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Ein guter Redner kommuniziert mit seinen Zuhörern – selbst wenn nur er spricht. Zum Beispiel mit den Augen, indem er häufig den Blickkontakt mit dem Auditorium sucht. Deshalb sollten Reden so frei wie möglich vorgetragen werden.
Redner sollte Zuhörer immer wieder persönlich ansprechen
Wichtig ist auch, dass Sie das Publikum immer wieder persönlich ansprechen. Nicht indem Sie alle zwei bis drei Minuten die Floskel „Meine sehr verehrten Damen und Herren“ verwenden, sondern indem Sie den Zuhörern zum Beispiel rhetorische Fragen stellen wie „Kennen Sie folgende Situation?“ oder „Vielleicht geht es auch Ihnen so?“ Sie sollten zudem Beispiele aus der Erfahrungswelt der Zuhörer in Ihre Rede integrieren. Auch ein Schuss Humor und Selbstironie tut jeder Rede gut.
Beherzigen Sie beim Planen folgende Maxime: Je kürzer eine Rede ist, umso besser ist sie meist. Eine Festrede zur Weihnachtsfeier sollte nicht länger als zehn, maximal fünfzehn Minuten dauern. Länger dauert auch die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin im Fernsehen nicht.
Maximal drei Kernbotschaften in einer Rede
Eine Rede sollte höchstens drei Kernbotschaften enthalten. Zum Beispiel: Die Arbeitsplätze sind sicher. Unser Unternehmen sieht einer rosigen Zukunft entgegen. Und: Dass es unserem Betrieb so gut geht, verdanken wir dem Einsatz aller Mitarbeiter.
Für das inhaltliche Planen Ihrer Rede können Sie die Mindmapping-Methode benutzen. Sie funktioniert wie folgt: Schreiben Sie zunächst in die Mitte eines Blattes Papier das Thema oder den Anlass der Rede. Zum Beispiel: „Weihnachtsfeier“ oder „Strategie 2008“. Notieren Sie dann entlang von Linien, die von diesem Zentrum ausgehen, alles, was Ihnen zum Thema einfällt. Zum Beispiel: „Ertragsentwicklung“, „Dank an Mitarbeiter“, „Neue Produkte“.
Notieren Sie anschließend entlang von Seitenarmen dieser Linien alles, was Ihnen hierzu einfällt. So bekommen Sie schnell einen Überblick über die möglichen Inhalte der Rede. Und wenn Sie merken, es wird zu viel, können Sie problemlos einige (Seiten-)Arme streichen.
Knackig in die Ansprache einsteigen und feurig enden
Planen Sie besonders sorgfältig den Beginn und den Schluss Ihrer Rede. Wie aufmerksam das Publikum Ihnen zuhört, hängt weitgehend vom Einstieg ab. Gute Einstiege sind Anekdoten – zuweilen auch ein Witz.
Bauen Sie Ihre Rede dramaturgisch auf. Alles sollte auf ein großes Finale hinstreben, das dafür sorgt, dass Ihre Rede dem Publikum im Gedächtnis bleibt – ähnlich wie bei einem Feuerwerk.
Eine Rede sollte aus möglichst kurzen Sätzen bestehen. Schachtelsätze mit mehreren Nebensätzen sind schnell unverständlich. Sie enthalten zudem die Gefahr, dass der Redner sich verheddert und hängen bleibt. Oft ist dann bei ungeübten Rednern auch der Rest der Rede gelaufen. Denn sie werden nervös und verhaspeln sich immer häufiger. Und irgendwann wartet das Publikum nur noch auf den nächsten Versprecher.
Redner muss auf aktive Sprache achten
Wichtig ist eine aktive Sprache. Also zum Beispiel „Wir planen ...“ statt „Unsere Planung sieht vor ...“ Durchforsten Sie Ihr Manuskript nach substantivierten Verben wie „Durchführung“, „Neuorientierung“ und „Maximierung“. Wenn ein solches Wort auftaucht, können Sie davon ausgehen: Diese Aussage kann einfacher, verständlicher formuliert werden.
Redesicherheit gewinnen Sie vor allem durch Routine und eine gute Vorbereitung. Dazu zählt auch das laute Üben der Rede. Insbesondere den Einstieg, das Ende sowie die Übergänge zwischen den Redepassagen sollten Sie so lange üben, bis Sie diese sozusagen auswendig kennen. Stoppen Sie beim Üben die Dauer der Rede. So merken Sie schnell, wann es Zeit wird, das Buffet zu eröffnen.
Ingo Vogel ist (Verkaufs-)Rhetoriktrainer und lebt in 73733 Esslingen.
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