Bohrwerke

Zerspanung im Großformat

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Ausgerüstet ist die Maschine mit einem Hauptantrieb mit einer Leistung von 100 kW und einem Drehmoment an der Spindel von 13 470 Nm im S1-Betrieb, einer Bohrspindel mit 180 mm Durchmesser sowie einem Tisch mit Abmessungen von 5000 mm × 5000 mm und einem Querverfahrweg von 2500 mm. Um die innenliegenden Flächen des Maschinenträgers, die im verbauten Zustand zur Drehmomentabstützung dienen, bearbeiten zu können, orderte SHW zusätzlich zu einem Orthogonal-Fräskopf einen besonders langen Winkelbohrkopf in Sonderausführung.

Durchbiegung der hydrostatisch umschlossenen Traghülse wird kompensiert

Die Verfahrwege des Bohrwerkes in X, Y und Z betragen 18 000, 6500 und 1400 mm. Der Axialverfahrweg der Bohrspindel (W-Achse) ist 1200, der Gesamtaxialverfahrweg (W- und Z-Achse) 2600 mm. Werkstücke bis zu einem Gewicht von 100 t können bearbeitet werden. Kompensationssysteme sorgen für permanente Fertigungsgenauigkeit, wie Pama-Vertriebsleiter Kai Förster erläutert: „Die Durchbiegung der Traghülse, die hydrostatisch umschlossen ist, wird ebenso kompensiert wie die Schwerpunktverlagerung des Spindelkastens und die Neigung des Maschinenständers.“

Auf einem neben dem Dreh-Verschiebtisch des Bohrwerks angeordneten Plattenfeld wird der in der ersten Aufspannung bearbeitete Maschinenträger nach dem Wenden für die Fertigbearbeitung auf einer Vorrichtung ausgerichtet und gespannt. „Eine schwierige Aufgabe war das Drehen des Maschinenträgers nach der ersten Aufspannung. Mit einem Modell im Maßstab 1 : 20 haben wir die exakte Lastverteilung ermittelt“, erläutert Knäbel.

Gemeinsam mit einem Werkzeughersteller erfolgte die Planung der Bearbeitungsfolgen. Mittlerweile läuft das Bohrwerk im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr. Rund 150 Stunden dauert es, bis der Maschinenträger fertigbearbeitet ist. Dann ist der Koloss rund 10 t leichter und bringt noch 70 t auf die Waage.

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