Doppelenttäuschung Gleich zwei Unternehmen sagen Übernahme von Salzgitter ab

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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GP Günter Papenburg und TSR Recycling haben dem strauchelnden Salzgitter-Konzern eine Absage zur Übernahme erteilt, so die dpa.

Absage! Der kriselnde Stahlkonzern Salzgitter – immerhin Deutschlands Nummer 3 – hatte die Chance von zwei Unternehmen übernommen zu werden. Diese hat sich nun zerschlagen ...(Bild:  Salzgitter)
Absage! Der kriselnde Stahlkonzern Salzgitter – immerhin Deutschlands Nummer 3 – hatte die Chance von zwei Unternehmen übernommen zu werden. Diese hat sich nun zerschlagen ...
(Bild: Salzgitter)

Salzgitter leidet unter der derzeit schwachen Konjunktur, hohen Strompreisen und einer sinkenden Stahlnachfrage. Der Stahlkonzern steckt weiterhin tief in den roten Zahlen. Ein laufendes Sparprogramm wurde deshalb zuletzt deutlich verschärft. Statt der bisher angepeilten 250 Millionen Euro pro Jahr sollen bis 2028 nun jährlich 500 Millionen Euro eingespart werden. Eine mögliche Übernahme durch GP Günter Papenburg und TSR Recycling kam zu aller Not nun auch nicht zustande. Allerdings will Salzgitter weiterhin mit den beiden zusammenarbeiten, weil gute Geschäftsbeziehungen bestehen, wie es heißt. Zumal das Bauunternehmen Papenburg seit Jahren ein stabiler Großaktionär von Salzgitter sei.

Mehr zur geplanten Salzgitter-Übernahme

Ende 2024 hieß es, dass Papenburg zusammen mit TSR ein Übernahmeangebot für den Stahlkonzern erwägt. Später legten beide ein nicht bindendes Gebot vor. Der Salzgitter-Vorstand hatte das im April als zu niedrig zurückgewiesen und angekündigt, dass Salzgitter selbstständig bleiben wolle. Zuvor habe es intensive Gespräche, gegeben, die man als sehr konstruktiven Austausch bezeichnete. Am Ende habe es aber signifikant unterschiedliche Vorstellungen über den aktuellen und zukünftigen Wert des Unternehmens gegeben. Die IG Metall und auch das Land Niedersachsen hatten die Übernahmepläne von Anfang an kritisch gesehen. Einem Ausstieg des Landes erteilte Finanzminister Gerald Heere (Grüne) auf der jetzigen Hauptversammlung erneut eine Absage. Das Land Niedersachsen steht ganz ausdrücklich zu seiner Beteiligung an der Salzgitter AG.

Mögliche Rettungsanker für Salzgitter

Große Hoffnungen setzt das Unternehmen auf CO2-neutralen Stahl, der irgendwann aus Salzgitter kommen soll. Deutschlands drittgrößter Stahlkonzern investiert dafür derzeit über zwei Milliarden Euro in den Umbau des Stammwerks – eine Milliarde schießen Bund und Land zu. Der Hochlauf verzögert sich allerdings etwas, heißt es dazu. Statt Ende 2026 soll die neue Anlage jetzt erst 2027 grünen Stahl liefern. Der bisher angepeilte Termin sei wegen einer Bauverzögerung beim Elektro-Lichtbogenofen nicht zu halten. Bis 2033 will das Unternehmen komplett auf grünen Stahl umstellen und die drei noch kohlebefeuerten Hochöfen nach und nach durch Anlagen ersetzen, die zunächst mit Erdgas und später mit grünem Wasserstoff arbeiten. Hoffnungen setzt Groebler zudem auf die schuldenfinanzierten Investitionspläne des Bundes in Verteidigung und Infrastruktur, denn beide werden auch die Nachfrage nach Stahl ankurbeln. Speziell in puncto Sicherheitsstahl für die Rüstungsindustrie segen Salzgitter-Entscheider große Chancen.

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