Petrochemie

Tiefbohrmaschine verbessert die Oberfläche bei 9 m langen Rohren

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Nach dem Ende dieses Arbeitsganges wird das Bohrrohr mitsamt dem Schälbohrkopf wieder aus dem Werkstück gezogen. Die Schneiden lassen sich dafür hydraulisch zurückfahren, das Bohrrohr stützt sich auf den Führungsleisten ab, die beim Schälbohrkopf aus Kunststoff hergestellt werden. Diese Maßnahme verhindert, dass Rückzugsriefen die Oberfläche beschädigen.

Hoch legierte, temperaturfeste Werkstoffe präsentieren sich bereits im Normalfall als sehr widerspenstig bei der Zerspanung. Aber das ist im vorliegenden Fall noch nicht alles. Zum einen setzt die herstellungsbedingte Zunderkruste den Schneidplatten eine zusätzliche Härte entgegen. Zum anderen muss das Werkzeug noch zwei weitere Hürden nehmen.

Das Maschinenkonzept gewährleistet hohe Standzeiten

Schleudergussrohre mit 9 m Länge gibt es nicht am Stück. Der Hersteller liefert ein 3 m langes Ausgangsmaterial, das der Anwender zusammenschweißt. Beim Schweißen ist eine gewisse Genauigkeit vonnöten. Die Naht muss wenigstens den Bereich des Spanabtrags abdecken, damit nach der Bearbeitung ein glatte Oberfläche zurückbleibt. Auch die Aufhärtungen der Schweißstellen hat TBT gut im Griff. Das liegt nicht zuletzt am Maschinenkonzept, das einen entscheidenden Beitrag zur Prozesssicherheit leistet.

An sich ist eine Bearbeitungslänge von 9 m in Verbindung mit einer Zunderschicht und weiteren Werkstoffunregelmäßigkeiten ein Standzeitenkiller ersten Ranges. Nicht so beim Konzept mit der Tiefbohrmaschine ML 500. Dort halten die Wendeplatten die volle Länge des Rohres stand. Die Tiefbohrmaschine hat eine Gesamtlänge von 25 m, die sich aus der zweifachen Werkstücklänge ergibt, um das Bohrrohr einfahren zu können, zuzüglich der Abmessungen für Reitstock, Führungsschlitten und Lünetten.

Maschinenbett mit speziell armierter Betonfüllung

Die ML 500 ist ein auf Stabilität getrimmtes Tiefbohrsystem. Eine ganze Reihe von Konstruktionsmerkmalen hat die Aufgabe, Schwingungen zu dämpfen. Dazu gehört ein Maschinenbett mit speziell armierter Betonfüllung. Auch andere Komponenten erhielten ein besonders stabiles Design. Die Zahnstange für den Vorschub verfügt beispielsweise über eine Schrägverzahnung, um ebenfalls Schwingungen zu minimieren.

Neben einer hohen Stabilität bietet die Maschine aber auch ein optimiertes Handling. Weil das Vorbohren ziehend durchgeführt wird, muss der Vorbohrkopf nach Einführen des Bohrrohrs montiert werden. Dank eines besonders konstruierten Reitstocks ist diese Montage sehr einfach möglich. Der Reitstock ist von hinten zugänglich, selbst das größte Werkzeug passt für die Montage hindurch.

Beim abschließenden Schälen steht dann die Standzeit weniger im Vordergrund. Dabei geht es in erster Linie um die Oberflächenqualität. Auch diese kann sich sehen lassen: Der vom Kunden gewünschte Ra-Wert von 1 µm wird deutlich unterschritten. Es wurden Istwerte zwischen 0,4 und 0,7 µm erreicht.

* Wladislaus Kiefer ist Sales Manager bei der TBT Tiefbohrtechnik GmbH & Co in 72581 Dettingen/Erms

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