Montage- und Handhabungstechnik Werkstückträger-Schnellwechselsystem reduziert die Taktzeit

Redakteur: Rüdiger Kroh

Das modulare Montagesystem Momosys ist ein Systembaukasten, aus dem sich sowohl Einzelstationen als auch komplexe automatisierte Montageanlagen erstellen lassen. Der modulare Aufbau ermöglicht ein breites Einsatzspektrum in den Bereichen Montage-, Handhabungs- und Prüftechnik, hebt der Hersteller USK hervor.

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Eine Grundzelle mit Bedienpult, Schaltschrank, SPS, Medieneinspeisung und Bandstrecke bildet die zentrale Basiseinheit. Diese Zelle ist skalierbar, das heißt sie lässt sich an die Größe des zu montierenden Produktes anpassen. Der eigentliche Kundenprozess entsteht auf variabel segmentierten Prozessträgern. Deren Breite wird entsprechend der Anforderungen des jeweiligen Montage- oder Prüfvorganges dimensioniert.

Zwei automatische Palettierer zur Teilebereitstellung

Für die Teilebereitstellung und -beschickung können bis zu zwei automatische Palettierer unterhalb der Arbeitsebene in eine Grundzelle integriert werden. Zur Abarbeitung der Palette steht standardmäßig ein 3-Achsportal als flexibles Handhabungsgerät zur Verfügung, mit dem der gesamte Arbeitsraum der Montagezelle überdeckt wird.

Als Transfer kommen die Doppelgurtsysteme TS1 oder TS2plus von Bosch zum Einsatz. Die Einsetzbarkeit derartiger Systems bei Taktzeiten kleiner 10 s wird begrenzt durch die relativ lange Werkstückträger-Wechselzeit, die sich zusammensetzt aus dem Absenken der Hub-Positioniereinheit und dem Auslauf des alten Werkstückträgers sowie dem Einlauf und Ausheben/Positionieren des neuen Werkstückträgers.

Werkstückträger-Schnellwechselsystem arbeitet nach Längstakterprinzip

Ein Werkstückträger-Schnellwechselsystem soll laut USK als optionales Zusatzmodul im Zusammenwirken mit dem Doppelgurt-Transfersystem die Nebenzeiten zum Werkstückträger-Wechsel minimieren. Es funktioniert nach dem Längstakterprinzip. Die Werkstückträger werden mit einem geschwindigkeits- und beschleunigungsgeregelten Bewegungsablauf aus Absenken, Vorschub und Ausheben schnell und erschütterungsarm transportiert. Die Servomotoren für Vorschub- und Aushub-Bewegung sind untereinander mittels elektronischem Getriebe synchronisiert.

Das Werkstückträger-Schnellwechselsystem ist dem eigentlichen Doppelgut-Transfersystem überlagert. Im Bereich des Schnellwechslers erfolgt der Werkstückträgerwechsel zwangsgetaktet, außerhalb des Schnellwechslers transportiert das Doppelgurttransfersystem die Werkstückträger entkoppelt.

Werkstückträger-Wechselzeiten von etwa 1 s

Der Längstakter ist kombinierbar mit Hub-Positioniereinheiten unterschiedlicher Hubhöhen. Bei Werkstückträgerabmessungen von 160 mm × 160 mm und bis zu zwölf Bearbeitungspositionen in einer Montagezelle werden Werkstückträger-Wechselzeiten inklusive Aushub über Band von etwa 1 s erreicht.

Die Verfügbarkeit des Werkstückträger-Schnellwechselsystems hat den Einsatzbereich des modularen Montagesystems im Taktzeitbereich unter 10 s entscheidend verbessert, heißt es weiter. Referenz dafür ist unter anderem eine Montageanlage mit zwei Montagezellen, in der mit einer Taktzeit von 6,5 s so genannte Toproller (Textilindustrie Indien) montiert werden.

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