Stahl Thyssen-Krupp Steel Europe bläst Hochofen 9 wieder an

Redakteur: Jürgen Schreier

Der Hochofen 9 von Thyssen-Krupp Steel Europe in Duisburg-Hamborn ist wieder angeblasen worden und hat sich damit auf eine weitere „Ofenreise“ begeben. Die Modernisierungsmaßnahme ließ sich der Flachstahlhersteller etwa 38 Mio. Euro kosten.

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Erneuert wurden die Feuerfestausmauerung sowie Teile der Ofenkühlung.
Erneuert wurden die Feuerfestausmauerung sowie Teile der Ofenkühlung.
(Bild: Thyssen-Krupp Steel)

Im Frühjahr 2012 war der Hochofen im Duisburger-Norden für eine so genannte Neuzustellung außer Betrieb genommen worden. Dabei wurden die Feuerfestausmauerung sowie Teile der Ofenkühlung erneuert. In diese Modernisierungsmaßnahme hat der Flachstahlhersteller etwa 38 Mio. Euro investiert.

Kernaggregat ist auf neuestem technischen Stand

„Mit der Ertüchtigung des Hochofens 9 steht uns wieder ein Kernaggregat auf neuestem technischen Stand zur Verfügung“, betont Dr. Michael Peters, Leiter des Bereichs Roheisen von Thyssen-Krupp Steel Europe. Die Roheisen-Erzeugung im Hochofen 9 ist wieder aufgenommen worden, um auf die Herausnahme des Hochofens 2 in Duisburg-Schwelgern zur geplanten Neuzustellung im kommenden Jahr vorbereitet zu sein. Über welchen Zeitraum die Flüssigphase bei Thyssen-Krupp Steel Europe mit vier Hochöfen in Duisburg technisch und wirtschaftlich optimal gefahren wird, hängt von der weiteren Marktentwicklung ab.

Als Ofenreise wird die Zeitspanne bezeichnet, bis die etwa 2 m dicke, feuerfeste Ausmauerung eines Hochofens vollständig erneuert werden muss und das Aggregat ständig weiterbetrieben wird. In dem Hochofen werden eisenoxidhaltige Erze mit Koks und Kohlenstaub zu metallischem Eisen reduziert und erschmolzen. Dieses Roheisen wird in den Stahlwerken zu Rohstahl weiterverarbeitet.

2400 t Feuerfestmaterial verbaut

Die zurückliegende Ofenreise der neu zugestellten Anlage dauerte 25 Jahre. Der ursprünglich aus dem Jahr 1962 stammende Hochofen 9, der nach kompletten Umbau und Vergrößerung in seiner jetzigen Form seit 1987 in Betrieb ist, hat seitdem insgesamt rund 40 Mio. t Roheisen erzeugt. Für die 2012 erfolgte Ausmauerung wurden rund 2400 t Feuerfestmaterial benötigt – 1900 t für das Gestell und 500 t für den Schachtbereich.

Thyssen-Krupp Steel Europe betreibt insgesamt vier eigene Hochöfen. In Duisburg-Hamborn ist das neben dem jetzt wieder gestarteten Aggregat der neu gebaute Hochofen 8. Der in Rottönen auffällig gestaltete Hochofen 8 war im Dezember 2007 in Betrieb gegangen. Diese beiden Anlagen erzeugen zusammen etwa 3,7 Mio. t Roheisen pro Jahr. Die beiden Hochöfen 1 und 2 in Duisburg-Schwelgern sind etwa doppelt so groß und kommen gemeinsam auf eine Jahresproduktion von rund 7,7 Mio. t Roheisen.

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