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Kurzzeitiger Stopp der Karosse schafft konstante Lesebedingungen
Um eine maximale Lesesicherheit im Metallumfeld hinter dem KTL-Trockner zu erreichen, haben die Instandhalter von Mercedes-Benz und die Anwendungsspezialisten von Sick eine I-Punkt-spezifische Parametrierung der Schreib-Lese-Geräte vorgenommen. Die Lesereichweite wurde jeweils auf den tatsächlichen Abstand zum Transponder, das heißt auf 0,4 bis 1,2 m reduziert und so sowohl die Ausgangsleistung wie auch die Empfangsempfindlichkeit optimiert. Das Lesen selbst erfolgt beim kurzzeitigen Stopp der Karosse, sodass hierbei weitgehend konstante Umfeld- beziehungsweise Übertragungs- und Reflexionsbedingungen erreicht werden. Für das sichere Lesen und Schreiben wurden Funktionen in das Gerät verlagert sowie aus Diagnosegründen teilweise auf dem gemeinsam entwickelten Funktionsbaustein implementiert. Falschlesung Fehlanzeige: Es wird nur die Karosse identifiziert, die sich gerade am I-Punkt befindet – mit einer bestätigten Lesesicherheit von 99,98 % und bei Transpondern, die zu diesem Zeitpunkt auch schon einiges hinter sich haben.
Passive UHF-Transponder bieten eine Reihe von Vorteilen
Während die aktuelle A-Klasse noch mit einem aktiven Datenträgersystem ausgestattet ist, kommen an der B-Klasse wie auch später an der neuen A-Klasse etwa scheckkarten-große, hitzefeste Inlay-Transponder zum Einsatz. Ihre passive Technologie bietet eine Reihe von Vorteilen: Sie sind preiswerter als aktive Transponder, es entstehen keine Kosten für Batterien oder das Handling der Transponder, zum Beispiel das Reinigen vor der Wiederverwendung, und sie können von verschiedenen Anbietern bezogen werden.
Die UHF-Transponder von Sick beispielsweise sind nur etwa 2,5 g schwer und dennoch sehr formstabil. Sie sind bis 85 °C dauerhaft temperaturbeständig und selbst nach mehrfach 30 min bei 220 °C voll funktionsfähig.
Die von Mercedes-Benz derzeit eingesetzten UHF-Transponder werden im Rohbau an der Karosse eingehängt und angeschraubt. In den verschiedenen Stationen der Oberfläche werden sie zum einen mechanisch hart beansprucht, beispielsweise durch den Strahldruck beim Spritzentfetten und Spritzspülen in der Karossenvorbehandlung. Unter thermischen Gesichtspunkten stellen die Trocknungsöfen mit bis zu 180 °C die größten Anforderungen an den Transponder.
Schreib-Lese-Geräte lesen Speicher auch bei beanspruchten Transpondern aus
Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass die Transponder beim Erreichen der I-Punkte nach dem KTL-Trockner Spuren zeigen, zum Beispiel durch Verformung oder verdrehte Ausrichtung. Die Schreib-Lese-Geräte Interrogator RFU630 zeichnen sich auch in solchen Fällen durch das sichere Auslesen und Beschreiben des Anwenderspeichers aus.
Die Installationen von Sick bei Mercedes-Benz in Rastatt zeigen, dass Metall im Umfeld kein Schreckgespenst für den Einsatz radiofrequenter Identifikationstechnologien zu sein braucht, im Gegenteil: Mit dem Interrogator RFU630 konnten diese „Heavy-Metal“-Anwendungen nahezu in „Plug-&-Play“-Manier gelöst werden.
* Michael Fislage ist Product Unit Manager RFID bei der Sick AG in 79276 Reute; Dieter Häge ist Key Account Manager Automation bei der Sick Vertriebs-GmbH in 40549 Düsseldorf
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