Arbeitsschutz Vibrationen von Winkelschleifern um über 50% reduziert

Redakteur: Bernhard Kuttkat

Vibrationen von Winkelschleifern erschweren das Arbeiten, beeinträchtigen die Qualität und stellen im professionellen Einsatz eine Gefahr für die Gesundheit dar. Ingenieure der Schaeffler Gruppe Industrie haben deshalb ein Dämpfungssystem, Autobalancer genannt, entwickelt, das die Vibrationen von Winkelschleifern drastisch reduziert.

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Bei Winkelschleifern erzeugt die angetriebene rotierende Scheibe eine Unwucht, die zu unerwünschten Schwingungen führt. Diese Schwingungen dämpft ein so genannter Autobalancer, der als kompakte abgedichtete Einheit (Bild 1) auf die Antriebswelle des Winkelschleifers montiert ist.

Wie der Hersteller erläutert, wird der Autobalancer einfach auf die Welle aufgeschoben und ersetzt dort die Mitnahmescheibe. Der Hohlraum zwischen der massiv gefertigten Scheibe und der spanlos gefertigten Hülse ist teilweise mit Öl gefüllt.

Die darin befindlichen Kugeln können sich frei bewegen und erzeugen eine Gegenkraft zu der auftretenden Unwucht (Bild 2). Dazu ist eine enge Tolerierung der Welle nötig.

Die Entwicklung des Autobalancers wurde vom Anwendungstechnik-Team der Schaeffler KG in enger Abstimmung mit potenziellen Kunden durchgeführt, und als Erstausrüsteraustattung beispielsweise bereits in den USA von AEG Milwaukee (Teil der TTI- Unternehmensgruppe) übernommen, wird hervorgehoben (Bild 3).

Winkelschleifer mit weniger Vibrationen bringen bessere Qualität

Der Autobalancer reduziert die Schwingungen des Winkelschleifers laut Hersteller um über 50%. Das Arbeiten wird damit erheblich komfortabler.

Gleichzeitig steigert die einfachere Handhabung des Gerätes Produktivität und Qualität, heißt es weiter. Durch das Unterschreiten von Grenzwerten entfällt auch die möglicherweise notwendige Dokumentation der Nutzungszeiten des Arbeitsgerätes.

Die zulässigen Grenzwerte definiert die EU-Richtlinie 2002/44/EC für Elektrowerkzeuge, die europaweit in gesetzliche Vorschriften mündet. Sowohl die Stärke der Vibrationen als auch die Nutzungsdauer des Werkzeugs bestimmen demnach die tägliche Vibrationsbelastung.

EU-Richtlinie begrenzt Arbeiten mit vibrierenden Elektrowerkzeugen

Die Richtlinie schreibt fest, dass ein Elektrowerkzeug ab einem Vibrationswert von 2,5 m/s2 als kritisch eingestuft wird, sofern es über mehr als acht Stunden hinweg im Dauerbetrieb eingesetzt wird. Die Risiken müssen dann genauer bewertet, die Arbeitnehmer informiert werden. Wird der Grenzwert von 5 m/s2 überschritten, muss die Arbeitszeit mit dem Gerät reduziert werden.

Dies erfordert eine nachvollziehbare Dokumentation der Einsatzzeiten. Die Arbeitgeber sind verpflichtet, die Vibrationsbelastung ihrer Mitarbeiter einzuschätzen und bei Überschreitung der Grenzwerte diese zu verringern.

Die gesundheitlichen Gefahren, die sich aus einer ständigen Vibrationsbelastung ergeben sind nicht zu unterschätzen und können bis zur Arbeitsunfähigkeit des Mitarbeiters führen. Der Autobalancer leistet damit nach Einschätzung des Herstellers einen entscheidenden Beitrag zu mehr Sicherheit und verbessertem Gesundheitsschutz. Zudem erhöht der Autobalancer die Produktivität und reduziert den Schleifscheibenabrieb.

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