Geldfresser Zig Milliarden fehlen dem deutschen Mittelstand wegen Bürokratie

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Beschäftigte in mittelständischen Unternehmen verbringen im Schnitt etwa sieben Prozent ihrer Arbeitszeit mit bürokratischen Prozessen – das geht immens ins Geld

Deutsche Unternehmen klagen seit Langem über die überbordende Bürokratie. Experten haben jetzt mal analysiert, welche Summe das vor allem dem Mittelstand im Jahr kostet ...(Bild:  Bürorio)
Deutsche Unternehmen klagen seit Langem über die überbordende Bürokratie. Experten haben jetzt mal analysiert, welche Summe das vor allem dem Mittelstand im Jahr kostet ...
(Bild: Bürorio)

Hohe Bürokratie wird von der Wirtschaft als drückende Last beklagt. Laut Ifo-Institut gaben Ende 2024 deutsche Unternehmen im Schnitt rund sechs Prozent ihrer Umsätze für Bürokratiekosten aus. Und die Zeit, die der deutsche Mittelstand mit der Bürokratie aufwenden muss, entspricht durchschnittlich 32 Stunden im Monat pro Unternehmen. Das sind insgesamt 1,5 Milliarden Arbeitsstunden im Jahr! Umgerechnet in Geld gehen den KMU somit rund 61 Milliarden Euro durch die Lappen. Das offenbart das, wie betont wird, repräsentative Mittelstandspanel der staatlichen Förderbank KfW, wobei rund 10.000 kleine und mittlere Unternehmen aus allen Branchen befragt wurden. Zwar sind geregelte Verfahren eine wesentliche Grundlage des Wirtschaftssystems, doch mit steigendem Aufwand steigt auch das Risiko, dass alles mehr kostet als es nutzt, macht der KfW-Mittelstandsexperte Michael Schwarz klar. Folglich sei der Abbau von Bürokratie aus Sicht des Mittelstands derzeit das drängendste wirtschaftspolitische Thema.

Neue Hoffnungen für effektiven Bürokratieabbau

Bei dieser Berechnung sind übrigens Belastungen, die sich nicht oder kaum in Arbeitszeit messen lassen, nicht enthalten. Gemeint sind etwa langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren, schlechte Behördenerreichbarkeit oder die strittige Auslegung von Vorschriften. Speziell diese „psychologischen“ Kosten im Umgang mit Bürokratie nehmen bei vielen Unternehmen aber eine tragende Rolle ein, wie der Experte anmerkt. Aus Sicht des Mittelstands sei Bürokratie das mit Abstand größte Risiko für eine ausreichende Wettbewerbsfähigkeit. Die wahrscheinlich künftige Regierung aus Union und SPD verspricht immerhin einen breit angelegten Bürokratieabbau. Sie redet auch davon, staatliche Entscheidungen, Prozesse und Strukturen zu modernisieren. Den Bürokratieabbau hatten allerdings auch schon frühere Regierungen auf der Liste – wie man weiß, mit wenig positiver Wirkung.

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