Minusgeschäfte Windkraftsektor bei Siemens im Sanierungsfokus

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Der Energietechnikkonzern Siemens Energy hat jetzt die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal (per Ende März) veröffentlicht, die der dpa vorliegen.

Siemens Energy hat kürzlich die neuesten Geschäftszahlen vorgelegt, meldet die dpa. Während die meisten Sparten der Unternehmens eigentlich gut laufen, schlingern die Windkraftgeschäfte von Siemens Gamesa weiterhin im Minusbereich. Das könne noch Jahre so laufen ...(Bild:  Siemens)
Siemens Energy hat kürzlich die neuesten Geschäftszahlen vorgelegt, meldet die dpa. Während die meisten Sparten der Unternehmens eigentlich gut laufen, schlingern die Windkraftgeschäfte von Siemens Gamesa weiterhin im Minusbereich. Das könne noch Jahre so laufen ...
(Bild: Siemens)

Die Entwicklung des angeschlagenen Energietechnikkonzerns Siemens Energy läuft demnach derzeit zweigeteilt. Die Geschäfte rund um Gas, Netze und Industrietransformation liefen in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2023/24 laut Siemens gut. Die Windkrafttochter Siemens Gamesa konnte sich aber nicht aus den roten Zahlen heraus kämpfen, heißt es weiter. Deshalb konzentriert sich der Konzern auf die Sanierung und die Neuausrichtung des schwächelnden Windkraftgeschäfts vom Management rund um Konzernchef Christian Bruch aus.

Siemens-Gamesa-Probleme erst in Jahren vom Tisch

Siemens Gamesa hatte dem Energietechnikkonzern im vergangenen Geschäftsjahr 2022/23 (per Ende September) einen Verlust von rund 4,6 Milliarden Euro eingebrockt. Qualitätsmängel der Landturbinen 4.X und 5.X sorgten dabei für milliardenschwere Rückstellungen. Dazu kamen höhere Anlaufkosten für den Ausbau der Kapazitäten für Meeresanlagen, wie es weiter heißt. Das Unternehmen arbeite nun weiter an einer Möglichkeit, die Qualitätsprobleme bei den Landturbinen zu eliminieren. Die Abarbeitung benötige jedoch Zeit. Bruch zufolge können das mehrere Jahre sein. Derzeit ist der Vertrieb ausgesetzt, so Bruch. Wann der Verkauf wieder aufgenommen werde, sei noch offen. Dazu soll es in diesem Jahr eine Entscheidung geben. Die Gewinnschwelle soll Gamesa 2026 wieder erreichen.

Siemens Energy erwartet moderates Wachstum

Zu Beginn des Geschäftsjahres profitierte Siemens Energy aber von einer anhaltend hohen Nachfrage am Energiemarkt. Umsatz und Ergebnis verbesserten sich. Für das laufende Geschäftsjahr rechne der Konzern mit einem Umsatzwachstum auf vergleichbarer Basis (3 bis 7 Prozent). Dabei ausgeklammert sind Währungs- und Portfolioeffekte. Die operative Marge soll vor Sondereffekten zwischen minus 2 und plus einem Prozent herauskommen.

Das denken die Analysten über die Zukunft

Marktexperten erwarten für das zweite Quartal einen steigenden Umsatz, wobei das Wachstum aus dem Netzgeschäft sowie der Industrietransformation angetrieben werden soll. Die Erlöse bei Siemens Gamesa dürften aber zurückgehen. Größter Ergebnisbringer bleibt den Analysten zufolge das Gasgeschäft. In der Netzsparte prognostizieren sie einen deutlichen Gewinnanstieg. Bei Siemens Gamesa wird aber mit erneut steigenden Verlusten gerechnet. In einem von Siemens Energy veröffentlichten Konsens gehen Analysten von einem leichten Anstieg des Umsatzes von rund 8 Milliarden auf knapp 8,3 Milliarden Euro aus. Das bereinigte operative Ergebnis dürfte wegen der Verluste im Windgeschäft von 41 Millionen auf drei Millionen Euro sinken.

Das Windgeschäft beeinträchtigt die Auftragseingänge

Die Auftragseingänge werden ebenfalls deutlich niedriger angesetzt – etwa bei neun Milliarden Euro, nach rund 12,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Hauptverantwortlich sei auch bei dieser Entwicklung wieder das Windgeschäft, das unter anderem wegen des ausgesetzten Vertriebs der problematischen Landturbinen nur noch einen Bruchteil des Neugeschäfts aus dem Vorjahresquartal eingefahren haben dürfte. Ebenfalls rückläufig wird das im vergangenen Jahr stark gelaufene Gasgeschäft erwartet.

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