Sicherheitstests Behörde untersagt Verkauf mehrerer Modelle – Toyota und Mazda betroffen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die japanische Automobilindustrie wird von einem Skandal erschüttert. Verschiedene Hersteller haben bei Sicherheitstests getrickst. Drei Modelle dürfen vorerst nicht mehr verkauft werden.

Toyota und einige andere Hersteller haben es mit den Sicherheitstests nicht so genau genommen.(Bild:  Euro NCAP)
Toyota und einige andere Hersteller haben es mit den Sicherheitstests nicht so genau genommen.
(Bild: Euro NCAP)

Mehrere japanische Autobauer, darunter Toyota und Suzuki, sollen Zulassungen für einige Fahrzeugmodelle durch nicht ordnungsgemäße Sicherheitstests erhalten haben. Ähnliche Fälle wurden nach Angaben des japanischen Verkehrsministeriums auch bei Honda, Mazda und Yamaha festgestellt. Der Verkauf von drei in Japan produzierten Modellen werde vorerst gestoppt, teilte Toyota am Montag mit.

Toyota gab zu, Fahrzeugzulassungen für sieben Automodelle in unzulässiger Weise erhalten zu haben. Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, gebe es auch bei Emissionstests offene Fragen. Diese sollen bis Ende Juni geklärt werden. Bei Mazda gebe es ebenfalls Manipulationen: Laut dem Wirtschaftsmagazin hätten Mitarbeiter Daten der Motorsteuerung unrechtmäßig verändert. Außerdem sollen bei einigen Modellen Airbags in Crashtests von einer Zeitschaltuhr ausgelöst worden sein – und nicht von Sensoren und dem Steuergerät. Bei Honda habe man Daten zur Geräuschemission gefälscht.

Fehlende Daten aus Crashtests

Drei der sieben Toyota-Modelle sind aktuelle Serienautos: der Corolla Fielder, der Corolla Axio und der Yaris Cross. Der Hersteller hat jedoch in Japan den Verkauf vorerst gestoppt. Die übrigen betroffenen Modelle (Crown, Isis, Sienta und RX) werden nach Angaben des Unternehmens nicht mehr hergestellt. Es gehe je nach Modell um unzureichende Daten bei Fußgänger- und Insassenschutztests sowie Fehler bei Crashtests und anderen Testmethoden.

Nach internen Überprüfungen der betroffenen Fahrzeuge könne man jedoch bestätigen, dass keine Leistungsprobleme vorlägen. Die Autos dürften weiterhin genutzt werden. „Wir haben Autos in Massenproduktion hergestellt und verkauft, ohne den korrekten Zertifizierungsprozess einzuhalten“, sagte Toyota-Verwaltungsratsvorsitzender Akio Toyoda auf einer Pressekonferenz.

Lange Liste an Unregelmäßigkeiten

Der Fall ist ein erneuter Schlag für den Konzern in einer Reihe von Qualitätsskandalen. Im Januar hatte Toyota wegen Unregelmäßigkeiten bei Leistungstests für Motoren die Auslieferung einiger Dieselmodelle gestoppt. Davor hatte die Toyota-Tochter Daihatsu nach Sicherheitsmängeln die Auslieferung aller Fahrzeugmodelle ausgesetzt. Infolgedessen hatte das Verkehrsministerium Automobilhersteller und Zulieferer angewiesen, zu untersuchen, ob Zertifizierungen ordnungsgemäß erworben wurden.

Auch Mazda und Yamaha wurden vom Verkehrsministerium aufgefordert, die Auslieferung von zwei betroffenen Automodellen und einer Motorradklasse einzustellen. Die Manipulationen bei Honda und Suzuki betrafen nach Angaben der Unternehmen nur Auslaufmodelle.

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