Igus konnte trotz herausfordernder Wirtschaftslage im Jahr 2023 die Umsatzmilliarde (1,136 Milliarden Euro) halten, obwohl das Kölner Unternehmen einen leichten Umsatzrückgang von 1,65 Prozent verkraften musste. Im Jahr 2024 bleibt Igus vorsichtig optimistisch und stellt 247 neue Motion-Plastics-Produkte und digitale Services auf der Hannover Messe vor.
In die Igus-Go-App fließen Erfahrungen aus 60 Jahren Polymerforschung, hunderttausenden Testergebnissen und Millionen von Anwendungen ein.
(Bild: Igus)
Trotz angespannter Weltwirtschaftslage hat Igus im Jahr 2023 die Anzahl seiner aktiven Kunden um 6,7 Prozent gesteigert und einen Jahresumsatz von 1,136 Milliarden Euro erzielt. Damit verzeichnet das Unternehmen ein Minus von 1,65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Konjunkturbedingte Rückgänge bei Stammkunden wurden größtenteils durch Neukunden und neue Anwendungen ausgeglichen. Wir sind zuversichtlich, dass wir unser Wachstum im Jahr 2024 fortsetzen werden. Das erste Quartal war vergleichsweise schwierig, doch die Jahresprognose für 2024 ist gut“, erklärt Tobias Vogel, Geschäftsführer Gleitlager und Lineartechnik bei Igus.
„Mit Großprojekten wie zum Beispiel der Landstromversorgung für Containerschiffe im Hamburger Hafen blicken wir positiv in die Zukunft“, ergänzt Michael Blass, Geschäftsführer E-Kettensysteme bei Igus. „Die Anforderungen und Wünsche unserer Kunden treiben uns immer wieder zu neuen internen Start-ups. Unsere Kerntechnologie der Motion Plastics verbinden wir mit Digitalisierung und künstlicher Intelligenz.”
247 Neuheiten: Von Batteriefertigung bis autonom fahrender Roboterarm
In diesem Jahr präsentiert Igus auf der Hannover Messe 247 Neuheiten. Günstigere und bessere Lösungen für schmierfreie Bewegungen, Low-Cost-Automation und CO2-senkende Produkte bilden die Schwerpunkte. Durch den Einsatz von KI ist es jetzt gelungen, hunderttausende Testdaten und Millionen von Anwendungen aus 60 Jahren Igus Erfahrung zu einem einfachen Lösungsfinder für das Zero-Lubrication-Ziel zu bündeln: die Igus-Go-App. 433 Millionen Euro Investitionen in den letzten drei Jahren, davon allein rund die Hälfte in Deutschland, beschleunigen diesen technischen Fortschritt und die Lieferung ab Lager weltweit. Für das Zero-Lubrication-Angebot sind unter anderem Hochlastlager für Schwermaschinen entscheidend. Hier kommen drei neue Werkstoffe ab Lager auf den Markt, die sich bei Anwendern wie Baggerherstellern bereits bewährt haben. „‚Igus, mach den Bagger schmierfrei! Das kann man bereits per Sprachsteuerung in der Igus-Go-App realisieren”, sagt Vogel. „Hier fließen Materialtechnologien sowie KI zusammen und bieten per KI-Chat einen einfachen und sicheren Zugang zu Millionen von Beweisdaten für alle Industrieprofis der Welt.”
Nachhaltigkeit ohne Schmierstoffe, aber mit Holz
Aber Nachhaltigkeit geht über die Vermeidung von Schmierung hinaus: Mit einem neuen Drehkranzlager aus 50 Prozent Holz und 50 Prozent Hochleistungskunststoff geht Igus noch einen Schritt weiter bei der Integration von nachwachsenden Rohstoffen in die industrielle Fertigung. Auch das große Angebot an PTFE- und PFAS-freien Lösungen für Linear- und Gleitlager und die übergreifende Vier-Jahres-Garantie für alle Igus Produkte mit Online-Lebensdauerberechnung zielen auf Nachhaltigkeit ab.
Nachhaltig ist auch die Strategie vieler Konzerne, in Europa Batteriefabriken zu bauen. Batterien werden in Trockenräumen gefertigt, und dafür braucht man Maschinenkomponenten, die schmierfrei sind und nicht spröde werden. Igus liefert dafür jetzt eine Fülle an Produkten, alle getestet in extra gebauten Trockenlaboren. Und dass Automatisierung für fast jede Fabrik erschwinglich sein kann, beweist unter anderem der Rebel on Wheels. Der Rebel-Roboterarm auf einem kostengünstigen autonomen Fahrzeug als Lösung für den Mittelstand ist ab 17.999 Euro erhältlich, die Education-Variante für Universitäten und Schulen wird für 14.699 Euro angeboten.
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Der Fokus liegt auf schnellen Lieferzeiten
Dass Igus die Motion-Plastics-Produktwelt ständig erweitert, immer mit dem Anspruch „improve what moves”, ist Folge der langfristigen Unternehmensstrategie. Nach dem Durchbruch zur ersten Milliarde Euro Umsatz im Jahr 2022 konkretisierte Igus ein neues Ziel: Eine Million kaufende Industriekunden pro Jahr. Das bedeutete damals eine etwa 5,5-fache Steigerung. „Deswegen freut es uns, dass wir diesem Ziel in einem schwierigen Jahr 2023 zumindest ein bisschen nähergekommen sind”, erklärt Michael Blass. „433 Millionen Euro haben wir in den letzten drei Jahren für diesen Plan investiert, 210 Millionen Euro davon am Standort Köln.” Darunter fallen die neue 22.000 Quadratmeter große Fabrik, neue Maschinen, Anlagen, und IT-Neuheiten, zum Beispiel für die Apps um Go Zero Lubrication. Mit in der Zahl steckt eine strategische Verdoppelung der weltweiten Lagerbestände bei Katalogteilen. „Bei aller technischen Revolution: Kunden möchten Lieferungen innerhalb von ein bis drei Tagen bekommen, und das zu günstigen Preisen“, sagt Blass. „Das schaffen wir dank der Investitionen so gut wie nie zuvor, auch weltweit.” Der Median der Lieferzeiten weltweit liegt zurzeit bei sechs Tagen, inklusive zahlreicher Engineering-Projekte mit langem Vorlauf. Die Investitionen gehen im gleichen Tempo weiter, auch im Jahr 2024 und auch in Deutschland. Für die neue Fabrik in Köln werden neue Maschinen und Automatisierungslösungen gekauft. Viele der internen Start-ups siedeln sich dort an und bilden ein Motion-Plastics-Tech-Center. Zusätzlich beginnt der Umbau von einem 2.800 Quadratmeter großen Bürogebäude zu einem weiteren Start-up- und Schulungs-Center, auch für Kunden. Rund um die Welt gehen die Ausbauten weiter, mit dem Fokus der schnellen Lieferzeiten. Entscheidungen mit Baumaßnahmen fielen bereits für China, Taiwan, Indien, Italien, Spanien, Polen, USA, Mexiko und die Türkei. Vogel sagt abschließend: „Wir investieren überall auf der Welt, wo unsere Kunden sind, und in Deutschland.”
Stand: 08.12.2025
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