Weihnachtsstress im August Die Lebkuchenbäcker treten wieder aufs Gaspedal

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Es ist zwar noch einige Zeit hin, bis Weihnachten wirklich akut wird. Aber die Versorgung mit festlichen Backwaren läuft bereits auf Hochtouren ...

Ist denn schon wieder Weihnachten, fragte einst der „Kaiser Franz“ die Fernsehzuschauer. Das ist es zwar noch lange nicht, doch die Öfen der Lebkuchenproduzenten in Deutschland sorgen bereits für Nachschub aller Art. Hier ein Schnappschuss von Lebkuchen Schmidt in Nürnberg ...(Bild:  Lebkuchen Schmidt)
Ist denn schon wieder Weihnachten, fragte einst der „Kaiser Franz“ die Fernsehzuschauer. Das ist es zwar noch lange nicht, doch die Öfen der Lebkuchenproduzenten in Deutschland sorgen bereits für Nachschub aller Art. Hier ein Schnappschuss von Lebkuchen Schmidt in Nürnberg ...
(Bild: Lebkuchen Schmidt)

Schon einige Monate vor Beginn der Adventszeit läuft die Produktion von Lebkuchen und anderen Weihnachtsspezialitäten unter Hochdruck an. Bei Lebkuchen Schmidt in Nürnberg etwa arbeiten die Backstraßen bereits an sechs Tagen in der Woche rund um die Uhr. Damit stehen am Ende genug Leckereien, die, zum Erstaunen vieler Kunden, die noch den Sommerurlaub vor sich haben, ja bei einigen Geschäften schon in den Regalen liegen, zur Weihnachts-Hochphase bereit. Aber auch in den Werken der Aachener Lambertz-Gruppe herrscht von Juni bis August Hochbetrieb, wie man erfahren darf. Gut 81.000 Tonnen Lebkuchen, Honigkuchen und ähnliche Gebäcke haben die 75 deutschen Hersteller laut dem Statistischen Bundesamt im vergangenen Jahr produziert. Und 2023 waren es aber noch 86.800 Tonnen. Gut 25 Prozent der Weihnachtsspezialitäten werden nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie aber auch in andere Länder exportiert.

Erster Hauch aus der besinnlichen Jahreszeit

Eine wichtige Rolle spiele dabei die Region Osteuropa. Denn dort isst man quasi das ganze Jahr über Lebkuchen, erläutert Lambertz-Inhaber Hermann Bühlbecker. Der wichtigste Absatzmarkt ist aber nach wie vor Deutschland, gefolgt von den europäischen Nachbarländer, in denen Lebkuchen, Stollen, Printen & Co. hauptsächlich im November und Dezember gekauft werden, heißt es weiter. Und auch Lebkuchen Schmidt macht nach eigenen Angaben seinen Hauptumsatz erst in den letzten drei Monaten des Jahres. Doch wieso sind die weihnachtlichen Köstlichkeiten dann oft schon ab August in den Supermarktregalen zu finden? Die Erklärung: Laut dem Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels ist das seit Jahren üblich, weil einfach die Nachfrage schon vorhanden ist. Und mit dem Ende der Urlaubszeit wachse die Vorfreude auf die ruhigere Winterzeit, was das Verlangen befeuere. Die Erfahrungen zeigt demnach, dass im September und Oktober ähnlich viel davon verkauft werden wie in den darauf folgenden Monaten.

Deutsche bleiben dem klassischen Lebkuchen treu

Ob Verbraucher bereits viele Wochen vor Weihnachten großen Appetit auf die traditionellen Leckereien haben, hängt, wie Konsumforscher herausgefunden haben, auch stark vom Wetter ab. Klingt auch nachvollziehbar, dass der Kunde eher bei trübem Septemberwetter zur Lebkuchenpackung greift als bei 30 Grad im Schatten und knallblauem Himmel. Bei Neuheiten und Trends sind die Deutschen bei Weihnachtsspezialitäten allerdings wenig experimentierfreudig, wie man weiß. Hierzulande erwarteten demnach die Leckermäuler meist klassische und traditionelle Produkte. Erhebliche Modifikationen an der Produkt-Charakteristik und gar an den Rezepturen werden deshalb mehrheitlich abgelehnt, so das Fazit. Generell gebe es aber eine sich verstärkende Nachfrage nach Bioprodukten und nach veganen Weihnachtsfressalien. Doch, so die Entscheider von Lebkuchen Schmidt aus Nürnberg sind bei neuen Trends eher vorsichtig, heißt es. Nicht zuletzt dauere die Entwicklung eines neuartigen Lebkuchens durchaus mal zwei Jahre. Völlig auf Ablehnung stoßen Ideen, wie der Zusatz von Chili oder Dubai-Schokolade, schon weil so etwas einfach nicht in einen Lebkuchen mit seinem charakteristischen Geschmack passt, heißt es abschließend.

Übrigens heißt diese Art von Backwaren bei den Experten aus dem Einzelhandel nicht umsonst auch „Herbstgebäck“, wie die Redaktion kürzlich erfahren hat.

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