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Bevor die anorganische Konversionsbehandlung in der Vorbehandlungslinie des Heizungsanlagenherstellers zur Anwendung kam, fanden umfangreiche Laborprüfungen bei Henkel statt. Danach wurden Probeläufe in einer anderen Anlage vorgenommen. Die Vergleichsmessungen erstreckten sich über mehrere Monate, bis De Dietrich Thermique die endgültige Freigabe erteilt hat.
Konversionsbeschichten vor Pulverlackierung bewährt sich in der Praxis
Inzwischen kommt die anorganische Konversionsbehandlung seit über einem Jahr zur Anwendung. Sie hat die Bewährungsprobe bestanden. Bis zu 3000 Eisengehäuse werden damit täglich für die Pulverlackierung vorbehandelt. Das ist deutlich kostengünstiger als eine Auslagerung der kompletten Beschichtung an einen externen Dienstleister. Mit der Inhouselackierung erhält sich De Dietrich Thermique die Freiheit, bei der Farbauswahl flexibel zu sein.
Die Gehäusevorbehandlung erfolgt in einer Durchlaufanlage im Spritzverfahren. Sie ist in vier Prozesse unterteilt:
- alkalisches Entfetten,
- dreistufiges Spülen,
- Konversionsbehandlung (Bonderite NT) und
- Nachspülen mit voll entsalztem Wasser (VE-Wasser).
Diese Prozessfolge hat von Anfang an funktioniert. Die Erwartungen wurden übertroffen – auch was die Prozessdauer und Wirtschaftlichkeit betrifft.
Konversionsbeschichten spart 30% der Energie im Vergleich zur Eisenphosphatierung
So hat der Wegfall der bisher notwendigen Passivierung den Gesamtprozess verkürzt. Außerdem muss das Phosphatierbad (Konversionsbehandlung) nicht mehr auf eine Temperatur von 55 °C aufgeheizt werden. Für die Vorbehandlung der Gehäuse reicht Raumtemperatur aus. Insgesamt wird die Energieeinsparung aufgrund des Wechsels bei De Dietrich Thermique auf etwa 30% im Vergleich zur bisherigen Eisenphosphatierung geschätzt.
Dazu kommt der Verzicht auf Schwermetalle und Phosphate. Dadurch fällt während der Vorbehandlung kein Schlamm mehr an, der täglich aus dem Bad beseitigt werden muss.
Das hat den Zeit- und Kostenaufwand für die Wartung und Entsorgung drastisch reduziert. Rohre und Spritzdüsen bleiben frei, weniger Ersatzteile sind erforderlich. Wurde das Konversionsbad in der Vergangenheit drei Mal im Jahr erneuert, um einen hohen Korrosionsschutz reproduzierbar zu gewährleisten, bleibt das Wasser heute im Prozess. Das Bad Bonderite NT wird einfach und schnell über den pH-Wert kontrolliert und nachdosiert (Bild 3).
Übertroffene Erwartungen bezüglich der Wirtschaftlichkeit
In der Summe führt der reduzierte Wartungs- und Entsorgungsaufwand nach Angaben des Heizungsanlagenherstellers zu einer Kosteneinsparung von rund 250.000 Euro im Jahr – auch weil die zusätzliche interne Kläranlage zur Aufbereitung des Prozesswassers mittlerweile nicht mehr benötigt wird. Außerdem hat die Umstellung der Konversionsbehandlung zu erheblichen qualitativen Vorteilen geführt, die bei verkürzter Kontaktzeit (45 s) zwischen Behandlungsmedium und Werkstückoberfläche erreicht werden.
Diese Prozessbeschleunigung ermöglicht, die Durchlaufgeschwindigkeit der Vorbehandlungslinie noch weiter zu erhöhen. Allerdings kommt dieser Vorteil bei De Dietrich Thermique aufgrund der nachgeschalteten, langsameren Pulverlackierung derzeit nicht zum Tragen.
Der hohe Qualitätsanspruch des Heizungsanlagenbauers wird beim Blick auf die Referenzen des Unternehmens deutlich (Bild 4): Ob im ungarischen Nationalmuseum in Budapest, im Genfer Luxushotel Ermitage oder in der Börse IMKB in Istanbul – überall auf der Welt kommen die Heizungssysteme von De Dietrich zum Einsatz. Bereits seit 1778 Jahren gibt es das berühmte Markenzeichen in Form eines Posthorns, es gilt als das älteste in der Industrie.
* Eric Ardourel ist Vertriebsmanager Oberflächentechnik bei der Henkel AG & Co. KGaA, Unternehmensbereich Klebstoffe, Dichtstoffe und Oberflächentechnik, 40191 Düsseldorf
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