Reinigungsmaterialien Wischtücher aus Papier machen vor Metallspänen keinen Halt
Das Aufwischen von Wasser, Öl oder anderen Verschmutzungen in der Industrie ist je nach Saugkraft des Hilfsmittels sehr zeitaufwändig und kostenintensiv. Eine Alternative zu Textillappen oder Faservliestüchern, Miettextiltüchern sowie Putzwolle sind Papierwischtücher. Hochwertige Qualitäten eignen sich auch für schwierige Wischarbeiten – zum Beispiel dort, wo Metallspäne entfernt werden müssen.
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Wischtücher aus Papier gehören in Industriebetrieben noch nicht zum Standard, weisen aber im Vergleich zu den üblichen Reinigungsmaterialien verschiedene Vorteile auf. Sie sind hygienischer, saugkräftiger, fusselarm und geruchsneutral.
Durch besondere Verfahren bei der Trocknung und vor allem beim Verbinden der einzelnen Papierlagen erhalten Wischtücher aus Papier eine besonders starke Saugkraft. Im Zusammenhang mit optimierten Arbeitsprozessen durch entsprechend befestigte Spender führt dies zu einer erkennbaren Einsparung.
Papierwischtücher in TAD-(Through-Air-Drying-)Qualität (Bild 1) können beispielsweise mehr als das Zehnfache ihres Eigengewichts aufnehmen, Baumwollgewebe dagegen nur die Hälfte davon. Außerdem hinterlassen Papiertücher keine Fäden oder Textilfusseln.
Entsprechende Spender werden direkt an der jeweiligen Arbeitsstation montiert. Damit entstehen keine Wege- und Auswahlzeiten für die gewünschten Materialien, wie sie in der Regel beim Einsatz von Miettextiltüchern oder Textillappen vorkommen.
Papierwischtuch oft günstiger als andere Reinigungsmethoden
Dabei ist das Papierwischtuch, über den ganzen Prozess – vom Einkauf über die Verwendung bis hin zur Entsorgung – gesehen, oftmals günstiger als andere Reinigungsmethoden. Gerade im Maschinenbau gibt es ganz unterschiedliche Arbeitsvorgänge, für die Papierwischtücher ideal sind.
Um das richtige Tuch auszuwählen, sollte man in einem ersten Schritt die Arbeitsprozesse betrachten. Daraufhin können Papierqualität und Anzahl der Lagen und damit das passende Tuch bestimmt werden.
Bei Hygienepapieren kann man drei Qualitäten unterscheiden: Krepp, Tissue und TAD. Papierwischtücher aus Krepp sind für den Einsatz in der Industrie eigentlich nicht geeignet, weil das Papier zu schwer und damit zu steif ist, um Flüssigkeiten gut aufzunehmen. Wischvorgänge mit Krepp dauern dementsprechend lange, und es werden hohe Mengen an Papier benötigt.
Tissue-Papierwischtücher für kleinere Flüssigkeitsmengen
Tissue ist viel dünner als Krepp, dadurch ist das Endprodukt saugfähiger. Tissue-Produkte gibt es ein- und mehrlagig. Die Tücher bieten sich zum Beispiel für das Entfernen kleinerer Mengen Öl am Arbeitsplatz an. Abhängig von der Anzahl der Lagen kann mehr oder weniger Flüssigkeit aufgenommen werden. Dabei reduziert sich die Reißfestigkeit der Tücher im nassen Zustand.
Papierwischtücher, die mit dem TAD-Verfahren hergestellt werden, sind von besonders hochwertiger Qualität. Die TAD-Lagen werden wie Tissue in dünnen Bahnen getrocknet, darüber hinaus aber noch mit Heißluft durchgeblasen. Das bewirkt einen Effekt, wie man ihn vom Wäschetrockner zu Hause kennt: Ein Handtuch, auf der Wäscheleine getrocknet, ist nicht so weich und nimmt schlechter Flüssigkeit auf als ein Handtuch, das im Wäschetrockner mit heißer Luft durchgeblasen wurde.
TAD-Tücher sind um 36% saugfähiger und um 27% reißfester als vergleichbare Tissue-Produkte. Dadurch wird weniger Papier benötigt und gleichzeitig entsteht deutlich weniger Abfall.
TAD-Papierwischtücher können mit Textilien konkurrieren
Die hochwertigen TAD-Tücher können es mit Textillappen, Faservliestüchern, Miettextiltüchern und Putzwolle aufnehmen. Sie sind nicht nur sehr saugfähig, sondern behalten im Gegensatz zu Tissue gerade im nassen Zustand ihre Struktur und bleiben damit ausreichend reißfest.
Deshalb können mit ihnen ohne weiteres Metallspäne oder andere grobe Rückstände entfernt werden. Das Verletzungsrisiko für den Mitarbeiter sinkt.
Ihr großes Volumen erhalten die TAD-Tücher über den Spring-Back-Effekt. Spring-Back bedeutet, dass sich die Zellulosefasern während der Durchströmtrocknung bei der Herstellung so stark aufrichten, dass sie bei der Verbindung der einzelnen Lagen zum fertigen Tuch wieder zusammengepresst werden müssen. Sobald das fertige Tuch dann nass wird, richten sich die Fasern wieder auf und das Papier gewinnt an Volumen.
Spring-Back-Effekt verleiht TAD-Papierwischtüchern großes Aufnahmevolumen
So kann ein dreilagiges TAD-Papier 340 g/m2 mehr Wasser aufnehmen als ein dreilagiges Tissue-Produkt gleicher Größe. Damit verfügt das TAD-Papier über 120% mehr Saugvermögen bei gleichem Flächengewicht.
Die Verbindung der einzelnen Papierlagen ist entscheidend für die Saugfähigkeit des Tuches. Optimal ist es, wenn die einzelnen Lagen über eine Linienprägung (Bild 2 – siehe Bildergalerie) miteinander verbunden sind.
Dabei werden mit Hilfe dünner und geschwungener Leimlinien die einzelnen Tuchlagen fest miteinander verleimt. Weil nur wenige Fasern mit Leim verklebt sind, wird die hohe Saugfähigkeit des Tuches erhalten. Dabei bleibt das Tuch sehr flexibel und die geschwungenen Linien verhindern das Ablösen der Papierlagen.
Sind die Lagen nur rändiert, das heißt unter Druck und rein mechanisch am Rand des Tuchs miteinander verbunden, verklebt kein Leim die Fasern, aber die Lagen halten nicht sehr fest zusammen. Große Flächen sind lose, es können sich leicht Teile ablösen.
Saugfähigkeit des Papierwischtuches hängt von Verbindung der Papierlagen ab
Bei der Vollflächen- beziehungsweise Punktverleimung wird der Leim vollflächig oder mit sehr vielen Klebepunkten aufgebracht. Es entsteht ein stabiles, sehr festes Tuch. Die verklebten Zellulosefasern wirken sich allerdings negativ auf das Saugvermögen des Tuches aus, weil sie nicht mehr so viel Flüssigkeit aufnehmen können und das Tuch versteifen.
Die Auswahl des Wischtuches hat auch wirtschaftliche Auswirkungen: Schnelles und effektives Wischen spart in der Industrie bares Geld. Im Idealfall nimmt der Mitarbeiter sein Papierwischtuch aus einem Spender, der direkt neben der Arbeitsstation montiert ist.
Die Einzelentnahme des Tuches ist ökonomisch, weil nur so viele Tücher entnommen werden wie tatsächlich benötigt. Außerdem ist sie sehr hygienisch und die Tücher sind in den jeweiligen Spendern vor Verschmutzung geschützt.
Der Mitarbeiter entfernt das Wasser, Öl oder Lösungsmittel mit dem gezogenen Tuch (Bild 3) und entsorgt es nach einmaligem Gebrauch. Es entstehen keine Wege- und Auswahlzeiten und durch die hohe Saugkraft von Papier ist das Wischen effektiver als mit anderen Hilfsmitteln.
Marco Renner ist Produktmanager bei SCA Hygiene Products in 68265 Mannheim.
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