Ecoroll Werkzeug-Spezialist Ecoroll treibt Entwicklung beim Glatt- und Festwalzen voran
Am EMO-Stand des Werkzeugtechnik-Spezialisten Ecoroll (Halle 4, Stand D32) stehen zwei Themen im Fokus der Präsentation: die Zylinderrohrbearbeitung sowie die Prozessüberwachung beim Glatt- und Festwalzen. „In beiden Bereichen hat Ecoroll Produkte entwickelt, die in den jeweiligen Anwendungen neue Maßstäbe setzen werden“, prophezeit Ecoroll-Vorstand Dr.-Ing. Karsten Röttger.
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Aufgrund der hohen Qualitätsanforderungen bei technischen Bauteilen werden Prozessüberwachung und -dokumentationen immer wichtiger. Dies trifft insbesondere auf das Festwalzen zu. Der Walzprozess führt zu einer Steigerung der Bauteillebensdauer. Daher kommt dieser Oberflächenbearbeitungsprozess oftmals bei kritischen Teilen zur Anwendung, bei denen das Versagen teilweise katastrophale Folgen hat. „Gerade in diesen Fällen sind Prozessüberwachung und -dokumentation unbedingt erforderlich“, erläutert Röttger.
In der Vergangenheit wurde diesem Erfordernis nicht ausreichend Rechnung getragen. Oftmals war nur eine optische Kontrolle des Walzergebnisses möglich. Sie lässt sich nun durch die neuentwickelte Prozessüberwachung von Ecoroll ersetzen. „Die Qualität wird computerunterstützt überwacht und der Bearbeitungsprozess gegebenenfalls automatisiert abgebrochen“, zählt der Ecoroll-Vorstand die Vorteile der automatischen Prozessüberwachung auf. Bei allen Anwendungen werden die Walzparameter zu jedem Zeitpunkt festgehalten und dokumentiert.
Walzkraft indirekt über den Federweg messen und überwachen
Ecoroll-Festwalzwerkzeuge werden in hydrostatischer und mechanischer Bauart ausgeführt. Die so genannten mechanischen Festwalzwerkzeuge verfügen in der Regel über ein Blattfederpaket. Es ist in Parallelogramm-Anordnung im Werkzeug integriert. Die Walzkraft lässt sich indirekt über den Federweg messen und überwachen. Das geschah in der Vergangenheit mit Hilfe einer Messuhr, die am Werkzeug befestigt ist. Jedoch ist die Messuhr während der Bearbeitung – insbesondere bei gekapselten Werkzeugmaschinen – vom Maschinenbediener nur schwer ablesbar. Im Gegensatz dazu ermöglicht eine im Werkzeug integrierte Dehnungsmessung, über einen Messverstärker bei entsprechender Kalibrierung die Walzkraft anzuzeigen.
Die Anzeige dieses wichtigsten Walzparameters kann zur automatischen Prozessüberwachung herangezogen werden. So ermöglicht die Computer-Software Procontroll die Überwachung des Kraft-Zeit-Verlaufs. Wird die definierbare Toleranz über- oder unterschritten, erzeugt sie ein Meldesignal. Darüber hinaus kann der Kraftverlauf während der Bearbeitung bauteilbezogen dokumentiert werden. Dies ist insbesondere im Bereich Luft- und Raumfahrt nahezu durchgängig erforderlich.Ist das Werkzeug auf einem Revolver montiert und die Signalübertragung mittels Kabel problematisch, so kann über eine drahtlose Telemetrieverbindung das Signal übertragen werden.
Neue Maßstäbe bei der Zylinderrohrbearbeitung gesetzt
Mit der Entwicklung des Aufbohr-/Schäl- und Glattwalzwerkzeugs Rioa hat Ecoroll laut Röttger „neue Maßstäbe“ bei der Zylinderrohrbearbeitung gesetzt. Das bisherige Schäl- und Glattwalzwerkzeug mit dem bewährten und patentierten Prinzip, beim Schälen mit drei Schälmessern zu arbeiten, um eine hohe Vorschubgeschwindigkeit bei minimalem Rundlauffehler zu erreichen, wurde um einen Aufbohrkopf ergänzt. Somit ist es möglich, Zylinderrohre in einem einzigen Arbeitsgang aufzubohren, zu schälen und gleichzeitig glattzuwalzen. So lassen sich bei der Bearbeitung von warmgewalzten Rohren deutliche Hauptzeiteinsparungen bei gleichbleibender Qualität erzielen.
Der zusätzliche, vorangeschaltete Aufbohrkopf ermöglicht Materialzugaben von 12 mm (im Durchmesser. Bei Rohrlängen bis 4 m ergibt sich ein Verlauf von maximal 0,5 mm/m. Bei einem Vorschub von maximal 1,8 mm–1 kann eine Schnittgeschwindigkeit bis 200 m/min erreicht werden. Neuartig am Werkzeug Rioa ist außerdem die Umkehrung des Arbeitszyklus zum RDO. Das ist auch beim Werkzeug Rio möglich.
Diese Entwicklungen spiegeln für Röttger zwei Trends bei der mechanischen Bearbeitung konischer Oberflächen wider: einerseits den Qualitätsanstieg bei Bauteilen und Baugruppen, andererseits die Erfordernis, zunehmend wirtschaftlicher und effektiver zu arbeiten.
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