Wendeschneidplatten Wir bringen das Kühlmittel direkt an die Schneide

Redakteur: Rüdiger Kroh

Innere Kühlkanäle sind das besondere Kennzeichen von Beyond-Blast-Wendeschneidplatten. Josef Fellner, zuständiger Senior Global Product Manager bei Kennametal, betont, dass durch reduzierte Reibung und verbesserte Spanausbringung die Standzeit durchschnittlich um 100% gesteigert werden kann.

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Das Schnittmodell zeigt den zweiteiligen Aufbau der Beyond-Blast-Wendeschneidplatte mit den inneren Kühlmittelkanälen. (Bild: Kroh)
Das Schnittmodell zeigt den zweiteiligen Aufbau der Beyond-Blast-Wendeschneidplatte mit den inneren Kühlmittelkanälen. (Bild: Kroh)

Herr Fellner, mit der Neuentwicklung Beyond Blast bringt Kennametal das Kühlmittel direkt an die Schneide. Wie unterscheidet sich Beyond Blast von der herkömmlichen Kühlmittelzufuhr?

Fellner: Bislang ist es üblich, den Kühlschmierstoff über die Spindel durch den Werkzeugträger zu führen oder von außen an die Schneide zu bringen. Bei Beyond Blast liegen die Kühlmittelkanäle in der Wendeschneidplatte, sodass wir den Kühlschmierstoff direkt und präzise in die Schnittzone bringen.

Was können Sie über die Herstellung von Beyond-Blast-Wendeplatten verraten?

Fellner: Bei dem neuen Prozess handelt es sich um eine Kombination von neuartiger Press- und Sintertechnik. Auf diesem Wege werden die inneren Kühlkanäle eingebracht.

Das ist die Kernkompetenz und der besondere Vorteil von Kennametal. Beginnend bei der Pulveraufbereitung über das Pressen und Sintern bis hin zu unterschiedlichen Beschichtungsvarianten kommt die komplette Fertigungstechnik aus einer Hand.

Wie viel teurer sind Beyond-Blast-Wendeplatten im Vergleich zu konventionellen Schneidplatten?

Fellner: Wir werden die neuen Wendeschneidplatten zu einem fairen Preis anbieten und somit den Mehrnutzen auch voll an die Kunden weitergeben. Die genauen Preise gibt es dann mit dem Kennametal-Innovationskatalog, der im Sommer in Deutschland herauskommen wird.

Wo liegen die Hauptanwendungsgebiete für Beyond Blast?

Fellner: Der Fokus liegt im ersten Schritt auf der Bearbeitung von Titanwerkstoffen mit Beyond-Blast-Werkzeugen zum Drehen und Fräsen. Bedingt durch die wechselnde Eingriffssituation bei Kopierfräs- und Kopierdrehoperationen kann Beyond Blast dort überdurchschnittlich punkten. Hinsichtlich der zu bearbeitenden Bauteile gibt es keine Einschränkungen.

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