Die digitale Transformation eröffnet der Medizintechnik bei Produkten und Prozessen neue Möglichkeiten. Welche, das demonstriert das Tuttlinger Unternehmen Karl Storz, das sich vom reinen Hersteller medizinischer Geräte zum softwarebasierten Produkt- und Serviceanbieter wandelt.
Die Digitalisierung hilft dabei, die strengen regulatorischen Anforderungen der Gesundheitsbranche zu erfüllen.
(Bild: Uni Heidelberg)
In der Vergangenheit liefen medizinische Geräte wie ein Schweizer Uhrwerk. Einmal in Betrieb genommen, musste nicht mehr viel unternommen werden. Doch diese Zeiten sind vorbei. „Viele der heutigen Anforderungen lassen sich nur durch hochintelligente Software und eine Vernetzung der Produkte erreichen. Die medizinischen Systeme sind dadurch komplexer geworden und die ursprüngliche Einfachheit der Produkte hat sich durch die Digitalisierung verändert“, erklärt Marco Zeller, Systemingenieur bei Karl Storz.
Die digitalisierten Geräte erfordern wie alle Softwareprodukte regelmäßige Updates, damit ihre Sicherheit garantiert ist. Zugleich hilft die Digitalisierung dabei, strenge regulatorische Anforderungen der Gesundheitsbranche zu erfüllen sowie eine serverdurchgängige Wartung mit entsprechender Nachverfolgbarkeit und Dokumentation sicherzustellen, wie sie der Gesetzgeber verlangt.
„Hinzu kommen Software-Updates, die dem Kunden neue Leistungen zur Verfügung stellen und so dafür sorgen, dass medizinische Geräte immer auf dem neuesten Stand sind“, sagt Zeller, „Dies geschieht bereits heute ohne Vernetzung mit der Cloud.“
Optimierte Prozesse durch Datenaustausch
Im Regelfall reist ein Techniker von Karl Storz für ein Update an, wofür beispielsweise ein OP geräumt und vorbereitet werden muss. Darüber hinaus müssen Techniker und Krankenhausmitarbeiter ein- und ausgeschleust werden. So können für eine wenig aufwendige Aktualisierung leicht zwei Stunden ins Land ziehen. Zeit, in der keine Operationen stattfinden können und technisches Personal gebunden ist. Alternativ können Wartungsarbeiten auch nach den OP-Zeiten durchgeführt werden, was höhere Kosten und Aufwände für alle Beteiligten mit sich bringt. Doch mittlerweile können die Medizintechniker Software-Updates auch ohne Unterstützung eines Technikers von Karl Storz erledigen. Dadurch lassen sich die Updates flexibler planen. Nebenbei werden durch den Wegfall der Anreise die Umwelt und Ressourcen geschont.
Ein weiterer positiver Effekt ist die durchgängige Nachvollziehbarkeit von Softwareänderungen von Produkten im Feld. „Wo in der Vergangenheit manuelle Prozesse die Dokumentation der Softwareänderungen sichergestellt haben, wird diese im Fall von Remote-Service digital abgebildet“, beschreibt Zeller.
Dass Zeit nicht nur Geld ist, sondern auch sicherheitsrelevant ist, zeigt sich an Software-Patches für die Systeme. Bei den Patches handelt es sich nicht um Standard-Patches, die blind auf jedem System installiert werden können. Vielmehr werden sie zuerst von Karl Storz intern verifiziert, um nach ihrem Aufspielen einen sicheren Betrieb der Kundensysteme zu garantieren. Anschließend muss die Software so schnell wie möglich verteilt werden. „Das lässt sich nur über eine Plattform wie Thing Worx von PTC realisieren“, sagt Zeller. Bei der Konzeption und agilen Entwicklung dieser neuen, digitalen Services arbeitet das Team rund um Marco Zeller eng mit dem Digitalisierungs- und Softwarepartner Double Slash Net-Business zusammen.
Die softwarebasierten Produkte ermöglichen immer häufiger flexible Vertriebsmodelle, bei denen der Kunde jene Funktionen bestellen kann, die er tatsächlich benötigt. Die Verteilung der erworbenen Software und Sicherstellung der Abwicklung des Geschäftsprozesses ist eine weitere wesentliche Leistung, die mithilfe von Thing Worx von PTC in Kombination mit einem ERP-System umgesetzt wird und schon seit Jahren sicher im Einsatz ist. Zeller erläutert: „Die Vernetzung von mehreren Systemen und Produkten ist ein wesentliches Leistungsmerkmal von Thing Worx. Mit einem zentralen Backend lassen sich schnell Prozesse automatisieren und so hilft die Plattform, Zeit und Kosten zu sparen.“
Neben der Softwarewartung hilft die Ferndiagnose dabei, Ursachen und Lösungen für Probleme schneller zu finden. Ergänzt durch kontextbezogene Reparaturanweisungen können die Techniker schneller helfen und erhöhen so die Verfügbarkeit der OP-Räume und medizinischen Systeme.
Tauchte bisher ein Problem bei der OP-Ausrüstung auf, folgte ein reger Austausch von Daten und Gesprächen. „Das kostete bislang viel Zeit und könnte deutlich einfacher, schneller und schlanker über Online-Kollaboration- sowie Remote-Tools funktionieren“, so Zeller. Er führt weiter aus: „Die Geräteverfügbarkeit nimmt zudem durch den Fernzugriff deutlich zu, was den Patienten nutzt.“
Wie datengetriebene Medizintechnik neue Geschäftsmodelle ermöglicht
Die Effekte optimierter Störungs- und Wartungsprozesse werden in der Medizintechnik noch unterschätzt, wie auch die Leistungsfähigkeit moderner digitaler Plattformen in Bezug auf strenge Security-Anforderungen und regulatorische Bedürfnisse. Dabei sind zu jeder Zeit Patientendaten sicher und softwareseitige Veränderungen lückenlos nachvollziehbar. „Ohne die strengen regulatorischen Auflagen zu erfüllen, wäre die digitale Transformation in der Medizintechnik undenkbar“, unterstreicht Zeller. Ein sauberes, durchgängiges Software-Maintenance-Konzept sei ein absolutes Muss und für Anbieter wie PTC Standard.
Stand: 08.12.2025
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Hinzu kommt: Wenn der Service immer häufiger digital wird, lassen sich Geschäftsmodelle, die bisher nur aus anderen Industrien bekannt sind, realisieren. Etwa Mehrwertdienste, bei denen Verbrauchsmaterialien oder Ersatzteile bedarfsgerecht und sozusagen just-in-time geliefert werden.
Mit einer durchgängigen Datenerfassung können zukünftig beispielsweise bei Störungen von Pumpenventilen umgehend Reparaturen und Ersatzlieferungen ausgelöst werden. Zeller: „Die Informationen hierfür sind in den Geräten teilweise schon heute vorhanden.“ Eine konsequente Vernetzung gekoppelt an eine Analyse und Geschäftsprozesse könnten in naher Zukunft die Serviceabläufe für den Kunden vereinfachen und Kosten reduzieren.
Hilfreich dabei wäre die Vernetzung aller Geräte über eine Plattform. „IoT-Anbieter mit Marktmacht könnten eine Standardisierung treiben, was unter anderem die Geräteverfügbarkeit nochmals erhöhen würde.“
Außerdem zeigt sich bereits jetzt, was künftig noch relevanter werden wird: „Angesichts des Fachkräftemangels birgt diese Entwicklung eine Riesenchance“, erläutert Zeller. Besonders das Fachpersonal wird von der datengetriebenen Zukunft der Medizintechnik profitieren.