Werbetrommel gerührt! Thyssenkrupp-Chef stimmt Aktionäre auf Konzernumbau ein

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Thyssenkrupp-Chef Miguel López hat bei der Hauptversammlung des Unternehmens für den Umbau des Traditionskonzerns geworben, wie die dpa jetzt meldet ...

Der Thyssenkrupp-Chef Miguel López trat jüngst als Redner bei der Hauptversammlung des Konzerns auf. Dabei warb er bei den Aktionären für den geplanten Umbau des Unternehmens, weil dieser viele Vorteile bringen soll. Die Belegschaft sieht das etwas anders ...(Bild:  Thyssenkrupp)
Der Thyssenkrupp-Chef Miguel López trat jüngst als Redner bei der Hauptversammlung des Konzerns auf. Dabei warb er bei den Aktionären für den geplanten Umbau des Unternehmens, weil dieser viele Vorteile bringen soll. Die Belegschaft sieht das etwas anders ...
(Bild: Thyssenkrupp)

„Lange Zeit wurde Thyssenkrupp als integrierter Industriekonzern geführt“, äußerte sich Miguel López vor rund 500 Aktionären im Rahmen der Hauptversammlung. Und strategische Entscheidungen seien stets in der Zentrale in Essen getroffen worden. „Doch in Zukunft wird die Thyssenkrupp AG eine Finanzholding sein! Also eine Beteiligungsgesellschaft, die grundsätzlich Mehrheitsbeteiligungen an starken, eigenverantwortlichen Unternehmen unter einem Dach vereint“, wie López dem Auditorium klarmachte. Die Segmente werde man dann Schritt für Schritt in die Eigenständigkeit führen. Die Umsetzung der sogenannten „Aces 2030“-Strategie hat auch bereits begonnen, denn den Marinesektor TKMS, dessen U-Boote derzeit hochgeschätzt sind, hat man schon letzten Herbst an die Börse gebracht. Und für das ins Straucheln geratene Stahlsegment laufen bekanntlich schon länger Gespräche mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel über eine Übernahme. Die Thyssenkrupp-Entscheider glauben, dass mit diesen Maßnahmen mehr Flexibilität, mehr Geschwindigkeit in den Abläufen und ein direkter Zugang zum Kapitalmarkt winken. Damit, so López, hebt man Werte, die bisher im Unternehmen kaum zum Tragen kamen. Aktionärsvertreter äußerten sich übrigens positiv über die Unternehmensentwicklung. Derzeit ist Thyssenkrupp in fünf Segmenten tätig – Marineschiffbau, Stahl, Autoteile, Werkstoffe und grüne Technologien. Ende September beschäftigte das Unternehmen gut 93.000 Mitarbeiter.

Fröhliche Thyssenkrupp-Aktionäre, aber verärgerte Belegschaft

Das Vertrauen in Thyssenkrupp ist wieder da! Die Zuversicht ist zurückgekehrt, sagte Oliver Vollbrecht von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Man vertraut den Entscheidern – aber niemals blind, machte Daniel Voss von der Schutzvereinigung der Kapitalanleger im Zuge dessen klar. Und Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Deka Investment forderte, dass Thyssenkrupp weiter entflechtet werden muss, um die Komplexität zu verringern: „Das wird der Kapitalmarkt honorieren. Auch wenn es deutliche Fortschritte gab, darf es das nicht gewesen sein. Wir wünschen uns ein schlankes Geschäftsmodell und einen Abbau weiterer Beteiligungen in absehbarer Zeit.“ Man darf aber auch nicht ignorieren, dass vor Beginn der Hauptversammlung mehrere hundert Beschäftigte vor der Veranstaltungshalle demonstriert haben. Sie forderten die Thyssenkrupp-Aktionäre etwa auf, auf eine Dividende zu verzichten, denn nach dem jüngsten Börsengang der Marinesparte haben die Aktionäre bereits überdurchschnittlich profitiert, wie es zur Begründung heißt. Jetzt eine Dividende aus der Substanz auszuschütten, ist wirtschaftlich falsch und ein fatales Signal, wie einem Flugblatt der IG Metall zu entnehmen ist. An der Demonstration nahmen auch Beschäftigte des Duisburger Stahlherstellers HKM teil, der vor einer ungewissen Zukunft steht.

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