Mehr als 120 Vertreter von Werkzeugbauverbänden und Branchenunternehmen aus 18 Ländern diskutierten in Berlin über die weltweiten Herausforderungen an die Werkzeug- und Formenbauunternehmen in Europa - und wie sich die Branche zukunftsfähig aufstellen kann.
Mehr als 120 Vertreter von Werkzeugbauverbänden und Branchenunternehmen aus 18 Ländern waren auf Einladung der International Special Tooling and Machining Association ISTMA ins Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK gefolgt.
(Bild: wortundform/Fabian Diehr)
Auf Einladung des europäischen Zweigs der weltweiten Dachorganisation der Werkzeug- und Formenbauverbände International Special Tooling and Machining Association ISTMA kamen die Teilnehmer im Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK zu ihrer Arbeitstagung zusammen. Die Organisation der Veranstaltung lag beim Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer (VDWF), Unterstützung kam zudem vom Fraunhofer IPK sowie von den Sponsoren AHP Merkle, ETMM, Grob, IKOffice, Knarr, Moulding Expo, Oerlikon HRSflow, Tebis, United Machining und der WBA Aachen.
Einschneidende Umwälzungen
Was alle Redebeiträge deutlich herausarbeiten: Die Branche ist derzeit geprägt von einschneidenden Umbrüchen auf verschiedensten Ebenen. Technologische Umwälzungen, Verwerfungen zwischen den globalen Märkten mit nicht immer fairen Wettbewerbsbedingungen und politische wie wirtschaftliche Unwägbarkeiten (man denke nur an Donald Trumps Zollpolitik) sind einige der vielfach genannten Herausforderungen. Den Unternehmen bläst ein rauer Wind entgegen.
Zwar gilt der Werkzeug- und Formenbau als industrielle Schlüsseltechnologie, die in der Vergangenheit Europas wirtschaftliche Stärke erst ermöglicht hat. Stephan Berz, Präsident ISTMA Europe, sieht allerdings große Herausforderungen für die Branche. Da ist zum einen die Tatsache, dass die Zahlen neuer Modellanläufe in der Automobilindustrie seit Jahren rückläufig sind. Dazu kommen steigende Lohnkosten und insbesondere auch Energiepreise, die auf einen erhöhten globalen Wettbewerbsdruck in erster Linie aufgrund der sehr einseitigen Wirtschaftspolitik Chinas trifft.
All das trifft zudem auf einen gravierenden Mangel an Fachkräften – in Entwicklungs- und Konstruktionsabteilungen ebenso wie an den Maschinen und in der Montage. Und on top erhöht sich auch der Anspruch an die Unternehmen aufgrund der CO2-Ziele oder Berichtspflichten zur Nachhaltigkeit, die den Betrieben von nationaler oder europäischer Gesetzgebung auferlegt wird.
Kumulierte Herausforderungen
„Die Branche der Werkzeug- und Formenbauer durchläuft die einschneidendste Veränderung seit Jahrzehnten.“, betont Berz. „Deshalb ist es wichtig, dass wir Strukturwandel, geopolitische Spannungen und technologische Umbrüche nicht länger als kurzfristige Schwankungen sehen, sondern verstehen, dass das Teil einer dauerhaften Transformation ist. Der Werkzeugbau in Europa muss sich quasi neu erfinden. Und zwar in jeder Hinsicht. Technologisch. Organisatorisch. Aber auch politisch."
Und dass der Werkzeugbau global durchaus anders aufgestellt sein kann, zeigt Berz am Beispiel China: Während sich europäische Unternehmen von der Regulierungswut und Bürokratie nationaler wie europäischer Behörden ausgebremst sehen, investiert die Regierung Chinas sehr fokussiert in Innovationsfähigkeit, in Digitalisierung und Effizienz und fördert gezielt die eigenen Werkzeugbauer.
Das zahlt sich aus: Während europäische OEM fünf Jahre für die Entwicklung eines neuen Fahrzeugs brauchen, schaffen Chinas Automobilkonzerne das inzwischen in gerade einmal 12 bis 24 Monaten. Diese kurze „Time to Market“ der Chinesen nagt an Europas Position als Innovationsführer. Gerade in einem Sektor, in dem Europa, in dem Deutschland einst führend war. Und das ist für die Werkzeug- und Formenbaubranche hierzulande besonders schmerzhaft – schließlich sind die Automobilbauer die Hauptauftraggeber der Werkzeugbauunternehmen.
Manuel Oliveira, Generalsekretär der ISTMA, gibt einen Überblick über aktuelle und anstehende Aktivitäten des Europaverbands. Er betont, wie wichtig es für die gesamte Branche ist, den europäischen Werkzeugbau auf politischer Ebene klar und sichtbar zu positionieren. Denn weder in der Gesellschaft noch in der Politik ist die immense Bedeutung der Rolle des Werkzeugbaus als Schlüsselbranche für alle Industrien geläufig.
Studie soll Diskussionsgrundlage liefern
Das soll sich ändern. Gemeinsam mit dem Team der WBA Aachener Werkzeugbau Akademie erarbeiten die Verantwortlichen der ISTMA derzeit eine europaweite Studie, die unter anderem wichtige wirtschaftliche Kennzahlen, Beschäftigungseffekte und Innovationsbeiträge der Branche für die Gesamtwirtschaft sichtbar machen soll. Thomas Eberius, Leiter Industrieberatung International bei der WBA, will mit dieser Studie belastbare Daten generieren, die beispielsweise eine valide Argumentationsgrundlage für Gespräche mit Vertretern der Politik und der EU-Institutionen in Brüssel bilden sollen. Essenziell für den Erfolg dieser Studie ist eine rege Teilnahme der Unternehmen und Verbände. Darüber hinaus gilt es, systematisch die relevanten Ansprechpartner auf nationaler wie europäischer Ebene zu identifizieren und zu ihnen Kontakt aufzunehmen.
Stand: 08.12.2025
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Filip Geerts, Generaldirektor der Cecimo, des europäischen Dachverbands der Verbände der Werkzeugmaschinenhersteller, sieht deutliche Parallelen in der aktuellen Lage des Werkzeug- und des Werkzeugmaschinenbaus in Europa. Cecimo wird die Arbeit der ISTMA in Brüssel künftig nachhaltig unterstützen – mit Know-how, aber auch mit Infrastruktur. Geerts plädiert für ein „Europa der industriellen Vernunft“, das deutlich weniger auf Regulierung setzt, dafür umso mehr auf Digitalisierung und auf eine intensivere Förderung von innovativen Fertigungstechnologien. Schließlich hat Europa keine umfangreichen Rohstoffvorkommen, von denen es leben kann. „Wir haben in erster Linie unsere Industrie“, betont Geerts. „Und die ist unser Kapital.“
Europa hat keine umfangreichen Rohstoffvorkommen, von denen es leben kann. Wir haben in erster Linie unsere Industrie. Und die ist unser Kapital.
Filip Geerts, Generaldirektor der Cecimo
Bob Williamson, Weltpräsident der ISTMA, veranschaulicht nochmals das wichtige Zusammenspiel von industrieller Entwicklung und Werkzeugbau in geographischer Nähe. Nur, wenn alles reibungslos zusammenspielt – und das setzt voraus, dass alle Faktoren vor Ort vorhanden sind -, sind kurze Wege zum marktreifen Produkt möglich. Um die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, sind nach Williamsons Meinung enthusiastische Unternehmen und starke Verbände notwendig, die auch die entsprechende Überzeugungskraft aufbringen, etwas in der Politik im Sinne der Branche zu bewegen. National wie europaweit. „Und deshalb brauchen wir eine laute, eine gewichtige Stimme“, ergänzt er. „Dafür ist es jedoch dringend notwendig, dass die Verbände eine starke Unterstützung aus den Unternehmen bekommen.“
Wandel im Automobilsektor verändert den Werkzeugbau
Nach den Erkenntnissen von Al Bedwell, Analyst des Marktforschungsinstituts GlobalData (UK), wird China auch auf absehbare Zeit die Führung in Sachen Elektromobilität behalten. Denn mehr als die Hälfte der Neufahrzeuge in China werden mittlerweile als Plug-in-Hybride oder batterieelektrische Fahrzeuge verkauft. Chinas Präsident Xi und seine Partei haben verbindliche Ziele für die Dekarbonisierung des Verkehrs festgelegt – das und eine aggressive Außenhandelspolitik wird die Entwicklung weiter beschleunigen. Und China hat längst die Technologieführerschaft in wichtigen Bereichen übernommen und nutzt sehr effizient Kostenvorteile in der Produktion.
Weltverband der Werkzeug- und Formenbauer
International Special Tooling & Machining Association (ISTMA)
Starke Stimme für die Branche
Die International Special Tooling & Machining Association (ISTMA) ist ein internationaler Verband, der 22 Fachverbände für Sonderwerkzeuge und -bearbeitung weltweit vertritt. Die ISTMA-Mitgliedsverbände repräsentieren gemeinsam mehr als 8000 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 120 Milliarden US-Dollar. ISTMA World koordiniert und organisiert alle internationalen Aktivitäten. Seit mehr als 44 Jahren besteht eine enge Partnerschaft in den Bereichen Stanzwerkzeuge, Formenbau, Präzisionsbearbeitung und Sondermaschinen. Ob Werkzeugmacher in Tokio, Formenbauer in Barcelona, Zerspanungsmechaniker in Kanada oder Sondermaschinenbauer in den USA – die Branchenverbände, Mitgliedsunternehmen und Mitarbeiter profitieren von der ISTMA-Mitgliedschaft.Link hier
In Europa wächst der Anteil der Elektroautos trotz einiger Rückschläge in einzelnen Märkten. Erfreulich: 70 Prozent der in Europa zugelassenen Elektrofahrzeuge sind auch in Europa produziert worden. Andere wichtige Märkte wie die USA schwächeln – dort sind zuletzt die steuerlichen Anreize beim Kauf eines Elektrofahrzeugs ausgelaufen.
Strategischen Enabler der industriellen Transformation
Für europäische Werkzeugbauer sieht Bedwell insbesondere Chancen im Bau von Werkzeugen für Batterie- und Leichtbaugehäuse, für die Hochvolt-Steckersysteme und für Kühlkomponenten. Interessant wird seiner Meinung nach für die Unternehmen insbesondere auch ein Ausbau der Kompetenz in der Herstellung von Werkzeugen für neue Material- und Fertigungstechnologien, die zukünftig relevant werden. Der Werkzeugbau kann sich, wenn er sich geschickt aufstellt, als „strategischen Enabler“ der industriellen Transformation im Zeichen von Elektromobilität, Digitalisierung und globalisiertem Wettbewerb etablieren. Allerdings wird der zunehmende Preisdruck, immer kürzere Lieferzeiten und die steigenden Anforderungen an die Nachhaltigkeit die Branche auch künftig weiter begleiten.
Wir wollen ein Tooling-Forecast-Modell für eine realistische Einschätzung generieren, die Aussagen treffen lässt, wann, in welchem Umfang und in welchen Bereichen die Unternehmen in den Werkzeug- und Formenbau investieren müssen.
Stephan Berz, Präsident ISTMA Europe
Stephan Berz präsentiert als Unterstützung für die Entscheider in den Werkzeug- und Formenbaubetrieben ein neues Strategieinstrument des europäischen Zweigs der ISTMA: Auf Basis der GlobalData-Datenbank zur Modellplanung in der Automotive-Industrie wird ein Tooling-Forecast-Modell für eine realistische Einschätzung generiert, die Aussagen treffen lässt, wann, in welchem Umfang und in welchen Bereichen sie Unternehmen Investitionen in den Werkzeug- und Formenbau vornehmen müssen. Da soll den Werkzeugbauern eine längerfristige Vorhersage ihrer Auftragslage erleichtern.
Werkzeugbau muss sich zum Systempartner entwickeln
In einem Automotive-Expert-Talk diskutierten Jakob Manhart (Lucid Motors), Andreas Blankl (Brose), Jean-Brice Francois (Renault), Stephan Berz (ISTMA) und Prof. Thomas Seul (VDWF) unter anderem darüber, wie der Werkzeugbau vom reinen Werkzeughersteller sich weiter zu einem Systempartner seiner Auftraggeber entwickeln kann. Dazu ist es notwendig, dass Werkzeugbauer etwa deutlich früher in den Prozess der Produktentwicklung mit eingebunden werden und eng mit den entsprechenden Abteilungen der Hersteller kooperieren. Es gilt, Reibungen in der Abstimmung zu minimieren, Korrekturschleifen möglichst zu reduzieren und zu beschleunigen und so mit reiferen Werkzeugen in die Produktion zu gehen.
Globales Treffen
ISTMA-Weltkonferenz 2026 in Shanghai
Reisen, um von Erfolgreichen zu lernen
Ausblick: Die nächste ISTMA-Weltkonferenz wird vom 1. bis zum 5. Juli 2026 in Shanghai ausgerichtet. Chinas Werkzeugbau ist derzeit sehr erfolgreich. Und europäische Unternehmer tun gut daran, nicht einfach die Nase zu rümpfen, sondern vom erfolgreichen Modell in Fernost zu lernen: Denn China zeigt der Welt gerade, wie konsequente Industriepolitik, umfassende Investitionen in Technologie und langfristige Strategien für die Industrie zu wirtschaftlichem Erfolg führen können. „Wer verstehen will, wie die Zukunft des Werkzeug- und Formenbaus aussieht, sollte zur Konferenz nach China reisen", betont ISTMA-Präsident Bob Williamson. "Nicht um zu kopieren, sondern um für die Zukunft zu lernen.“ Link hier
Ein weiterer Themenschwerpunkt der Diskussion ist der Wettbewerb mit China.Inzwischen beschaffen europäische Hersteller zwischen 60 und 70 Prozent ihrer Werkzeuge in China. Das stärkt die dortige Industrie insgesamt zum Nachteil auch der europäischen Automobilhersteller. Denn China gewinnt beileibe längst nicht mehr nur über Kosten Marktanteile, sondern insbesondere dank einer sehr engen Verzahnung von Produkt- und Werkzeugentwicklung. Design, Konstruktion und Fertigung arbeiten in den chinesischen OEM nahtlos zusammen – eine Trennung zwischen Produkt- und Werkzeugentwicklung gibt es dort nicht mehr.
Starke europäische Werkzeugnetzwerke aufbauen
Eine Antwort können starke europäische Werkzeugnetzwerke als strategische Partner für die OEM sein. Das erfordert gemeinsame Standards in den Unternehmen, durchgängige Datenmodelle und global verfügbare Servicekompetenz. Eine intelligente Form der Zusammenarbeit, die eine Partnerschaft für die OEM attraktiv gestalten kann. Und da ist Kosteneffizienz nur eine von vielen Stellschrauben.
Der Werkzeugbauer der Zukunft muss deutlich mehr sein als nur ein Werkzeughersteller. Gefordert ist immer mehr der lösungsorientierte Systempartner.
Torsten Kersting, stellvertretender Leiter Werkzeugbau bei Craemer
Torsten Kersting von Craemer und Mathias Dunkel von Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) zeigen, dass die Anforderungen an Werkzeugbau, Kooperation und Digitalisierung in allen Auftraggeberbranchen sich zunehmend an den Forderungen der Automobilindustrie orientieren. Der "Werkzeugbauer der Zukunft" muss also deutlich mehr sein als "nur" ein Werkzeughersteller. Gefordert ist immer mehr der lösungsorientierte Systempartner. Gefragt sind bei den OEM Partner aus dem Werkzeugbau, die global aktiv sind und auch technische Verantwortung für die Produktion übernehmen. Weltweit.
Globale Service- und Netzwerkstrukturen schaffen
Wer also als Werkzeugbauer international bestehen will, muss also überall da, wo die Auftraggeber die Werkzeuge einsetzen,entsprechende Service- und Netzwerkstrukturen schaffen – vom Try-out bis zur Wartung und Reparatur.
Mit vereinten Ressourcen und gemeinsam orchestrierten Vertriebsaktivitäten können wir im Unternehmensverbund eine echte Kooperation zum Wohl der Auftraggeber gestalten.
Johannes Peter, Tooling Cooperation
Werkzeugbauunternehmen ohne internationale Servicepartner werden auf der Strecke bleiben. Ein deutsches Werkzeug kann noch so technisch exzellent sein. Wenn es jedoch keine Servicepartner in den Zielmärkten wie Mexiko oder China gibt, bleibt es dennoch außen vor - gerade bei einem vom Werkzeug verursachten Produktionsstopp sind räumliche Nähe und schnelle Reaktionsfähigkeit wichtige Faktoren. Wenn Werkzeugbauer über Ländergrenzen hinweg kooperieren, sich gegenseitig mit ihren Kapazitäten unterstützen und gemeinsame Servicestützpunkte aufbauen, können auch kleine und mittlere Betriebe global agieren.
Erfolgreich gelebte Zusammenarbeit zwischen Unternehmen
Beispiel für eine erfolgreich gelebte Zusammenarbeit zwischen Unternehmen ist die Tooling Cooperation: Im Bereich der Werkzeuge für Blechbearbeitung haben sich die Unternehmen Schwinn Entwicklung und Werkzeugbau, Fütterer Werkzeugbau, Gebhard, Huissel Werkzeugbau Umformtechnik, Mues Werkzeugbau und Kiefer Werkzeugbau zusammengeschlossen. Johannes Peter zeigt, wie die Unternehmen mit vereinten Ressourcen und gemeinsam orchestrierten Vertriebsaktivitäten eine echte Kooperation zum Wohl der Auftraggeber gestalten.
Globale Partner
Engagement für die Branche
Starke Unterstützung für die ISTMA
Dass der Werkzeugbau für die Zukunft starke Partner braucht, ist offensichtlich. Vier neue "Global Partner" werden die ISTMA künftig weltweit unterstützen: Zusätzlich zu Oerlikon HRSflow (Heißkanal). Makino (Erodieren und Zerspanung), AHP Merkle (Qualitätszylinder), der Moulding Expo (Branchenmesse in Stuttgart), United Machining (Laserbearbeitung, HSC, Erodieren, Schleifen), Moldino (Präzisionswerkzeuge), DMG Mori (Bearbeitungszentren, Laser) und Grob (Bearbeitungszeentren) kommen nun die WBA Aachener Werkzeugbau Akademie und die Unternehmen IKOffice (Software-Komplettlösung für die Branche), Knarr (Normalien und mehr) sowie Tebis (CAD/CAM, MES und Consulting) hinzu.
Ein weiteres Beispiel ist die enge Zusammenarbeit der Werkzeug- und Formenbaubetriebe untereinander, aber auch mit Zulieferern uns Auftraggebern, im Großraum des portugiesischen Werkzeugbauclusters Marinha Grande. Luis Febra, Gründer und Inhaber der Grupo Socem, beschrieb die übergeordnete Abstimmung und Zusammenarbeit der dortigen Unternehmen. Sie bringt Vorteile für alle Beteiligten.
Ein bloßes "Weiter so!" darf es nicht geben
Das Europatreffen der ISTMA macht eines klar: Ein "Weiter so!" in der Branche darf es nicht geben. Der Werkzeugbau muss sich vielmehr grundlegend reformieren. Eigentlich komplett neu erfinden.
Ein hohes Maß an Digitalisierung,eine starke internationale Kooperation und eine deutlich gesteigerte Sichtbarkeit der Branche in Politik und Gesellschaft kann dazu beitragen, dem europäischen Werkzeug- und Formenbau auch künftig eine Schlüsselrolle am Markt und in der Industrie zu sichern. Die Branche muss deutlich selbstbewusster als bisher ihre Innovationskraft in den Vordergrund stellen und sich als zentraler "Ermöglicher" für eine industrielle Produktion aufstellen. Denn sonst teilen die globalen Wettbewerber den Kuchen unter sich auf.