Inflationsdruck und Zinserhöhung Trumps Zollpläne krempeln den Welthandel um

Aktualisiert am 19.11.2024 Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Bundesbank-Präsident Joachim Nagel befürchtet Verwerfungen im Welthandel, wenn der designierte US-Präsident Donald Trump seine Zollpläne wahr machen sollte. Folgendes drohe ...

Donald Trump hat schon im Wahlkampf angekündigt, die Zölle auf ausländische Produkte sehr deutlich erhöhen zu wollen. Die Bundesbank sieht Umwälzungen für den Welthandel, die alles andere als gesund für Europa und Deutschland sein werden ...(Bild:  CNN)
Donald Trump hat schon im Wahlkampf angekündigt, die Zölle auf ausländische Produkte sehr deutlich erhöhen zu wollen. Die Bundesbank sieht Umwälzungen für den Welthandel, die alles andere als gesund für Europa und Deutschland sein werden ...
(Bild: CNN)

Trump hat neue Zölle von 10 bis 20 Prozent auf Importe aus Europa angekündigt und 60 Prozent Zoll auf Einfuhren aus China. Ökonomen fürchten Handelskonflikte. Nagel kommentiert: „Wenn die US-Regierung diese Versprechen in die Tat umsetzt, könnte das einen bedeutenden Wendepunkt für die internationale Handelsordnung darstellen." Zudem fürchtet die Bundesbank Folgen für die Preise. Wenn ein Land die Zölle nämlich stark erhöhe und die betroffenen Länder Vergeltungsmaßnahmen ergreifen würden, könnte es zu einem deutlichen Anstieg des Inflationsdrucks kommen. Doch selbst wenn die internationalen Spannungen zunehmen sollten, hätten Zentralbanker alle nötigen Instrumente, um darauf zu reagieren. Nagel: „Für das Eurosystem würde eine spürbare Verringerung der globalen Integration letztlich bedeuten, dass es die Zinsen erhöhen müsste, um die Inflation unter Kontrolle zu halten. Man werde jedenfalls tun, was nötig sei.

US-Zollerhöhungen schmälern deutsche Wirtschaftsleistung

Auch wenn die Notenbanken mit höherem Inflationsdruck umgehen können, ist eine zu befürchtende geoökonomische Fragmentierung alles andere als harmlos, warnte Nagel. Das Produktionswachstum würde geringer ausfallen, weil einige der Vorteile einer effizienten internationalen Arbeitsteilung ausgelöscht würden. Auch für die deutsche Wirtschaft hatte Nagel bereits vor möglichen schweren Folgen von Trumps Ankündigungen gewarnt: „Sollten die Zollpläne umgesetzt werden, könnte uns das in Deutschland durchaus ein Prozent der Wirtschaftsleistung kosten. Doch auch ohne weitere Handelsbeschränkungen erwarten wiederum Experten von Deloitte nur wenig Rückenwind durch das Amerika-Geschäft. Die USA sollen zwar weiter der wichtigste Auslandsmarkt für die deutsche Industrie bleiben. Doch die Gewichtung dürften sich in den kommenden Jahren mehr in Richtung Europa und neue Märkte wie Indien und Australien verschieben, um für etwas Ausgleich zu sorgen, glauben die Analysten – aber auch nur, wenn sich die weltweit grassierenden Handelskonflikte nicht verstärken. Bis 2035 könnten das Exportvolumen in die USA im Schnitt um 1,8 Prozent zulegen, heißt es abschließend.

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