Handhabungstechnik

Zentrische Dreibackengreifer bieten große Hübe bei hoher Kraft

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Nach Abschalten der elektrischen Spannung würde das Werkstück aus den Spannbacken fallen. Um dies zu verhindern, wird eine elektromagnetische Federspeicherbremse angebracht, die am Flansch der Hohlachse nach Abschalten der elektrischen Spannung bremst (Bild 6f). Das Bremsmoment wird im Faktor der Getriebeübersetzung verstärkt. So erhält man in beiden Greifrichtungen beim Innen- und Außengreifen eine starke Greifkraftsicherung in der Größe der normalen Greifkraft.

Elektrogreifer mit kurzer Greifzeit von 60 ms bei 2 mm Hub

In das Gehäuse ist ein Regler des Servomotors integriert. Dieser Regelkreis wird über das Exzentergetriebe übersetzt und so die erforderliche Empfindlichkeit der Messstrecke stark herabgesetzt. Dadurch ist nur ein sehr preiswerter und klein bauender Hall-Regler erforderlich.

Elektrogreifer sind normalerweise sehr träge, das gilt besonders für große. Sie können vorpositioniert werden. Der gezeigte Greifer hat aber aufgrund der sehr hohen installierten Leistung und der geringen bewegten Massen eine sehr kurze Greifzeit von etwa 60 ms bei 2 mm Hub und eine größere Kraft als vergleichbare pneumatische Greifer.

Greifkraftsicherung hält das Produkt in Position, so dass keine dauerhafte Spannung benötigt wird

Nur während des Öffnens und Schließens wird Energie benötigt. Die Greifkraftsicherung hält das Produkt in Position, was ein Vorteil im Vergleich zu anderen am Markt befindlichen Greifern ist. Er benötigt keine dauerhafte Spannung. Solche Elektrogreifer können völlig ohne Druckluft zum Beispiel an Roboterarme angeflanscht werden und wegen des großen Hubes und der großen Greifkräfte enorme Gewichte handhaben.

Alle drei Greifer haben im Verhältnis zur Baugröße sehr große Hübe und eignen sich dadurch zum Greifen von Werkstücken mit unterschiedlichen Durchmessern, wie sie oft zu Teilefamilien zusammengefasst werden. Dies macht das ständige Wwechseln der Greifer und die erforderlichen Wechselsysteme oft überflüssig.

Die Schwenkbackengreifer haben den Vorteil, dass die Backen radial und axial spielfrei in Kugellagern vorgespannt gelagert werden können. Bei den lineargeführten Greiferbacken haben diese den Kraftangriff in der Führungsrichtung. Dadurch werden die Führungen nicht verkantet und klemmen nicht, wie das beim Keilhakenprinzip mit dem Kraftangriff senkrecht zur Führung der Fall ist. Mit diesen Zentrischgreifern ist ein genaueres Greifen, Zuführen und Ablegen möglich.

* Hans-Erich Maul ist technischer Leiter bei Maul Konstruktionen, 52068 Aachen

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