Fraunhofer IPA Wie man Sacklöcher mit CO2 reinigt

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Stuttgart (jk) – Forscher am Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) haben eine zweitstufige Reinigungsmethode für Sacklöcher entwickelt. Sie arbeitet mit überkritischem CO2. Dazu wird in der ersten Stufe als Werkzeug ein Injektor auf die Bohrung gesetzt, in der ein langes Röhrchen steckt.

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Durch dieses Röhrchen, die bei der Reinigung bis auf den Boden des Sacklochs reicht, wird das CO2 geleitet. Es steht unter einem sehr hohen Druck, der etwa dem Hundertfachen des Atmosphärendrucks entspricht und eine Temperatur von über 30 °C hat.

Das überkritische CO2 nimmt ölige Verunreinigungen auf und strömt durch Öffnungen im Werkzeug aus der Bohrung heraus. Außerhalb der Bohrung wird der Druck gesenkt. Dabei setzt sich die ölige Schmutzfracht in einem Behälter ab.

In der zweiten Stufe wird das gasförmige CO2 wieder komprimiert und in das Sackloch geleitet. Durch Hochheben des Werkzeugs verwandelt sich das ausströmende Gas in CO2-Schnee und „pustet“ aus dem Loch impulsartig Metallpartikel und Späne heraus, die beim Bohren entstanden sind. Was zurückbleibt, ist laut den Fraunhofer-Forschern eine saubere Bohrung.

Im Vergleich zur Reinigung in Ultraschallbädern würden in engen Sacklöchern eine bessere Sauberkeit erreicht. Geeignet ist die Reinigungsmethode vor allem für Großserienteile. Gründe: Das Werkzeug braucht die richtige Größe, um das Bohr- und Sackloch dicht abzuschließen. Das Röhrchen muss so lang sein, dass es genau bis auf den Boden des Sacklochs reicht.

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