Korrosionsschutz Vor- und Nachbehandlung beeinflusst Qualität von Chemisch-Nickel-Schichten
Beim Korrosions- und Verschleißschutz für metallische Werkstoffe haben Chemisch-Nickel-Schichten Vorteile im Vergleich zu galvanischen Schichten. Oft eingesetzt für die Oberflächenbehandlung von Rohren und Ventilen, sind sie auch eine Alternative zu Hartchrom. Voraussetzung für hochwertige Chemisch-Nickel-Schichten sind aber die sorgfältige Vor- und Nachbehandlung, die oft unterschätzt werden.
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Rohrstücke für die Verfahrenstechnik, Ventile für die Fluidtechnik oder Gehäusekappen für den Maschinenbau – das sind nur einige Beispiele für Teile, die bei MVL in Lampertheim hochwertige Chemisch-Nickel-Schichten erhalten. Dabei legt das Unternehmen großen Wert auf das Attribut „hochwertig“.
Denn Chemisch-Nickel ist nicht gleich Chemisch-Nickel. Um qualitativ überzeugende Chemisch-Nickel-Beschichtungen zu erzielen, bedarf es einer sorgfältigen Vorbehandlung der Oberfläche und einer anspruchsvollen Nachbehandlung der Schicht.
Chemisch-Nickel-Schichten enthalten Phosphor und dienen vor allem als Korrosions- und Verschleißschutz. Im Gegensatz zum galvanischen Vernickeln erfolgt das Beschichten der Werkstücke in einem 88 °C heißen Tauchbad. Auf diese Weise werden sehr homogene, konturentreue sowie poren- und rissfreie Beschichtungen mit Dicken von 2 bis 100 μm erzielt.
Chemisch-Nickel-Schichten auch auf Innenflächen von Hohlteilen
Und weil sich – anders als beim Galvanisieren – kein Faraday´scher Käfig bildet, lassen sich auch auf den Innenflächen von Hohlteilen gleichmäßige und formtreue Schichten erzeugen. Das ist ein großer Vorteil bei der Veredlung von Bohrungen und geometrisch komplexen Bauteilen.
Außerdem lassen sich die funktionellen Schichteigenschaften durch den Abscheidegrad des Phosphors steuern: Je höher der Phosphoranteil, desto besser ist der Korrosionsschutz; je weniger Phosphor, desto besser ist der Verschleißschutz.
Vorbehandlung hat Einfluss auf die Haftfestigkeit der Chemisch-Nickel-Schichten
Die richtige Einstellung des Phosphorgehalts erfordert jedoch viel Fingerspitzengefühl und gehört in Expertenhände. MVL in Lampertheim realisiert Chemisch-Nickel-Beschichtungen mit einem hohen Phosphoranteil (9 bis 12%) und erreicht damit sowohl beim Korrosionsschutz als auch bei der Verschleißfestigkeit kontinuierlich hohe Werte.
Besonderes Augenmerk gilt dabei der sorgfältigen Vor- und Nachbehandlung. Und das hat gute Gründe: Während die Vorbearbeitung des Grundwerkstoffs großen Einfluss auf die Haftfestigkeit und Optik der Schicht hat, kann aufgrund einer nachgeschalteten Wärmebehandlung zusätzlich zur Haftfestigkeit auch die Härte – und damit die Verschleißfestigkeit – der Beschichtung optimiert werden. Dadurch lässt sich eine Härte bis zu 1000 HV erzielen, die den behandelten Bauteilen eine ausgezeichnete Beständigkeit gegen abrasive Medien verleiht.
Stahl- und Aluminiumteile mit Chemisch-Nickel beschichtet
Bei MVL werden die Schichten cadmium- und bei Bedarf auch bleifrei – also RoHS-konform – abgeschieden. Sie sind anlaufbeständig, haben eine gute chemische Beständigkeit und Vorteile beim Gleitverhalten.
Die hohe Verschleißfestigkeit – basierend auf der extremen Härte – geht einher mit einer guten Schmierfähigkeit. Und wichtig für Elektronik-Bauteile: Chemisch-Nickel-Überzüge sind lötbar und haben eine markante Sperrschichtfunktion.
Bei MVL sind es vor allem Stahl- und Aluminiumteile, die hochwertige und halbglänzende Chemisch-Nickel-Überzüge erhalten. Vielfach handelt es sich dabei um Großserien für den Maschinenbau und die Verfahrenstechnik.
In wachsendem Maße lassen inzwischen auch Hersteller und Zulieferer aus der Medizin- und Messtechnik im Werk Lampertheim veredeln. Und weil hochphosphorhaltige Chemisch-Nickel-Schichten lebensmittelecht sind, eignen sie sich zudem für Bauteile, die im direkten Kontakt mit Nahrungsmitteln stehen.
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