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Dichtespezifische Steifigkeit wie bei Duroplast-Sandwichstruktur
Sandwichstrukturen mit thermoplastisch bindenden Deckschichten stehen in direkter Konkurrenz zu den etablierten, duroplastischen Sandwichstrukturen, bei denen die Decklagen aus Glasfaservliesen und dem Matrixwerkstoff Epoxidharz oder Polyurethan hergestellt werden. Im Vergleich zu einem serienmäßigen Polyurethan-Sandwichbauteil mit Papierwabe als Kern sowie einer Glasmatte (225 g/m2) als Deckschicht mit einer Verbunddichte von 0,36 g/cm3 lassen sich durch Einsatz von Glasfaser/PP-Deckschichten mit oder ohne Carbonfaseranteil in Abhängigkeit von der Flächenmasse der Deckschicht 35 bis 55 % an Gewicht einsparen.
Das Gleiche gilt für Papierwabenkern-Sandwichstrukturen mit Flachsfaser/PP-Deckvliesen. Die dichtespezifische Steifigkeit der thermoplastisch gebundenen Sandwichverbunde ist mit der von duroplastisch gebundenen Systemen vergleichbar.
Fehlerfreie Laderaumabdeckung auf Industriepressen hergestellt
In praxisnahen Versuchen wurde auf industriellen Pressen des Projektpartners Formenbau und Kunststofftechnik Koller GmbH, Dietfurt, die Prozesstauglichkeit und -stabilität sowie die Produktqualität der im Formpressverfahren hergestellten Sandwichelemente überprüft. Dazu wurde im One-Shot-Verfahren eine Pkw-Laderaumabdeckung hergestellt. Als Sandwichmaterial kam ein Verbund aus Papierwabenkern, Deckvliesen und Oberflächendekor (Polyestervlies) zur Anwendung. Das Deckvlies bestand aus Glas- und Polypropylenfasern.
Die Umformung des Sandwichaufbaus war unproblematisch. Während des Prozesses traten keine Wabenbrüche auf. Die Kanten waren nicht porös. Alle Sandwichbauteile hatten eine gute Eigensteifigkeit, eine gute Maßhaltigkeit und zeigten keinen Bauteilverzug. Die Dekoroberflächen der Bauteile waren fehlerfrei. Die Versuche zur Überprüfung der Prozesstauglichkeit und -stabilität auf industriellen Pressen sowie der damit produzierten Qualität verliefen erfolgreich.
* Dr. Renate Lützkendorf ist Leiterin der Abteilung Textil- und Werkstoff-Forschung des Thüringischen Institutes für Textil- und Kunststoff-Forschung e. V. (TITK) in Rudolstadt. Dipl.-Chem. Carmen Knobelsdorf ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der gleichen Abteilung am TITK. Max Koller ist Geschäftsführer der Formenbau und Kunststofftechnik Koller GmbH in Dietfurt.
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