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Dazu setzt der Werker an der Zelle den Kompressor in eine Haltevorrichtung ein. Diese Vorrichtung ist auf einer Längsverfahrachse montiert, die dann in die Prüfzelle einfährt. Diese Transferachse wiederum ist auf einer Drehachse montiert. Während die Transferachse lediglich zum Ein- und Ausfahren des Werkstückes dient, übernimmt die Drehachse Positionierfunktionen über 360°. Der Trick in der Zelle ist der sehr schnelle Deltaroboter, der als einziger Roboter seiner Klasse über ein dreiachsiges Handgelenk verfügt und damit insgesamt sechs Freiheitsgrade hat. Dabei ist der Roboter keineswegs ausgelastet. Er fährt allenfalls mit 40 % seiner Maximalgeschwindigkeit. Das ist völlig ausreichend und lässt noch Spielraum für Änderungen.
Die Kamera ist direkt in die Robotersteuerung integriert
Mit der Regelung der insgesamt acht Achsen hat die Fanuc-Steuerung kein Problem. Müller: „Ganz entscheidend für uns ist, dass die Kamera direkt in die Robotersteuerung integriert ist.“ Dieser Punkt sei auch ausschlaggebend für die Wahl des Fanuc-Systems gewesen.
Zur Programmierung eines bestimmten Merkmales wird ein entsprechendes Referenzbild hinterlegt. Die Kamera wird dann vom Roboter an die jeweilige Stelle gefahren. Derzeit ist die Anlage so programmiert, dass der Roboter bei jedem festgestellten n.i.O.-Merkmal anhält und ein Signal gibt. Der die Zelle betreuende Bediener kann dann entweder nacharbeiten oder nach visueller Prüfung den Prozess wieder freigeben. Richtig tricky ist beispielsweise der korrekte Sitz von Dämpfungsfedern. Diese Federn werden bei der automatisierten Montage lose aus einer Kiste entnommen. Zwei möglicherweise miteinander verhakte Federn erkennt die Kamera anhand vorgegebener Weißanteile des i.O.-Bildes ebenso wie den korrekten Sitz generell.
Online kann auf die Anlage zugegriffen werden
Für Müller ist es ein Vorteil, die Kamera direkt über das iPendant aus der Robotersteuerung heraus einlernen und justieren zu können. Und so ganz nebenbei erklärt er, wie er dem Unternehmen eine Menge Reisekosten erspart. Denn eine neue Einstellung oder das Nachjustieren eines Merkmales nimmt er vom Büro aus über einen Webserver vor: „Von meinem Rechner aus kann ich bei Bedarf Bilder nacharbeiten – selbstverständlich immer und ganz sicher in Abstimmung und nach Freischaltung durch den Kunden.“
Online kann direkt auf die Anlage zugegriffen werden. So lässt sich die Anlage Schritt für Schritt fahren und bei Bedarf ein Merkmal neu justieren. Dabei kann der Kunde im Online-Betrieb jeden Schritt verfolgen. Diese Lösung habe schon oft geholfen und sei zudem auch noch viel schneller als ein persönlicher Einsatz vor Ort.
Bei mbu ist man von dieser Lösung überzeugt. Zukünftig, so heißt es, werden Kunden vermehrt auf solche hochflexible Lösungen zurückgreifen. Denn die Produktqualität wird auch über die Prozessqualität gesteuert. Das werde in Zukunft verstärkt von den Kunden gefordert. Statistische Aussagen über Fehlerhäufigkeit und deren Verteilung sind mit diesem System jederzeit möglich. MM
* Bernhard Foitzik ist Inhaber eines Redaktionsbüros in 67434 Neustadt/Weinstraße
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