Dr. Tretter

Toleranzhülsen als Verbindungselement

Seite: 3/3

Anbieter zum Thema

Toleranzhülsen für die Systeme Einheitswelle und Einheitsbohrung

Toleranzhülsen gibt es sowohl für das System Einheitswelle (Bild 2) als auch für das System Einheitsbohrung (Bild 3). Beim System Einheitswelle ist der glatte Rand der Toleranzhülse außen, also zur Bohrung hin. Im Anlieferzustand klafft der Spalt der Hülse auseinander. Zur Montage wird der Toleranzring in die Bohrung eingelegt, der Spalt schließt sich und die Welle wird gefügt. Für diese Toleranzhülsen wird die Bezeichnung AN verwendet. Beim System Einheitsbohrung befindet sich der glatte Rand der Toleranzhülse zur Welle hin. Im Anlieferungszustand überlappt sich der Spalt der Hülse. Zur Montage wird der Toleranzring auf die Welle geschoben, die Überlappung verschwindet. Die Welle wird dann samt Toleranzhülse in die Bohrung gefügt. Für diese Toleranzhülsen wird die Bezeichnung BN verwendet. Darüber hinaus gibt es noch die Form AL oder ANL – die leichteste Ausführung der Form AN zur Lagerung des Außenrings kleiner Wälzlager.

Der Einbau der Toleranzringe kann im sogenannten „freien Einbau“ wie auch im „zentrierten Einbau“ erfolgen. Der freie Einbau stellt die einfachste Einbauart dar. Sie wird angewendet, wenn gewährleistet ist, dass die radiale Belastung auch bei eventuell zusätzlich auftretenden Laststößen nicht über das zulässige Maß der Radialbelastung der verwendeten Hülse hinausgeht. Weil dieser Einbau unter Verwendung von glatten, durchgehenden Wellen und Bohrungen erfolge, müsse mit einem Mittenversatz, dessen Größe von dem jeweils verwendeten Ring abhängig sei, gerechnet werden.

Es gebe bestimmte Anwendungsfälle, bei denen man von der Elastizität der Verbindung Gebrauch mache und die demzufolge nur durch den freien Einbau gelöst werden können. Das sei zum Beispiel dann der Fall, wenn Kippkräfte federnd kompensiert und Mittenversetzungen oder Fluchtfehler ausgeglichen werden sollten.

Beim zentrierten Einbau werde die AN-Hülse in eine Nut in der Bohrung und die BN-Hülse in eine Nut der Welle eingelegt. Die Nutbreite muss dabei so gewählt werden, dass zu beiden Seiten noch genügend „breite Schultern“ an der Bohrung oder der Welle verbleiben. Diese Schultern sollen, je nach der gewählten Passung zwischen Bohrung und Welle, eine mehr oder weniger genaue Zentrierung ermöglichen.

Auch in Bezug auf die Montage sei dieser Einbau zumindest in vielen Fällen vorteilhafter, weil sich der in die Nut eingelegte Ring an deren Seitenflächen abstützen kann und somit eine Deformierung aufgrund von Verkanten vermieden wird. Beim freien Einbau ist durch geeignete Maßnahmen immer dafür zu sorgen, dass sich die Toleranzhülse an einer Anlagefläche entgegen der Einpressrichtung abstützen kann.

Große Auswahl an Standard-Toleranzhülsen

Für unterschiedliche Einbausituationen habe das Unternehmen eine große Auswahl an Standardtoleranzhülsen (Bild 4). Neben drei Bauformen, die nach Aussage des Herstellers die verschiedenen Einbau- und Montagesituationen berücksichtigen, sind die Toleranzhülsen serienmäßig in Kohlenstoffstahl und in Nirostahl ab Lager erhältlich. Als Katalogware seien die Produkte auch in kleinen Stückzahlen erhältlich. MM

(ID:42217754)