Fräser/Bohrer Werkzeughersteller YG-1 greift in Deutschland an

Redakteur: Ken Fouhy

Auf der Messe AMB 2010 wird sich der koreanische Werkzeughersteller YG-1 mit eigenen Vertriebs- und Serviceleistungen dem deutschen Markt präsentieren. Obwohl YG-1 bereits ein wichtiger OEM-Lieferant für Werkzeughersteller in Deutschland ist, hat sich Vorstandsvorsitzender Hokeun Song die High-End-Anwendungen zum Ziel für den Direktvertrieb gesetzt und möchte so vermeiden, mit bestehenden deutschen Kunden zu konkurrieren.

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Deutsche Werkzeugabnehmer warten nicht auf noch einen Werkzeuglieferanten. Wie werden Sie dennoch Kunden für sich gewinnen?

Song: Unser Motto lautet: „Wenn es nicht perfekt ist, stammt es nicht von YG-1.“ Wir wollen den deutschen Markt mit innovativen und wettbewerbsfähigen Produkten wie Fräsern, Bohrern, Gewindeschneidern und Spezialprodukten bedienen. Wir haben alles Notwendige, aber das haben viele andere auch. Unser Ziel ist es, den Kunden Produktivitätsvorteile anzubieten mit neuen Produkten, wie zum Beispiel unseren Werkzeugen vom Typ X5070.

Wie werden Sie den Vertrieb und den Service organisieren?

Song: Wir werden für den Verkauf technische Fachhandelsunternehmen in kleinen Servicegebieten entwickeln. Bis Ende diesen Jahres sollten wir drei bis vier Fachhändler haben und vielleicht werden wir in der Endausbaustufe insgesamt 20 bis 25 solcher Fachhändler benötigen, um ganz Deutschland abzudecken. Wir sind uns aber auch bewusst, dass auf dem deutschen Markt niemand auf uns wartet – wir müssen ihn mit der Qualität unserer Werkzeuge und der damit verbundenen Produktivitätssteigerung, die durch unsere Produkte möglich ist, überzeugen.

YG-1 ist in Deutschland noch unbekannt, aber sie verkaufen über Fremdmarken bereits Werkzeuge für 26 Mio. Euro im Jahr. Warum haben Sie sich dazu entschlossen, eigene Vertriebs- und Servicekanäle aufzubauen?

Song: Die Gegebenheiten des Marktes fordern das von uns. Billighersteller aus China werden in den kommenden zehn Jahren eine noch bedeutendere Rolle im OEM-Geschäft einnehmen. Um weiterhin geschäftlich erfolgreich zu sein, müssen wir mit einer eigenen Marke am Markt präsent sein.

Heute ist YG-1 weltweit eine der am schnellsten wachsenden Marken für Werkzeuge. 2008 erreichten unsere Umsätze vor der Weltwirtschaftskrise 350 Mio. US-Dollar. Die weltweite Aufteilung der YG-1-Marke und der OEM-Werkzeuge liegt bei ungefähr 50:50, obwohl wir die Marke YG-1 erst jetzt auf dem deutschen Markt einführen.

Sicher hat sich unser Wachstum im letzten Jahr etwas verlangsamt, aber ich glaube, dass wir 2014 einen Umsatz von 1 Mrd. US-Dollar und 2020 einen Umsatz von 2 Mrd. US-Dollar erreichen können. Im letzten Jahr lag die Zahl der Beschäftigten weltweit bei 3200. Allein in China haben wir bisher 1000 Mitarbeiter, was in etwa der gleichen Anzahl der Beschäftigten in Korea entspricht.

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