Okuma „Unsere hochwertigen Maschinen fertigen wir am besten in Japan“

Redakteur: Rüdiger Kroh

Im Rahmen der Okuma Machine Fair 2013 stellte der japanische Werkzeugmaschinenhersteller sein Okuma neues Werk der Öffentlichkeit vor. Wir sprachen mit Yoshimaro Hanaki, President und CEO der Okuma Corporation über die Bedeutung der Fertigung in Japan und die aktuellen Ziele und Herausforderungen.

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Das neue Okuma-Werk in Oguchi ist für CEO Yoshimaro Hanaki die derzeit effizienteste Fabrik weltweit.
Das neue Okuma-Werk in Oguchi ist für CEO Yoshimaro Hanaki die derzeit effizienteste Fabrik weltweit.
(Bild: Kroh)

Herr Hanaki, mit dem neuen Werk am Hauptsitz in Oguchi erweitert Okuma seine Fertigungskapazität in Japan. Was sind die Gründe dafür?

Hanaki: Wir sind davon überzeugt, dass der Produktionsstandort Japan am besten dafür geeignet ist, unsere hochwertigen Werkzeugmaschinen zu fertigen. Das neue Werk mit dem Namen Dream Site 1 sichert unsere Wettbewerbsfähigkeit auf der Kostenseite durch eine automatisierte Fertigung auf 40 Maschinen, die rund um die Uhr laufen. Es ist die derzeit effizienteste Fabrik weltweit.

Wie hoch ist damit Ihre Kapazität pro Monat?

Hanaki: Im neuen Werk können monatlich 120 Maschinen gefertigt werden, wobei eine hohe Variantenvielfalt auch bei kleinen Stückzahlen möglich ist. Insgesamt beträgt unsere Kapazität derzeit 650 CNC-Maschinen pro Monat – davon 150 aus unserem Werk in Taiwan.

Haben Sie bereits Pläne für Dream Site 2?

Hanaki: Wenn es die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zulassen, werden wir spätestens in zwei Jahren den Startschuss für DS2 geben.

Sie erwähnten schon Ihre Fertigung in Taiwan. Sind weitere Werke außerhalb von Japan geplant?

Hanaki: Es gibt keine Überlegungen, allein aus Kostengründen in anderen Ländern zu produzieren. Für die Fertigung unserer hochwertigen Bearbeitungszentren benötigen wir sehr gut ausgebildete Facharbeiter – auch deshalb fertigen wir in Japan. Unsere Mittelklassemaschinen können wir in Taiwan oder Korea produzieren.

Wodurch hebt sich Okuma vom Wettbewerb ab?

Hanaki: Wir sind der einzige Werkzeugmaschinenhersteller, der nicht nur die Maschine entwickelt und fertigt, sondern auch die Steuerung sowie die Motoren und Sensoren. Diese Gesamtkompetenz ist unsere besondere Stärke und auch Teil unserer Philosophie.

Wie wichtig ist der europäische Markt für Okuma?

Hanaki: Europa ist sehr wichtig für uns, auch um technische Trends auszumachen. Die Kunden dort sind anspruchsvoll und Okuma kann mit seinen Premiumprodukten ihre Anforderungen erfüllen.

Was sind für Okuma die Abnehmerbranchen mit dem größten Potenzial?

Hanaki: Die Luftfahrtindustrie ist ohne Zweifel ein Wachstumssegment, besonders in Europa und Amerika. Um die Anforderungen der dortigen Kunden zu erfüllen, ist es notwendig, dass die Maschinenhersteller mit Werkzeugherstellern kooperieren und Komplettlösungen anbieten. Unser größter Markt ist die Automobilindustrie und auch dort sehen wir noch Wachstumschancen.

Für das laufende Geschäftsjahr, das am 31. März endet, haben Sie die Strategie Global 70 ausgegeben. Was ist darunter zu verstehen?

Hanaki: Unser Ziel ist es, den Auslandsumsatz auf 70 % zu erhöhen. Im vergangenen Finanzjahr lag er bei 63 %. Dafür müssen wir den Markennamen Okuma bekannter machen, vor allem in Europa, Amerika und den Schwellenländern. Denn dort können wir unsere Marktanteile noch steigern.

Welche zukünftigen Herausforderungen sehen Sie für die Werkzeugmaschinenbranche?

Hanaki: Ich denke, Werkzeugmaschinen werden immer mehr automatisiert. Die mannlose Fertigung und Maßnahmen zur Energieeinsparung werden in Zukunft stärker gefragt sein. Die Maschine soll im Idealfall ohne Unterbrechung laufen. Wir wollen daher weiterhin die technischen Trends bei Werkzeugmaschinen setzen. Unser Ziel ist es, die weltweit stärkste Produktpalette zu haben.

* Das Interview führte MM-Redakteur Rüdiger Kroh

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