Staplerreifen Welche Staplerreifen sich für welchen Einsatz eignen
Die Bedürfnisse und Anforderungen bei der Nutzung von Industriereifen sind sehr unterschiedlich – insbesondere hinsichtlich Stabilität, Fahrgeschwindigkeiten und Bodenbeschaffenheit. Welcher Reifen sich am besten für welchen Einsatz eignet, erklärt der folgende Beitrag.
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Stapler und Transportfahrzeuge im industriellen Einsatz haben eine große Bandbreite an Einsatzbedingungen: Unter schwerer Last sind sie nicht nur auf ebenen Hallenböden, sondern oft auch auf unbefestigtem Untergrund unterwegs. Ihre Geschwindigkeiten variieren zwischen 6 und 50 km/h. Daher sind Reifen für Industriefahrzeuge in einer großen Vielfalt erhältlich, für die richtige Wahl sind der Anwendungsbereich und das Anforderungsprofil ausschlaggebend.
Vor der Anschaffung muss insbesondere geprüft werden, für welchen Einsatz und welches Fahrzeug die Reifen auf welchem Untergrund verwendet werden sollen. Je nach Beschaffenheit des Bodens – unbefestigt, befestigt, gemischt oder glatt – oder je nach Aufgabe – Heben bis 3,5 m Höhe, bis 5 m oder über 5 m hinaus – ist das eine oder andere Produkt besser geeignet und wirtschaftlicher.
Continental hat alle Industriereifen nach den relevanten Kriterien der speziellen Aufgaben in Kerneigenschaften und Kundennutzen beschrieben. So lässt sich schnell und zuverlässig eine engere Auswahl des infrage kommenden Produktes treffen.
Stapler sind sehr häufig mit Vollreifen bestückt. Vor allem bei großen Hubhöhen verleihen Superelastik-Vollreifen (SE) dem Stapler eine ausgezeichnete Stabilität aufgrund ihrer geringen Einfederung. Schon ein geringes Einfedern des Reifens kann beim Einstapeln in großen Höhen an der Gabel Richtungsungenauigkeiten verursachen, die das Einlagern von Paletten oder das genaue Stapeln erschweren oder gar unmöglich machen und die Arbeitssicherheit gefährden.
Stapler in Logistikzentren meist mit Vollreifen ausgestattet
In Logistikzentren sind daher Vollreifen die bevorzugte Wahl. Ihre weiteren Eigenschaften überzeugen auch bei Einsätzen auf Flug- und Seehäfen, in Werften, Hüttenwerken und in der industriellen Produktion: Sie haben nicht nur eine hohe Tragfähigkeit, sondern sind auch resistent gegen Anprall- und Schnittverletzungen. Und sie können an Fahrzeugen mit einer Geschwindigkeit von maximal 25 km/h verwendet werden.
Besonders aber die Wartungsfreiheit und die Unempfindlichkeit gegenüber Verletzungen seien für viele Verbraucher wichtige Kaufkriterien für Vollreifen, erläutert Wilhelm M. Wendel, Marketingleiter für Industriereifen von Continental.
Die Montage eines SE-Vollreifens ist mit dem von Conti entwickelten SIT-System relativ problemlos. Auf Verschlussringe kann dabei verzichtet werden, jedoch ist eine Montagepresse erforderlich. Eine wesentliche Montage-Erleichterung bringt auch das Komplettrad-System CSEasy: Im Vergleich zu konventionellen Vollreifen wird noch nicht einmal eine Montagepresse benötigt. Es reicht ein einfacher Drehmomentschlüssel, um den benötigten Ersatzreifen schnell und sicher zu montieren. Darüber hinaus besticht der CSEasy SC 20 mit bis zu 40% höherer Laufleistung gegenüber einem Standard-Vollreifen.
Vollreifen reduzieren den Fahrkomfort des Staplers
Abstriche müssen bei Vollreifen in Belangen des Fahrkomforts gemacht werden. Ist das Transportgut empfindlich und die Bodenbeschaffenheit nicht optimal, sind sie möglicherweise nicht die erste Wahl. Hier gilt es gründlich abzuwägen, ob Luftreifen die bessere Alternative sind.
„Oftmals steht der Komfort der Luftreifen als Kaufkriterium für den Verbraucher im Vordergrund“, so Wilhelm M. Wendel, „dies gilt sowohl für Radial- als auch Diagonalreifen.“ Diagonalreifen sind eine robuste Lösung für schlechte Wegstrecken. Sie haben aufgrund ihrer Konstruktion eine hohe Seitenstabilität und damit eine gute Standsicherheit auch auf unbefestigten Böden. Dies ist beim Stapeln und Heben sehr wichtig.
Diagonalreifen halten den Stapler auf schlechten Wegen stabil
Für gemischte Bodenverhältnisse bieten sich robuste Diagonalreifen an, die auch auf schlecht befestigtem Untergrund eine gute Traktion gewähren. Zugelassen je nach Profilausführung für maximal 40 bis 50 km/h und damit deutlich schneller als die Vollreifen, bieten sie eine immer noch recht hohe Verletzungsresistenz der Seitenwand, eine gute Laufleistung und Traktion.
Kühle Rechner wählen die Radialreifen wegen ihres niedrigen Rollwiderstands und der gegenüber Diagonalreifen erheblich längeren Laufleistung, die jedoch in der Regel geringer als die von Vollreifen ausfällt. Die ausgezeichnete Wirtschaftlichkeit kommt besonders auf langen Fahrstrecken zum Tragen.
Stapler-Betrieb mit Radialreifen am wirtschaftlichsten
Solche Einsätze sind häufig auf Flug- und Seehäfen anzutreffen, wo – beispielsweise auf dem Flugvorfeld – relativ hohe Geschwindigkeiten gefahren werden, wenn Koffer oder andere Güter transportiert werden. Hier liegt im Vergleich zu Vollreifen der Fokus des Einsatzes auf „Transportieren“ und weniger auf „Heben“.
„Radialreifen werden vom Verbraucher gegenüber Diagonalreifen wegen der deutlich höheren Wirtschaftlichkeit und ihrem besseren Fahrkomfort gewählt“, erläutert Wendel. Radialreifen für Transport- und Zugfahrzeuge gibt es bei Continental mit einer Zulassung von 40 bis 50 km/h je nach Profilausführung. Die „Extra Deep“-Ausführung mit höherer Profiltiefe als der Standardreifen erzielt sogar eine mit Superelastic-Reifen vergleichbare Laufleistung.
Hinsichtlich der Traktion sind Radialreifen besser als Voll- oder Diagonalreifen. Eine notwendige, regelmäßige Kontrolle des Reifenfülldrucks bei Luftreifen bedeutet gegenüber den Vollreifen einen höheren Wartungsaufwand. Auch dies kann das ausschlaggebende Kriterium für ihre Wahl sein.
Diese Vielzahl von Parametern, Produktspezifika und individuellen Einsatzbedingungen verdeutlicht, dass eine fachmännische, qualitativ hochwertige Beratung bei der Auswahl von Industriereifen den Erfolg und die Zufriedenheit eines jeden Anwenders in Industriebetrieben maßgeblich beeinflussen kann.
Ute Weiß ist Communication- und PR-Managerin in der Business Unit Industrial Tires der Continental AG in Hannover. Hartmut Weinhold ist Automotive Engineer bei Continental und zuständig für Erstausrüstung und Normung.
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