International Wollen deutsche Unternehmen jetzt lieber in den USA investieren?

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Durch den Inflation Reduction Act erhalten Unternehmen, die in den USA produzieren, Subventionen und Steuervorteile. Auch deutsche Unternehmen springen darauf an – zulasten des Standorts Deutschland.

Deutsche Unternehmen wollen vermehrt in den USA investieren – zulasten des eigenen Standorts. (Bild:  REDPIXEL - stock.adobe.com)
Deutsche Unternehmen wollen vermehrt in den USA investieren – zulasten des eigenen Standorts.
(Bild: REDPIXEL - stock.adobe.com)

Deutsche Unternehmen wollen mehr im Ausland investieren. Das geht auch zu Lasten des Standortes Deutschland. Besonders stark ist die Investitionsdynamik laut Deutscher Industrie- und Handelskammer (DIHK) in den USA, vor dem Hintergrund eines milliardenschweren US-Subventionsprogramms. Das sind Kernergebnisse einer Firmenbefragung von Auslandshandelskammern, welche die DIHK ausgewertet hat. Sie lagen der Deutschen Presse-Agentur vor.

Beim sogenannten Inflation Reduction Act in den USA sind viele Subventionen und Steuergutschriften daran geknüpft, dass profitierende Unternehmen US-Produkte verwenden oder selbst in den USA produzieren. Wirtschaftsverbände und die Politik haben bereits Befürchtungen geäußert, dass Firmen nun eher in den USA als in Europa und Deutschland investieren. Die EU will mit einem grünen Industrieprogramm ihre Anstrengungen intensivieren, um klimafreundliche Technologien zu fördern.

Nach der DIHK-Auswertung zieht neben vorteilhaften Standortfaktoren wie günstigeren Energiepreisen auch der von der US-Regierung aufgesetzte Inflation Reduction Act zusätzliche Investitionen an. 17 Prozent der deutschen Unternehmen hätten angegeben, ihre US-Investitionen auszuweiten – was auch zulasten des hiesigen Standorts gehe. Während sich die Industrieunternehmen in Deutschland eher zurückhielten, wollten sie in den USA und auch in Kanada und Mexiko ihr Engagement ausweiten.

Insgesamt wollen im Ausland aktive deutsche Unternehmen laut DIHK ihre Investitionen an den jeweiligen Standorten in den nächsten zwölf Monaten stärker erhöhen als noch im vergangenen Herbst geplant. Laut einer Befragung von weltweit insgesamt 5.100 Niederlassungen deutscher Firmen planen nun 36 Prozent der Unternehmen höhere Investitionen und nur noch 17 Prozent eine Kürzung der entsprechenden Budgets.

DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier sagte, angesichts des enormen Nachholbedarfs insbesondere aufgrund der Corona-Krise und des Inflationsschocks sei dies eine eigentlich überfällige Entwicklung. „Bemerkenswert ist, dass die Investitionsdynamik der deutschen Unternehmen weltweit insgesamt deutlich höher ist als im Inland und dass sie in Nordamerika besonders stark ist.“

In China seien die Investitionsabsichten dagegen sehr zurückhaltend. „Viele der in China ansässigen deutschen Unternehmen sind gerade dabei, neue Standbeine in anderen Regionen aufzubauen. Für die internationale deutsche Wirtschaft sind Risikominimierung und Lieferkettendiversifizierung das A und O“, so Treier.

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