenden Arbeitsplatzabbau. Viele Unternehmen sehen keinen anderen Ausweg mehr, betont Renkhoff-Mücke. Ott betonte

dagegen, dass, wenn Betriebe in Schwierigkeiten kommen, bisher immer eine Lösung gefunden wurde. Aber es geht schließlich um einen Flächentarifvertrag. Bei den Sondierungsgesprächen gehe es zum Beispiel um Ausnahmen für Betriebe, die unter 2,3 Prozent Umsatzrendite erwirtschafteten. Solche Ausnahmeregelungen wollen die Arbeitgeber ausbauen. Und zum ersten Mal versuchen zwei Tarifbezirke gemeinsam, einen Pilotabschluss zu erreichen. In den vergangenen Jahren hatte es Piloten in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen gegeben und 2013 in Bayern.

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