BASF auf Composites Europe 2013 Thermoplaste und Duromere für den Leichtbau

Redakteur: Peter Königsreuther

Die BASF zeigt auf ihrem diesjährigen Auftritt im Rahmen der Composites Europe 2013 laut eigenen Angaben nicht nur duromerbasierte Leichtbau-Strategien sondern präsentiert auch die neuesten thermoplastischen Verbundwerkstoffe mit Endlosfasern.

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Die Rücksitzlehne, hergestellt von Johnson Controls, ist einer der ersten extern gefertigten Prototypen, der mit dem neuen Produkt- und Servicepaket Ultracom der Basf gefertigt ist. Die neuen, hier eingesetzten Materialien sind Ultralaminate mit Ultramid ZG7 COM umspritzt.
Die Rücksitzlehne, hergestellt von Johnson Controls, ist einer der ersten extern gefertigten Prototypen, der mit dem neuen Produkt- und Servicepaket Ultracom der Basf gefertigt ist. Die neuen, hier eingesetzten Materialien sind Ultralaminate mit Ultramid ZG7 COM umspritzt.
(Bild: Basf)

In diesem Jahr präsentiert die BASF nicht nur ihre duromeren sondern auch ihre neuen thermoplastischen Verbundwerkstoffe auf Basis Endlosfaserverstärkung, speziell für den automobilen Leichtbau. Darüber hinaus werden am BASF-Stand, Neuigkeiten zu Polyurethanen offenbart, die für den Bau von Windkraftanlagen prädestiniert sind, wie es heißt.

Basf-Verbundwerkstoffe für Rücksitzlehnen

Nach der Vorstellung des neues Produkt- und Servicekonzepts Ultracom im Juni 2013 kann die Basf auf der Messe Composites Europe 2013 nun ihren ersten mit diesem Servicepaket im Rahmen einer Kundenkooperation entstandenen Compositebauteil-Prototypen präsentieren, betont das Unternehmen: Die mit Johnson Controls Automotive Seating zusammen entwickelte Rückenlehne (Bild 1) für Fahrzeugrücksitze. Sie besteht aus Ultralaminate, also aus einem der neuartigen endlosfaserverstärkten, thermoplastischen Gewebe, das mit Ultramid ZG7 COM, einem speziell angepassten, schlagzäh modifizierten Polyamid 6 umspritzt ist. Bei der Entwicklung wurde als Bestandteil des Ultracom-Pakets auch das umfangreiche Simulations-Know-how der Basf eingesetzt, wie es heißt. Das komplexe Demonstrationsbauteil führe im Vergleich zur serienmäßigen Metallvariante zu einer Gewichtsreduktion von über 30 %.

Basf zeigt Cifo-Bauteil auf der Composites Europe

Auch das neue Cifo-Bauteil, abgeleitet von Combination of Inmold-Forming and Overmolding, wird auf der Composites Europe zu sehen sein: Es wurde entwickelt, um, wie das Unternehmen erklärt, in der neuen Basf-Fertigungszelle alle Möglichkeiten der Compositebauteilgestaltung mit Ultracom auszuloten. Der multifunktionale Testkörper zur Untersuchung von endlosfaserverstärkten Compositebauteilen für die Serie, bestehe aus 1,5 mm dicken umgeformten Laminaten sowie bis zu 3 mm dicken, angespritzten Funktionselementen wie Rippen und Rändern. An diesem Bauteil mit seinen rund 20 einzelnen Funktionen lassen sich laut Basf die charakteristischen Merkmale der praxisrelevanten Compositeherstellung nachstellen. Die Besonderheiten des Bauteils lägen außedem in den umspritzten Rändern,den langen Fließwegen, angeformten Bohrungen, einem Rippenfeld, mehrfach durchspritzten Elementen sowie einen verrippten U-Profil-Träger.

Basf präsentiert Epoxid-Kotflügel auf RTM-Basis

Das materialübergreifende Lightweight-Composite-Team der Basf untersucht auser Polyamid auch endlosfaserverstärkte Verbundwerkstoffkonzepte auf Basis von Polyurethan- und Epoxidharzsystemen für Strukturelle- und semistrukturelle Bauteile. An einem Testbauteil in Form eines carbonfaserverstärkten Kotflügel-Demonstrators zeigt das Unternehmen das neue Epoxidharz Baxxodur System 2202, das speziell für die Hochdruckvariante des Harzinjektionsverfahrens RTM (Resin Transfer Moulding) entwickelt worden sei. Das Epoxidharzsystem vernetzt bei etwa 120 °C mit einer Entformzeit von lediglich 2,5 min, sorgt für gute mechanische Eigenschaften und bietet ein breites Verarbeitungsfenster für den Anwender.

Polyurethan-Pultrusion macht Windkraftanlagen sicherer

Erstmals stelle die Basf auf der Composites Europe ein durch Pultrusion (auch Ziehverfahren genannt) hergestelltes Bauteil aus dem Polyurethanharz Elastocoat C6226-100 vor. Zusammen mit dem Partner Fiberline Composites A/S aus Dänemark habe man dieses Harz für die Herstellung von pultrudierten Stäben speziell für die sichere Anbindung der Rotorblattwurzel an die Triebwerksgondel entwickelt. Die kontinuierliche Pultrusion erlaubt eine bessere Ausrichtung der Fasern sowie die inline-Integration einer Metallgewindebuchse, sodass eine hohe und konstante Produktqualität gewährleistet ist, betont die Basf. Das Polyurethanharz stelle eine erhöhte Haftung zur Metallbuchse und zum Epoxid-Infusionsharz sicher. Mit dem vorgefertigten Bauteil wird das klassische Konzept mit seitlich angebohrten Löchern für die Fixierung der Metallbuchsen umgangen und so lassen sich die Durchmesser von Blattwurzel und Blattnabe reduzieren sowie Material einsparen. MM

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