Fachkräftedilemma Wirtschaftsverbände fordern stärkere Zuwanderung von Fachkräften

Quelle: dpa

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In der deutschen Wirtschaft verstärkt sich die Forderung, es Einwanderern leichter zu machen, um dem Fachkräftemangel Paroli zu bieten.

In Deutschland kriselt die Wirtschaft durch den Fachkräftemangel. Jetzt werden die ersten Rufe laut, Einwanderer schneller ins Land zu lassen, damit es nicht zum Äußersten kommt. Hier die Details.(Bild:  image/Lichgut)
In Deutschland kriselt die Wirtschaft durch den Fachkräftemangel. Jetzt werden die ersten Rufe laut, Einwanderer schneller ins Land zu lassen, damit es nicht zum Äußersten kommt. Hier die Details.
(Bild: image/Lichgut)

Wirtschaftsverbände rufen nach Reformen, damit angesichts des Fachkräftemangels mehr Einwanderer schneller nach Deutschland kommen können. Ohne Zuwanderung aus dem Ausland wird Deutschland den Fachkräftemangel nach Ansicht der Verbände nämlich nicht bewältigen können. Das erklärte gestern etwa der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger forderte mehr Effizienz in der Arbeitsmigration. Laut einer Umfrage leiden momentan über 50 Prozent der deutschen Unternehmen am Fachkräftemangel. Eine verstärkte Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland sei deshalb ein wichtiger Baustein, um die Löcher auf dem Arbeitsmarkt zu schließen.

Der DIHK legte auch Vorschläge zur Reform des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes vor. Das Gesetz wurde geschaffen, um seit März 2020 den Zuzug qualifizierter Menschen aus Drittstaaten zu erleichtern, erklärt man. Das Verfahren müssen aber nun beschleunigt werden. Das fange beim Prozess für die Beantragung eines Visums an, wobei die Unterlagen rund um den Globus reisten. Und es höre dann bei den Behördenmitarbeitern auf, die die bisherige komplexe Regelungen nicht immer einheitlich und transparent umsetzen würden.

Ohne Zuwanderung wird es auch nichts mit Dekarbonisierung

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände erklärte, dass dann auch Investitionen in Bildung und Weiterbildung nötig werden. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sollte dabei Unterstützung finden. Abschlagsfreie Frühverrentungen müssen beendet werden, betont die Bundesvereinigung. Und auch über eine Dynamisierung der Lebensarbeitszeit sollte man reden. Das Interesse an einer dualen Berufsausbildung müsse wieder geweckt werden. Auch mit Blick auf die Digitalisierung und die Automatisierung böte sich viele Chancen. Aber all das wird nicht reichen, befürchten die Verbände. Ohne Erwerbszuwanderung, so die einhellige Meinung, kann Deutschland seine Wirtschaftskraft nicht aufrechterhalten, geschweige denn die Forderung nach Dekarbonisierung und Strukturwandel umsetzen.

Lange Wartezeiten für ausländische Fachkräfte sind zu beenden

Die Arbeitgeber forderten, dass an zehn Stellschrauben hantiert werden muss, um die Erwerbszuwanderung nach Deutschland zu verbessern. So müssten Verwaltungsverfahren vereinfacht, digitalisiert und damit beschleunigt werden. Dann werde auch alles planbar für Arbeitgeber und ausländische Arbeitskraft. Die langen Wartezeiten bei der Vergabe von Visaterminen müssten also ein Ende haben. Die Sprachförderung im In- und Ausland sollte man ausgebauen. Die Bundesregierung hatte außerdem angekündigt, Tausenden von Ausländern, die seit Jahren ohne gesicherten Aufenthaltstitel in Deutschland leben, die langfristige Bleibe zu ermöglichen. Im Koalitionsvertrag ist unter anderem die Einführung einer „Chancenkarte“ auf Basis eines Punktesystems für die Arbeitsmigration vereinbart, wie es weiter heißt.

Auch die Politik sieht viel Reformpotenzial bei Einwanderung

Die Innenministerin des Bundes, Nancy Faeser, und Arbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD) hatten im Handelsblatt auch schon Eckpunkte eines neuen Einwanderungsrechts zur Eindämmung des Fachkräftemangels skizziert. Beide sind der Meinung, dass bisher alles zu schleppend, zu bürokratisch, zu abweisend ist. Bürokratie und Formalia sollten demnach der Beschäftigung ausländischer Fachkräfte künftig nicht mehr im Wege stehen. Dazu sollen etwa die Anforderungen für die Einreise gesenkt werden. Dies betreffe vor allem das Anerkennungsverfahren für die berufliche Qualifikation.

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