Feinguss Tital erobert Luftfahrt-Markt in China
Nach der Messe Airshow China im November plant der Titan- und Aluminium-Feinguss-Spezialist Tital, Bestwig, den nächsten Schritt, um auf dem chinesischen Markt weiter Fuß zu fassen. Im Januar hat das Unternehmen Workshops bei chinesischen Systemherstellern aus dem Bereich Flugzeugstruktur und Luftfahrt-Elektronik ausgerichtet, weitere sollen folgen.
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Damit sollen bei den asiatischen Entwicklungsingenieuren die Feingussverfahren für Aluminium und Titan als Alternative zum Fräsen weiter etabliert werden. Philipp Jerusalem, Marketing- und Vertriebsleiter bei Tital, meint dazu: „Auf der Messe war es unser Anliegen, die chinesischen Zulieferstrukturen der lokalen Luftfahrtindustrie nachzuvollziehen, Systemlieferanten zu identifizieren und anzusprechen. In der nächsten Phase gilt es nun, zugeschnitten auf die Produktsegmente der einzelnen Unternehmen, die Vorzüge von Aluminium- und Titan-Feingussteilen darzustellen.“
Feinguss-Bauteile für Passagierflugzeuge aus China
Tital verfolgt damit nach eigenen Angaben das Ziel, seine Position als Lieferant von Feinguss-Bauteilen auf dem chinesischen Markt zu stärken, insbesondere im Hinblick auf das neue Passagierflugzeug C919. Der C919 wird seit 2010 vom staatlich unterstützten Konzern Comac (Commercial Aircraft Corporation of China) in China entwickelt. Der Jungfernflug ist für 2014 anvisiert. Im Jahr 2016 soll die Serienproduktion anlaufen.
Bei der Airshow China vom 16. bis 21. November in Zhuhai stieß Tital mit der Präsentation von Aluminium-Feingussteilen, die durch das patentierte Hero-Premium-Casting-Gießverfahren hergestellt werden, auf großes Interesse der Fachbesucher, heißt es. Mit diesem Verfahren können Feingussteile mit Gussfaktor 1,0 sicher und zuverlässig hergestellt werden. Diese Qualität kann mit anderen Gussverfahren nicht erreicht werden und ist der von Frästeilen ebenbürtig.
Titan-Gussteile auf der Airshow China gezeigt
Auf der Airshow China, die als einzige internationale Fachmessen für Luft- und Raumfahrt die Unterstützung der chinesischen Zentralregierung genießt, konnte Tital auch große und komplexe Gussteilen aus Titan dem Fachpublikum vorstellen. So ist Tital als Betreiber der größten Titangießerei in Europa in der Lage, Bauteile mit jeweils bis zu 300 kg Gewicht und Abmessungen von bis zu 1500 mm Kantenlänge herzustellen.
Die Airshow China ist darauf ausgerichtet, einen Raum für Fachgespräche zu bieten. Jerusalem erläutert dazu: „Die chinesische Luftfahrt möchte mit der westlichen Welt gleichziehen. Bislang fehlen ihr dafür aber die notwendigen Technologien im eigenen Land.“ Bis diese Lücke geschlossen wird, möchte Tital seinen technischen Vorsprung nutzen und Gussteile „Made in Germany“ in China verkaufen.
Feinguss „Made in Germany“ bietet derzeit mehr Qualität als Feinguss aus China
Dabei helfe der Zertifizierungsstatus dem Unternehmen erheblich. Zwar gebe es bereits chinesische Feingusslieferanten, doch diese erreichten mit ihren Produkten nicht die hohen westlichen Qualitätsstandards. „Die Stabilität der dortigen Fertigungsprozesse weist nicht annähernd das gleiche Niveau auf. Metallurgische Qualität und Maßhaltigkeit der Gussteile sind nicht konstant“, sagt der Tital-Marketing- und Vertriebsleiter.
Workshops wie die Veranstaltungen im Januar 2011 in China führt Tital bereits seit vielen Jahren auf nationaler und internationaler Ebene durch, heißt es. Die Workshops richten sich an Konstrukteure und Entwickler und sind für die Teilnehmer kostenlos. So war Tital bereits zu Gast bei Embraer in Brasilien, sowie bei Kongsberg in Norwegen und TAI in der Türkei.
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