Schleifen Wissen rund ums Schleifen stets verfügbar machen

Autor / Redakteur: Bastian Maier und Jürgen Wingsheim / Bernhard Kuttkat

Mit einem modular konzipierten Programmsystem kann das schleiftechnische Know-how im Unternehmen für eine Vielzahl unterschiedlicher Prozesse strukturiert gesichert und stets verfügbar gemacht werden. Die Prozessdokumentation ist ebenso möglich wie die Berechnung der Bauteilstückkosten. Jede Datenbank kann individuell an den Anforderungen angepasst werden.

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Die wirtschaftliche Anwendung der Schleiftechnik erfordert ein sehr hohes Maß an Prozesswissen und technologischen Fähigkeiten (Bild 1). Dieses Wissen ist in entsprechend ausgerüsteten Unternehmen zumeist vorhanden. Die Schwierigkeit besteht jedoch gerade darin, die schleiftechnische Erfahrung der Mitarbeiter im Unternehmen für eine Vielzahl unterschiedlicher Prozesse strukturiert zu sichern und damit stets verfügbar zu haben.

Diese Aufgaben löst die Systemsoftware Grindaix-IT zur Prozessdokumentation, Prozesskostenberechnung, präventiven Prozessanalyse, Prozessüberwachung und Problemlösung, die zunächst die Systemplattform darstellt, in die einzelne Softwarelösungen (Module) je nach Bedarf integriert werden können.

Eine Datenbank erfasst alle Prozesse beim Schleifen

In Unternehmen muss immer mehr Arbeitskapazität aufgebracht werden, um Altes neu zu erlernen. Das Modul Apos-Datenbank (Bild 2) dient zur einheitlichen und vollständigen Technologiedatenerfassung aller Schleifprozesse im Unternehmen.

In Zusammenhang mit einer umfangreichen Auswahl an Suchkriterien ist Schleifwissen so im gesamten Betrieb stets verfügbar. Beispielsweise kann auch der damit ausgestattete Service und Vertrieb eines Schleifmaschinen- oder Schleifscheibenherstellers jederzeit auf die umfangreiche Erfahrung seines Unternehmens zur Kundenberatung oder Problemlösung zurückgreifen.

Datenbank kann individuell angepasst werden

Jede Datenbank kann individuell an die Anforderungen des Kunden angepasst werden. Um den Aufwand zur Erfassung der Daten auf ein Minimum zu reduzieren, stehen umfangreiche Hilfswerkzeuge wie Datenimport aus Maschinensteuerungen und CAD-Zeichnungen zur Verfügung.

Alle Systemgrößen des Schleifens wie Maschine, Schleifwerkzeuge, Kühlschmierstoffe, Werkstückdaten und Stellgrößen sowie Kenngrößen und Ergebnisparameter können aufgenommen werden. Die Software gewährleistet eine gemeinsame Datenbasis mit wählbaren Zugriffsrechten für Maschinenbediener, Prozessplaner sowie den Vertrieb.

Bauteilstückkosten lassen sich berechnen

Mit dem Modul Cost-Kostenrechnung (Bild 3) lassen sich Bauteilstückkosten und Amortisationsdauern für alle gängigen Schleifverfahren unter Berücksichtigung aller Randbedingungen berechnen. Es können somit Fragen beantwortet werden wie: Lohnt sich die Investition in eine neue Maschine? Ist ein Wechsel von konventionellen zu CBN-Schleifscheiben rentabel? Ist es günstiger, Öl oder Emulsion als Kühlschmierstoff zu verwenden?

Das Modul zur Kostenkalkulation unterstützt somit den Anwender bei der Analyse der Kosten pro geschliffenes Bauteil für vielfältige Änderungen innerhalb des Schleifprozesses. Ebenso liefert es Argumentationspotenzial bei Investitionsentscheidungen und technischen Diskussionen.

Bei der Kalkulation fließen Werkzeuge, Schleifmaschinen und Kühlschmierstoffkosten genauso ein wie Lohnkosten und Bearbeitungszeiten. Kurzum, dieses Softwaremodul gibt dem Prozessverantwortlichen erstmals eine sehr schnell verfügbare und flexible Möglichkeit, die Kostenrelevanz seiner technologischen Planung direkt bewerten zu können. Zudem liefert es beispielsweise Maschinenherstellern und Schleifscheibenlieferanten die Möglichkeit, ihre Produkte nicht nur über den Verkaufspreis, sondern auch über die Betreiberwirtschaftlichkeit zu vermitteln. MM

Dipl.-Ing. Bastian Maier ist Geschäftsführer der Grindaix GmbH in Aachen; Jürgen Wingsheim ist Mitarbeiter im selben Unternehmen.

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