Hybridmaschinen

Verfahrensintegration schafft Mehrwert für Maschinennutzer

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Als Stärke dieses Verfahrens hebt der Hersteller die Möglichkeit hervor, Schichten verschiedener Materialien sukzessive aufzubauen. In Abhängigkeit von Laser und Düsengeometrie seien Wandstärken von 0,1 bis 5 mm möglich. Auch ließen sich komplexe 3D-Konturen ohne Stützgeometrie schichtweise generieren. Die einzelnen Schichten können anschließend spanend bearbeitet werden, bevor die Stellen beim fertigen Bauteil aufgrund der Geometrie des Bauteils nicht mehr für einen Fräser oder andere Werkzeuge zugänglich sind.

Die Hybridmaschine kombiniert somit die Vorteile des Fräsens, wie hohe Genauigkeit und Oberflächengüten, mit der Flexibilität und der hohen Aufbaurate des Pulverauftragschweißens. „Bei Integralbauteilen, wo heute mittels Fräsbearbeitung 95 % Material zerspant wird, wird mit additiven Verfahren nur dort Material aufgebaut, wo es benötigt wird. Das führt zu signifikanten Rohmaterial- und Kosteneinsparungen“, erklärt Friedemann Lell, Vertriebsleiter bei Sauer Lasertec.

Fertigbearbeitung komplexer Bauteile mit Hinterschnitt

Er ist sich sicher, dass die Kombination von spanenden und additiven Verfahren in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen werde. Als Anwendungsgebiete für die Lasertec 65 3D nennt Lell die Fertigbearbeitung komplexer Bauteile mit Hinterschnitt, Reparaturarbeiten sowie das Aufbringen von partiellen oder kompletten Beschichtungen für den Formen- und Maschinenbau oder auch die Medizintechnik.

Doch mit der Kombination von Auftragen und Abtragen in einer Maschine beschäftigte sich nicht nur DMG Mori. Auch die Hamuel Maschinenbau GmbH & Co. KG sieht vor allem im Bereich der teuren und hochwertigen Bauteile interessante Einsatzmöglichkeiten für diese Verfahrenskombination. Durch die Verknüpfung in einer Maschine entfallen dann unnötige Verfahrensschritte, wie das Handling von einer Maschine zur anderen, und damit Umspannfehler und eine lückenhafte Prozessdokumentationen.

Laserschweißeinheit ist im Werkzeugmagazin

Bei dem Dreh-Fräszentrum HSTM Hybrid wurde eine Laserschweißeinheit so verkleinert, dass sie mithilfe des Werkzeugwechslers ein und ausgewechselt werden kann. Bild 2 zeigt das Werkzeugmagazin der Maschine mit Fräswerkzeug, Messtaster und Laserschweißeinheit. Alle drei Einheiten können über die Standardschnittstelle HSK 63 in die Frässpindel der Maschine eingewechselt werden, sodass die Frässpindel entweder zur spanenden Bearbeitung eingesetzt wird oder als Halter für die Schweißeinheit. Aufgrund des kleinen Bauraums entsteht so ein System, das auch in einer normalen Fräsmaschine problemlos untergebracht werden kann.

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