Spanien Erfolgreiches Exportgeschäft stützt spanischen Maschinenbau
Bei Spanien denken wohl die meisten (Nord-)Europäer spontan an Sommer, Sonne und Urlaubsfreuden. Den Spaniern selbst aber ist der Frohsinn vergangen. Das hoch verschuldete Land rutscht – nicht zuletzt infolge der öffentlichen Sparanstrengungen – immer weiter in die Rezession. Der Maschinenbau zeigt sich aber robust.
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Wirtschaftlich gesehen herrscht im Südwesten Europas Eiszeit. Die Konjunkturprognose für 2013 ist alles andere als erhebend: So sagen die Wirtschaftsforscher in Brüssel einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,5 % voraus nach einem Minus von 1,4 % im vergangenen Jahr. Erst 2014 könnte Spanien die Wende schaffen, wenngleich die Vorhersage der EU-Kommission mit 0,9 % sehr verhalten ausfällt.
Exportanteil von 90 % hilft Spaniens Maschinenbauern
Weiter aufwärts dürfte es jedoch mit dem Schuldenberg gehen, der 2014 atemberaubende 97 % des BIP erreichen soll. Im Krisenjahr 2009 hatte die Schuldenquote noch bei 54 % gelegen. Auch die Heerscharen von Arbeitslosen – die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 27 % – können kaum mit neuen Jobs in nennenswerten Umfang rechnen. 2014 dürfte die landesweite Rate nur minimal auf 26,4 % sinken.
Erstaunlich robust präsentiert im sich krisengeschüttelten Spanien jedoch die Werkzeugmaschinenindustrie. Nach zwei sehr schwierigen Jahren – die Produktion erreichte 2010 mit 631,92 Mio. Euro einen historischen Tiefststand – hat sich die Branche wieder berappelt. 2011 legte die wertmäßige Produktion wieder zweistellig zu – um 22 % auf 771,3 Mio. Euro. Über 90 % der Produktion gingen in den Export, wobei die Ausfuhren um 43,5 % auf 695 Mio. Euro gesteigert werden konnten. Der Aufwärtstrend hat sich im vergangenen Jahr fortgesetzt. So erreichte Spaniens Werkzeugmaschinenproduktion AFM-Angaben zufolge 2012 ein Volumen von 851,6 Mio. Euro, was einem Zuwachs um 11,4 % im Vergleich zu 2011 entspricht.
Spanien liegt EU-weit im Maschinenbau auf Platz 3
EU-weit ist Spanien die Nummer 3 unter den Werkzeugmaschinenproduzentenländern (nach Deutschland und Italien); weltweit rangiert das Land auf Platz 9. Nach dem jüngsten AFM-Branchenspiegel wurden 2012 spanabhebende Maschinen im Wert von 496,61 Mio. Euro hergestellt (2011: 495,46 Mio. Euro). Die Produktion von Umformmaschinen belief sich auf 355,05 Mio. Euro (2011: 275, 88 Mio. Euro). Fast 92 % der Werkzeugmaschinenproduktion Spaniens gingen 2012 in den Export. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ausfuhren um 12,6 % gestiegen. Exportiert wurden Zerspanungsmaschinen im Wert von 485,67 Mio. Euro. Die Auslandsverkäufe im Bereich Umformtechnik beliefen sich auf 296,73 Mio. Euro. Die wichtigsten Absatzländer für die Branche waren China (19,9 % Exportanteil), Deutschland (12,5 %), Frankreich (7 %) und Indien (5,8 %). Für das laufende Jahr hofft AFM-Präsident José Ignacio Torrecilla, „dass sich dieser Trend fortsetzen wird“.
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