CFK-Recycling Wie tauglich ist die Pyrolyse zur Schließung des CFK-Stoffkreislaufs?

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Weil die Entwicklung marktfähiger Produkte aus Recyclingwerkstoffe viele in Anspruch nimmt, drängt die Zeit einen CFK-Stoffkreislauf aufzubauen. Die Müllpyrolyseanlage Burgau im Landkreis Günzburg bietet für die süddeutsche Wirtschaft eine Chance, Kohlenstofffasern aus Altteilen und Produktionsabfällen zurückzugewinnen.

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Zur Vorstellung der Entwicklungsstudie CFK-Recycling gehörte der Besuch der Müllpyrolyseanlage Burgau. (Bild: Bifa)
Zur Vorstellung der Entwicklungsstudie CFK-Recycling gehörte der Besuch der Müllpyrolyseanlage Burgau. (Bild: Bifa)

Der steigende Anteil von Bauteilen aus kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK) in unterschiedlichen Anwendungsbranchen wird zukünftig zu einer immer größeren Menge an CFK-Abfällen führen.

Produktspezifisch erhöht sich dabei der Anteil an „ausgedienten“ CFK-Teilen zeitlich sehr unterschiedlich.

Um dieser Tatsache gerecht zu werden, sind bereits heute geeignete Verfahren zur Rückführung der „verbrauchten“ Werkstoffe zu entwickeln und bereitzustellen.

Stoffliches Recycling muss ökoeffizient sein

Hinsichtlich eines verbesserten Managements natürlicher Ressourcen ist es geboten, diese energieintensiv produzierten Fasern einer effektiven Kreislaufwirtschaft zuzuführen. Außerdem lassen sich sonst beispielsweise die Anforderungen der Altfahrzeug-Verordnung hinsichtlich stofflicher Recyclingquoten nicht erfüllen.

Hochwertiges stoffliches Recycling ist aber nur dann ökoeffizient, wenn aus den Recyclingfasern auch wieder hochwertige und marktfähige Produkte hergestellt werden können.

Da die Entwicklung marktfähiger Recyclingprodukte für derart komplexe Werkstoffe durchaus ein Jahrzehnt betragen kann, ist diese Entwicklung bereits jetzt parallel zum eigentlichen Recyclingprozess anzugehen.

Kompetenzen im Bereich der Faserverbundwerkstoffe werden gefestigt

Die hochwertige Schließung des Stoffkreislaufes ist die unerlässliche Voraussetzung dafür ist, die vielfach vorteilhaften Verbundwerkstoffe mittel- und langfristig in breiten Anwendungsbereichen zu etablieren.

Die bisher durchgeführten Untersuchungen lassen sehr gute Ansätze für das großtechnische Recyceln von Kohlenstofffasern mittels Pyrolyse erwarten. Ein wirtschaftliches Betreiben künftiger Rückgewinnungsanlagen auf pyrolytischer Basis erscheint aufgrund des relativ hohen Primärmaterialwerts und Energieeinsatzes bei der Produktion von Carbonfasern mittlerweile realistisch.

Die im Landkreis Günzburg betriebene Müllpyrolyseanlage Burgau ist die einzige großtechnische Pyrolyse für Siedlungsabfälle in Deutschland.

Der Einsatz dieser Anlage zur Rückgewinnung von CFK aus Altteilen und Produktionsabfällen stellt für die gesamte süddeutsche Wirtschaft und insbesondere für die Wirtschaftsregion Augsburg eine einmalige Chance dar. Künftig können damit Kompetenzen im Bereich der Faserverbundwerkstoffe weiter gefestigt und ausgeweitet werden.

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