Antriebstechnik Wie Automobilstandards auch Windräder antreiben
Die angestrebte Lebensdauer eines Windrades übersteigt die eines Automobils um viele Jahre. Trotzdem werden an die Fertigung von Automobilzulieferteilen höhere Qualitätsanforderungen gestellt als an Windkraftkomponenten. Die Stelter Zahnradfabrik GmbH wendet die Qualitätsnorm der Automobilindustrie auch auf Großzahnräder an.
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Rund 37% aller Störungen an Windenergieanlagen wurden in der Vergangenheit durch Bauteildefekte verursacht, wie das „Institut für Solare Energieversorgung“ in einer Untersuchung aus dem Jahr 2007 feststellte. Branchenkenner ermittelten aktuell, dass insbesondere Funktionsstörungen des Getriebes für bis zu 65% der Qualitätskosten ver-antwortlich sind.
Prozessplanung unter Einbeziehung von FMEA reduzieren Fehlerpotenzial
Dieser Prozentsatz könnte durch konsequentes Qualitätsmanagement in der gesamten Produktionskette von Windkraftanlagen reduziert werden, meint Hubert Schauder findet. Als Geschäftsführer der Stelter Zahnradfabrik kennt sich der 46-Jährige mit Qualität aus – und wendet die Anforderungen der Fahrzeugindustrie konsequent auf alle Zahnräder von Modul 0,5 mm bis 44 mm an. Schauder ist überzeugt: „Die „0-ppm-Strategie“ der Automobil-industrie wird sich auch bei den Windanlagenherstellern durchsetzen“.
Für Fahrzeughersteller ist dies seit Jahren eine Selbstverständlichkeit: Nicht nur der Automobilhersteller sondern auch die gesamte Zulieferkette muss zuverlässig unter beherrschten Bedingungen fertigen, um die Anforderungen an Funktionsfähigkeit und Sicherheit zu bedienen.
Die Vorteile einer Anwendung der ISO/TS auch in der Windenergie liegen auf der Hand: Prozessplanung unter Einbeziehung von Fehler-Möglichkeits- und Einfluss-Analysen, kurz FMEA, reduzieren das Fehlerpotenzial schon bei der Entwicklung und Industrialisierung von Produkten und Prozessen.
Produktionslenkungspläne gewährleisten reibungslosen Produktionsablauf
Ein reibungsloser Produktionsablauf wird durch Produktionslenkungspläne gewährleistet: Jede Prüfung und Messung am Bauteil wird hierin vorgegeben und durch die Mitarbeiter ausnahmslos umgesetzt.
Nicht zuletzt über statistische Prozesskontrolle, kurz SPC, wird abgesichert, dass vordefinierte Merkmale auch bleiben, wo sie bleiben sollen: innerhalb ihrer Toleranzen.
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