Wellenbearbeitung Wälzfräsmaschine für Wellen bis 300 mm Durchmesser

Autor / Redakteur: Heiko Hoyer / Peter Königsreuther

Die Region Chemnitz ist seit über 100 Jahren als renommierter Maschinenbau-Standort bekannt. MHD Werkzeugmaschinen gehört dazu und beweist das diesmal mit einer neuen horizontalen Wälzfräsmaschine.

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Vertikale Wälzfräsmaschinen sind nur bedingt zum Verzahnen von langen Wellen geeignet. Deshalb bietet MHD Werkzeug­maschinen die horizontale Wälzfräsmaschine FMZ 300H × 800 an. Hier ein Blick in den Bearbeitungsbereich mit eingespanntem Minimalwerkstück.
Vertikale Wälzfräsmaschinen sind nur bedingt zum Verzahnen von langen Wellen geeignet. Deshalb bietet MHD Werkzeug­maschinen die horizontale Wälzfräsmaschine FMZ 300H × 800 an. Hier ein Blick in den Bearbeitungsbereich mit eingespanntem Minimalwerkstück.
(Bild: MHD)

Die MHD Werkzeugmaschinen GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen mit Sitz nahe Chemnitz. Über 30 Jahre Erfahrung rund um Verzahnungsmaschinen sind im Unternehmen konzentriert. Hier werden neue Wälzfräs- und Wälzstoßmaschinen gebaut. Die erfahrenen Fachleute führen weiterhin auch Retrofits an Verzahnungsmaschinen aller bekannten Hersteller durch.

Maschinen sind schnell rüstbar

Vertikale Wälzfräsmaschinen sind nur bedingt zum Verzahnen von langen Wellen geeignet. Meist begrenzt der unzureichende Axialweg des vertikalen Werkzeugschlittens die Bearbeitung dieser Teile. Auch befinden sich die Verzahnungen oft ausschließlich am Wellenende. Wegen der zu kurzen axialen Verfahrwege bei Vertikalmaschinen muss häufig auf größer dimensionierte Maschinen ausgewichen werden. Die Herstellung dieser Werkstücke erweist sich dadurch aber schnell als unwirtschaftlich. Deshalb empfehlen wir dafür die neue horizontale Wälzfräsmaschine des Modells FMZ 300H × 800.

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Sie hat ein sehr robustes Maschinenbett mit gehärteten und geschliffenen Flachführungen. Die horizontale Werkstückspindel nimmt Teile bis 700 kg und einem Höchstdurchmesser von 300 mm auf. Derzeit können Wellenteile bis 1250 mm Länge bearbeitet werden, die Maschine ist aber beliebig erweiterbar und so auch für längere Wellenteile geeignet.

Schnell durchführbare Werkzeugwechsel

Die FMZ 300H arbeitet mit einem neuen, leistungsstarken Motorfräskopf der Baugröße 3 mit Direktantrieb. Dieses Fräskopfmodell gibt es in zwei Drehzahlbereichen. Anwender können dabei zwischen verstärkter Kraftübertragung für hohe Fräsvorschübe oder hohen Drehzahlen für Fräser aus Hartmetall oder MC 90 wählen. Genügend Flexibilität bei der Werkzeugwahl bietet der Fräskopf durch seinen langen Tangentialweg und seine große Fräsermulde. Werkzeugwechsel sind per hydraulischer Dornspannung und einem abnehmbaren, großen Gegenlager schnell durchführbar. Die zeitraubende Positionierung der Fräswerkzeuge auf den Fräsdornen kann hauptzeitparallel erfolgen. So fällt diese Rüstarbeit zeitlich nicht mehr ins Gewicht.

Zum Rüsten wird das Gegenlager mit wenigen Handgriffen ganz vom Fräskopf abgenommen. Dann wird ein neuer Fräsdorn mit Wälzfräser in die Hauptspindel eingesetzt und der Fräsdorn in der Hauptspindel gespannt sowie das Gegenlager als Arretierung für den Fräsdorn wieder über die hydraulische Spannmutter geschoben. Die Frässpindeln können übrigens für alle handelsüblichen Fräsdornaufnahmen ausgelegt werden. Die Werkstückspannung erfolgt hydraulisch per Fußpedal.

Portallader steigert Produktivität

Die Maschine kann gerade und schräge zylindrische Verzahnungen, aber auch ballige und kegelige Typen fräsen. Sonderprogramme (etwa für Mehrfachverzahnungen auf einem Werkstück oder mehrere Fräser auf einem Fräsdorn) sind lieferbar. Automatisierbar ist alles per Portallader.

Das modulare Konzept der FMZ 300H gestattet es, sie auch als Rotoren- oder Schneckenfräse anzubieten. Dazu gibt es zwei weitere Werkzeugköpfe mit kräftigen Direktantrieben. Rotoren und Schnecken bis Durchmesser 300 mm sind dann mit der Maschine herstellbar. Alle Fräsköpfe sind für Hartmetall-Werkzeuge geeignet.

Digitalisierung ist kein Thema

Es gibt eine übersichtliche Bedienoberfläche mit großem Touchscreen. Der Bediendialog ist in Ebenen gegliedert, die über horizontale und vertikale Softkeys angewählt werden. Pro Ebene werden maximal zwei Bildschirme aufgerufen, wobei sich die Dateneingabe auf wenige, für Werkzeug, Werkstück und Bearbeitung nötige Werte beschränkt. Bediener finden sich schnell zurecht und können bereits nach wenigen Tagen sicher mit der Maschine umgehen. Die Menüführung lässt auch die Parallelprogrammierung zu, also das Einpflegen neuer Werkstückdaten und Bearbeitungsparameter im laufenden Arbeitszyklus.

Die Bedienoberfläche ist erweiterbar, zum Beispiel durch die Zusatzfunktion „Einmitten in vorgefertigte Verzahnungen“. Es können auch diverse Schnittstellen implementiert werden, wodurch sie den neuesten Digitalisierungsstandards im Hinblick auf Industrie 4.0 entspricht. MM

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