Läuft schleppend! Wacker Chemie erwartet ein weiteres schwieriges Jahr

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der Chemiekonzern Wacker Chemie musste in 2023 einen Gewinneinbruch verkraften. Auch für dieses Jahr sehen die Aussichten nicht so rosig aus, wie die dpa erfahren hat.

Vor über 20 Jahren hat Wacker Chemie die Produktion von Polysilizium aufgenommen, das etwa für Solarzellen benötigt wird. Doch im letzten Jahr sanken die Gewinne. Dennoch setzt der Konzern auf den Standort Deutschland. Doch die Politik muss dabei Schützenhilfe leisten.(Bild:  Wacker Chemie)
Vor über 20 Jahren hat Wacker Chemie die Produktion von Polysilizium aufgenommen, das etwa für Solarzellen benötigt wird. Doch im letzten Jahr sanken die Gewinne. Dennoch setzt der Konzern auf den Standort Deutschland. Doch die Politik muss dabei Schützenhilfe leisten.
(Bild: Wacker Chemie)

Der Wacker-Vorstandschef Christian Hartel und der Finanzvorstand Tobias Ohler stellten gestern in München 6 bis 6,5 Milliarden Euro Umsatz in Aussicht. Im letzten Jahr waren es 6,4 Milliarden. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll zwischen 600 und 800 Millionen Euro zum Liegen kommen und werde damit niedriger sein als die 824 Millionen in 2023.

Wacker-Chef befürchtet fortschreitende Deindustrialisierung

Wacker stellt unter anderem Polysilizium her, das für Solarzellen und generell für die Halbleiterindustrie ein wichtiger Werkstoff ist, wie es weiter heißt. Der Chemieindustrie steht nach Einschätzung Hartels insbesondere in Deutschland ein weiteres schwieriges Jahr bevor. Die Chemieproduktion in Europa werde voraussichtlich nur um ein Prozent steigen, in Deutschland aber um ein Prozent sinken. In Deutschland sind die Energiepreise außerdem immer noch doppelt so hoch wie in China oder den USA, wie Hartel anmerkt. Seiner Meinung nach schreitet deshalb die Deindustrialisierung in Deutschland weiter voran.

Wacker Chemie bleibt Standort Deutschland treu

Im vergangenen Jahr war der Umsatz des Unternehmens um 22 Prozent gesunken. Der Nettogewinn ist dabei sogar um 45 Prozent auf 330 Millionen Euro geschrumpft. Allerdings war 2022 auch ein außergewöhnlich gutes Jahr für Wacker Chemie, wie man erwähnen muss. Das Unternehmen will Deutschland aber nicht den Rücken kehren. Etwa die Hälfte der geplanten jährlichen 700 Millionen Euro will das Unternehmen nach Aussage von Ohler in Deutschland investieren. Hartel forderte jedoch angesichts der Problematik von der deutschen Politik sowohl eine vorübergehende Subventionierung des Strompreises als auch einen von allen Parteien getragenen Masterplan zur Sicherung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit. Ein Brückenstrompreis von etwa 4 Cent pro Kilowattstunde wäre deshalb keine Dauersubvention, sondern ein strategisches Investment für Deutschland.

Solartechnik und E-Mobilität könnten Wacker voranbringen

Was die Zukunft des eigenen Unternehmens betrifft, so machte der Wacker-Chef seinen Optimismus deutlich. Bis 2030 soll demnach der Umsatz auf über 10 Milliarden Euro im Jahr steigen. Vom Stand heute aus gesehen, sei er absolut überzeugt davon, dass man das gesteckte Ziel erreiche. Die Grundlage ist unter anderem die Annahme, dass die Solarindustrie und die Elektroautohersteller ihre Produktion in den nächsten Jahren stark ausweiten werden, weshalb dann auch mehr Polysilizium gebraucht wird.

(ID:49961201)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung