Wasserdicht
Elektrogehäuse aus Edelstahl müssen auch den Angriffen von Hochdruckreinigern widerstehen. In der Chemie-, Pharma- und Lebensmitteltechnik werden höchste Anforderungen an die Hygiene gestellt....
Anbieter zum Thema
Elektrogehäuse aus Edelstahl müssen auch den Angriffen von Hochdruckreinigern widerstehenIn der Chemie-, Pharma- und Lebensmitteltechnik werden höchste Anforderungen an die Hygiene gestellt. Produktionsanlagen müssen immer wieder gereinigt werden. Deshalb kommen nur Komponenten zum Einsatz, die aus hochwertigem Material - meist Edelstahl - gefertigt sind. Denn die regelmäßigen Reinigungen der Anlagen sollen und dürfen nicht zu Korrosion und Oberflächenveränderungen führen. In Kooperation mit einem Gehäusehersteller bietet der Kabelführungsspezialist Pflitsch ein Gehäusesystem plus Kabelverschraubung an, das mit IP 69K die höchste Stufe der Dichtheit erreicht: Selbst bei Hochdruckreinigung bleibt es innen trocken.Elektrogehäuse schützen eingebaute elektronische und elektrotechnische Komponenten vor Berührung und Verschmutzung. Gerade die moderne Automatisierung mit ihrer dezentralen Prozess-Intelligenz sorgt dafür, dass kompakte Gehäuse gefragt sind, in denen. Feldbuskomponenten direkt an der Maschine installiert werden. In Anlagen für die Chemie-, Lebensmittel- und Pharma-Industrie unterliegen solche Gehäuse besonders hohen Anforderungen: Sie müssen absolut korrosionsfest sein und werden daher aus hochwertigem Edelstahl gefertigt. Ihre Außenhaut muss so glattflächig ausgelegt sein, dass sich keine Schmutzecken bilden können. Außerdem steht die Reinigungsfreundlichkeit im Vordergrund, weil diese Anlagen oft per Wasserstrahl oder Reinigungsmitteln gesäubert werden; meist mit Hochdruckreinigern.Auf die dadurch hohe Belastung muss ein Gehäusesystem abgestimmt sein, will es bei den Reinigungsprozeduren die eingebaute Elektronik sicher trocken halten. Absolute Dichtheit ist somit gefordert. In einer sinnvollen Kooperation mit einem Gehäusehersteller bringt der Kabelführungsspezialist Pflitsch jetzt ein Edelstahlgehäuse auf den Markt, das mit Kabelverschraubungen diesen hohen Anforderungen entspricht. Das System hat in Praxistests seine Dichtheit unter Beweis gestellt: Ein Seriengehäuse erreichte die Schutzart IP 69K! Zum Vergleich: Die Schutzart herkömmlicher Gehäuse gegen Strahlwasser beträgt IP 66. Für die Praxis bedeutet dies: Das neue System kann risikofrei per Hochdruckreiniger gesäubert werden. Die Einbauten im Gehäuse bleiben auf jeden Fall trocken. Dadurch erweitern sich natürlich die Möglichkeiten der Anlagenbauer, die bisher empfindliche Komponenten weit entfernt von der Produktionsmaschine außerhalb der Reinigungszonen platzieren mussten.Schutzart IP 66 reicht oft nicht ausDer Grad des Widerstandes eines Gehäuses gegen das Eindringen von Feuchtigkeit und Feststoffen wird nach DIN VDE 0470 und DIN VDE 40050 in Schutzarten klassifiziert. Die höchste Schutzart gegen Strahlwasserbelastung ist darin festgelegt als IP X6 beziehungsweise IP 66. Dabei wird ein Wasserstrahl von 1 bar als Belastung aufgebracht. Weil aber die in der Industrie verwendeten Hochdruckreiniger mit mindestens 100 bar arbeiten, reicht IP 66 längst nicht mehr aus.Marktübliche Abdichtungen von Gehäusedeckel zu Korpus sind als so genannte Messerkanten-Dichtung ausgelegt. Eine eingeklebte Deckeldichtung drückt dabei auf die Gehäusezarge. Um ein Maximum an Dichtheit zu erreichen, ist eine gleichmäßige Flächenpressung nötig. Der Hersteller muss deshalb seine Fertigungs- und Maßtoleranzen bei Gehäuse und Dichtung im Griff haben. Außerdem sind wechselnde Druckbelastungen der Dichtung, hervorgerufen durch Maschinen-Schwingungen, konstruktiv zu vermeiden.Bleibt das Problem des Spaltes zwischen Deckel und Korpus. Denn ein Wasserstrahl kann diese 2 bis 4 mm große Öffnung rund um die Gehäusefront nahezu ungehindert passieren und den empfindlichen Dichtungsbereich belasten. Hier ist die kritische Stelle im Dichtkonzept eines Gehäuses zu sehen. Deshalb wurden die neuen Edelstahlgehäuse konstruktiv so ausgelegt, dass sie mit einem minimierten Spaltmaß zwischen Deckel und Korpus gefertigt werden können. In der Serie wird dies realisiert durch eine gleich bleibend exakte Fertigung in Kombination mit einer 100%-Qualitätskontrolle. Die zweite Maßnahme ist eine spezielle Ausbildung der Zarge: Sollte doch einmal Strahlwasser in den Dichtbereich gelangen, sorgt hier eine Abrisskante dafür, dass es von der Dichtung sicher ferngehalten wird. Diese wird zwar noch feucht, aber das Wasser hat keine Energie mehr, um die Dichtung ernsthaft zu belasten und ins Gehäuse einzudringen. Drittens sorgt eine Multifunktionsmutter dafür, dass der Deckel beim Aufschrauben und im Betrieb sicher in einer definierten Position gehalten wird. Der Deckel ist also kein separat schwingendes Teil, das auf einer elastischen Dichtung aufliegt, sondern fest zum Korpus fixiert.Ein VDE-Testat und praxisnahe Feldtests belegen das Ergebnis: Das Edelstahlgehäuse erreicht die Schutzart IP 69K bei einer einminütigen Beaufschlagung mit Wasser von 100 bar Druck und +80 °C Temperatur. Derzeit laufen Versuche, inwieweit das so konstruierte Gehäuse gleichzeitig auch EMV- und Ex-tauglich ist.Elektronik, Klemmen oder Buskomponenten in einem Gehäuse werden in der Regel über verschiedene Leitungen für Energie und Signale mit der Außenwelt verbunden. In den notwendigen Gehäusebohrungen sind dazu entsprechende Kabelverschraubungen montiert, die das durchgeführte Kabel sicher abdichten. Das Uni-Dicht-Programm lässt sich aufgrund eines umfangreichen Systembaukastens flexibel an die jeweiligen Anforderungen anpassen: Je nach den verwendeten Kabelquerschnitten, den auftretenden Betriebstemperaturen und Umgebungsbedingungen werden die Verschraubungskörper und Dichteinsätze einfach kombiniert (Bild 1 ). Eine weitere Besonderheit ist die gute Abdichtung des Kabels innerhalb des Dichteinsatzes: Dieser schmiegt sich beim Anziehen der Druckschraube radial und axial an den Kabelmantel, wodurch sich eine schonende und sichere Abdichtung ergibt inklusive erhöhter Zugentlastung.Die beiden Standardgehäuse von 150 mm X 150 mm X 80 mm und 200 mm X 300 mm X 80 mm verfügen an einer Seite über definierte Ausbrüche, die mit Kabelverschraubungen bestückt sind. Deren Baukastensystem bietet eine große Vielfalt und Kombinationsmöglichkeiten an Werkstoff, Funktion und Anwendung inklusiv EMV- und Ex-Lösungen, die nach ATEX 100a zertifiziert sind. Das kleinere Gehäuse hat zwei M32-, das große drei M32- und eine M40-Bohrung, die mit den gewünschten Kabelverschraubungen versehen sind. Durch die Bauformen ,,Reduziert" und ,,Erweitert" lassen sich in der gleichen Standardbohrung auch Kabelquerschnitte verwenden, die kleiner oder größer sind. Mit dem Uni-Mehrfach-Dichteinsatz lassen sich mehrere dünne Kabel, beispielsweise Bus-Leitungen, sicher durch eine Kabelverschraubung führen. Selbst Dichteinsätze für Asi-Bus- oder Flachkabel sind verfügbar (Bild 2). Ungenutzte Bohrungen kann der Anwender sicher mit Blindstopfen verschließen.