Ruinöse Konkurrenz Thyssenkrupp Steel unterbricht Elektrostahlerzeugung

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Weil billige Stahlimporte aus Asien aufs Geschäft drücken, reagiert Thyssenkrupp Steel mit zeitweiser Stilllegung der Produktion.

Schon vor wenigen Monaten musste an den Thyssenkrupp-Steel-Standorten Isbergues und Gelsenkirchen die Produktion von Elektrostahl ausgesetzt werden. Nun trifft es das französischen Werk erneut, weil die Menge an viel zu billigem Asienstahl die Geschäfte ausbremsen, heißt es.(Bild:  Thyssenkrupp Steel)
Schon vor wenigen Monaten musste an den Thyssenkrupp-Steel-Standorten Isbergues und Gelsenkirchen die Produktion von Elektrostahl ausgesetzt werden. Nun trifft es das französischen Werk erneut, weil die Menge an viel zu billigem Asienstahl die Geschäfte ausbremsen, heißt es.
(Bild: Thyssenkrupp Steel)

Erneut will Deutschlands größter Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel wegen zu vielen Billigstahlimporten aus Asien die Produktion von sogenanntem Elektrostahl für einige Zeit aussetzen, wie man hört. Das Werk, das es betrifft, ist jenes im französischen Isbergues. Dort soll die Produktion von Juni bis September stillgelegt werden. Betroffen sind rund 600 Beschäftigte, die für diese Zeit eine Unterstützung des französischen Staats bekommen, wie es weiter heißt. Das kornorientierte Elektroband, das Strom sehr gut leitet, kommt bei Transformatoren in Umspannwerken und Windkraftanlagen zum Einsatz. In Europa gibt es wohl nur noch zwei Hersteller dieser Spezialstähle. Ende 2025 war mit Isbegues auch der Standort Gelsenkirchen einen Monat stillgelegt. Und seit Januar produziert man in Frankreich mit nur „halber Kraft“, so Thyssenkrupp Steel.

Europa braucht einen wirksamen Handelsschutz

Die Importmenge von Stahl aus Asien habe sich in den letzten vier Jahren verdreifacht. Man geht von rund 50 Prozent am europäischen Marktvolumen aus. Und die Importpreise des Asienstahls lägen demnach teilweise weit unterhalb der Produktionskosten in der EU. Weshalb der Chef der Tochtergesellschaft Thyssenkrupp Electrical Steel, Angelo Di Martino, von einer ruinösen Importschwemme spricht. Die temporäre Stilllegung des französischen Standortes sei aber notwendig, um das Unternehmen angesichts einer weiter verschlechterten Auftragslage stabilisieren zu können. Vergleichbare Maßnahmen seien in Gelsenkirchen diesmal aber nicht geplant. Thyssenkrupp Steel fordert angesichts der prekären Situation einen wirksamen Handelsschutz, damit der Wettbewerb wieder unter fairen Bedingungen ablaufen kann. Immerhin sagen Prognosen, dass der Bedarf an Elektrostahl noch gut steigen wird.

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