Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Massivumformung

Taumeln und Präzisionsschmieden treten gegen die Zerspanung an

| Autor / Redakteur: Jürgen Fürst / Dietmar Kuhn

Bei den Differenzialkegelrädern werden im Präzisionsschmiedeverfahren zunächst durch das Warmschmiedeverfahren 98% der Endkontur erreicht. Danach wird durch einen Kalibrierprozess auf einer entsprechenden Presse die Endkontur hergestellt. Sind die Prozesse sicher eingerichtet, lassen sich damit größte Stückzahlen jenseits der 100.000 mit sehr kurzen Zykluszeiten und einer Ausbringung von bis zu 120 Teilen pro Minute erreichen.

Werkzeugbau für Qualität beim Präzisionsschmieden entscheidend

Der Grundstein für die Genauigkeit des Endproduktes, die Prozessstabilität und auch für die Prozesskosten liegt dabei im Werkzeugbau. Zudem ist das Präzisionsschmieden ein komplexes Verfahren mit vielen, die Qualität des Endproduktes beeinflussenden, variablen Parametern. Das beginnt beim Scherverfahren, mit dem die Rohlinge vom Stangenmaterial abgetrennt werden, geht über die Füllung der Werkzeuge/Gesenke mit reproduzierbarer Volumengenauigkeit und hört bei der Verzahnungsauslegung auf Basis vorgegebener Lastbedingungen noch lange nicht auf.

Hat man alle Prozessschritte im Griff, lässt sich durch weitgehend frei gestaltete geometrische Optimierungen die Leistungsfähigkeit der Bauteile nahezu beliebig auslegen. Dann ist das Verfahren in der Großserie präzise, hochleistungsfähig und mit zum Teil hochintegrierten Funktionen versehen, energiesparend und kostengünstig.

Durch die Kombination von einfachem Warmschmieden und anschließendem Taumeln können zwei eigentlich konkurrierende Verfahren ihre Vorteile jeweils bestens zur Geltung bringen und so einen günstigen Prozessverlauf mit guten Endergebnissen erzielen.

Beim Schmieden werden etwa 65% der Endkontur erreicht

Die Rohlinge der Kegelräder werden warm geschmiedet, allerdings haben sie nach dem wesentlich einfacheren und kostengünstigeren Schmiedeprozess erst circa 65% ihrer endgültigen Kontur. Für die Herstellung genügt die Anschaffung einer handelsüblichen Maschine (zum Beispiel Hatebur, Aufmacherbild). In einer Taumeloperation wird die Endkontur fertig kalt geformt, die Verzahnung ist in ihrer Endform.

Die relativ unbekannte Taumeltechnologie ist ein Kaltumformverfahren, bei dem die Umformkraft stets nur auf eine Teilfläche des Werkstückes wirkt. Während das untere Gesenk das Rohteil gegen das obere Gesenk presst, führt das obere Gesenk eine kreisförmig taumelnde Bewegung in einem Taumelwinkel zwischen null und zwei Grad um die Taumelachse aus (Bild 3). Der Werkstoff wird quasi in das Gesenk eingewalzt. So wird immer nur auf eine Teilfläche des Werkstückes Kraft ausgeübt.

Taumeln benötigt zum Umformen nur ein Zehntel der Kraft beim Fließpressen

Diese Rollgleitreibung, statt reiner Gleitreibung wie beim Fließpressen, ist dadurch gering und der Werkstoff fließt ohne großen Widerstand in radialer Richtung. So überschreitet die maximal auftretende Spannung nur unwesentlich die Fließspannung des Werkstücks. Durch die kleinere Kontaktfläche und die günstigeren Reibungsverhältnisse beträgt die benötigte Umformkraft nur etwa ein Zehntel der Kraft beim Fließpressen.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 29749250 / Umformtechnik)

Themen-Newsletter Produktion abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Meistgelesene Artikel

Über ein Dutzend Maschinen in Limburg unter Span

Bimatec Soraluce

Über ein Dutzend Maschinen in Limburg unter Span

19.11.18 - Die Bimatec-Soraluce-Technologietage, die vom 12. bis 16. November abgehalten wurden, lockten die Besucher unter anderem mit smarten Maschinenkonzepten bis hin zu automatischen Hilfssystemen zur Vibrationsdämpfung oder wahre Zeitsparer zur Großteileausrichtung. lesen

ZF bekommt Genehmigung für Automatikdrohne

Drohneneinsatz

ZF bekommt Genehmigung für Automatikdrohne

13.11.18 - Als erstes Unternehmen in Deutschland hat ZF die behördliche Genehmigung für automatisierte Drohnenflüge auf einem Werksgelände erhalten. Seit kurzem fliegt ein Drohnen-Prototyp Ersatzteile wie Sensoren oder Steuerkarten vom Zentrallager zu dezentralen Werkstätten. lesen

Mit Leichtigkeit zur Vorzeigemesse

Composites Europe 2018

Mit Leichtigkeit zur Vorzeigemesse

12.11.18 - Nun liegt uns der Abschlussbericht der Composites Europe vor. Wer die Publikumsrenner auf der Messe waren, wie es mit der Branche weiter geht, und wie die Endzahlen aussehen, verrät der folgende Bericht des Veranstalters Reed Exhibitions. lesen