Kryogene Zerspanung

Wie es den Titan-Span so richtig eiskalt erwischt

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So geht CO2-Kühlen in der Werkzeugmaschine

Ziel der notwendigen Sicherungsmaßnahmen ist es, das unkontrollierte Ausströmen von CO2 – etwa durch Leckagen – zu detektieren, das prozessbedingte Vorhandensein (etwa im Maschinenarbeitsraum, Bedienpult, Zugang zu Werkzeugwechsler) zu überwachen sowie bei Überschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitsplatzgrenzwerte die Mitarbeiter zu schützen, sagen die Experten.

Prof. Schneeweiß merkt an: „Durch das Festlegen umzusetzender Schutzmaßnahmen in Form von Sicherheits- und Überwachungstechnik wie etwa Sensorik, Warn-, Signal- und Absaugtechnik, kann das Gesamtkonzept unabhängig von der CO2-Anlagentechnik, der konkreten Werkzeugmaschine oder der Fertigungsstätte abgeleitet und dessen Ausarbeitung fokussiert werden.“ Dies umfasse sowohl die Betrachtung einer Einzelmaschinenlösung als auch einen Maschinengruppen- oder Linienbetrieb mit CO2-Kühltechnik.

Das Gesamtkonzept, die erforderlichen Pläne, Dokumente und Checklisten sowie alle durchzuführenden Aktivitäten sind Bestandteil der Handlungsempfehlung und des Anlagenbandes, so Schneeweiß. Die gesamte Dokumentation sei dabei schematisch unterteilt in Verantwortlichkeiten, die zum einen Maschinen- und Anlagenhersteller und zum anderen den Endanwender betreffen. Der Verantwortliche werde chronologisch ausgehend von einer Risikobeurteilung (Hersteller) respektive Gefährdungsbeurteilung (Anwender) durch das Dokument geführt. Die Arbeitsblätter des Anlagenbandes sind allgemeingültig und berücksichtigen spezielle Anforderungen hinsichtlich des CO2-Einsatzes und können zur betrieblichen Dokumentation übernommen werden /2/.

Die erkannten CO2-spezifischen Gefährdungen und erforderlichen Schutzmaßnahmen stellen die Grundlage für das entwickelte Gesamtkonzept dar, das, wie es weiter heißt, dann in jeder Fertigungsstätte umgesetzt und bei Bedarf auch betriebsspezifisch erweitert werden kann.

Professor Schneeweiß ergänzt: „Durch die enge Zusammenarbeit von Industrie und Forschungseinrichtung im Rahmen des Arbeitskreises ’Zerspanen mit CO2’ ist nicht nur ein allgemeingültiges Gesamtkonzept für das sichere Betreiben von Werkzeugmaschinen mit CO2-Kühlung entstanden, sondern auch eine um die erforderliche Sicherheitstechnik ausgerüstete CO2-sichere Prototypanlage bei uns am Institut. Insbesondere die beteiligten Werkzeug- und Werkzeugmaschinenhersteller haben jetzt Informationen zur Hand, um ihren Kunden Sicherheitsbedenken beim Einsatz dieser innovativen Technologie zu nehmen. Sowohl die Umrüstung der Maschine auf CO2-Technik als auch die Integration sowie Inbetriebnahme der entsprechenden Sicherheitstechnik kann jeweils problemlos in nur wenigen Stunden erfolgen.“

Literatur:

/1/ Schneeweiß, M.; Kopper, M.; Zinke, A.; Weitzel, Th.: „Handlungsempfehlungen zum sicheren Betreiben einer Werkzeugmaschine mit CO2-Kühlung“; Dokumentation (unveröffentlicht), Forschungs- und Transferzentrum e. V. an der Westsächsischen Hochschule Zwickau, 2016

/2/ Schneeweiß, M.; Kopper, M.; Weitzel, Th.:

„Zerspanen mit CO2 – Industriearbeitskreis entwickelt Sicherheitskonzept“ (S. 4 aus der gekürzten Fassung der unter /1/ genannten Dokumentation).

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