Neue Chance? Zollstreit macht China attraktiver für die EU, aber ...

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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China hat aus Sicht der dort ansässigen EU-Handelskammer im eskalierten Handelsstreit mit den USA eine Möglichkeit, als Partner wieder interessanter zu werden, wie die dpa gehört hat.

China könnte vor dem Hintergrund des eskalierenden Zollstreits für Europa ein attraktiver Handelspartner werden, wie die europäische Handelskammer von dort glaubt. Doch dazu müsste sich das Land auch zum Teil andere Strategien überlegen ...(Bild:  P. Chang)
China könnte vor dem Hintergrund des eskalierenden Zollstreits für Europa ein attraktiver Handelspartner werden, wie die europäische Handelskammer von dort glaubt. Doch dazu müsste sich das Land auch zum Teil andere Strategien überlegen ...
(Bild: P. Chang)

China hat die Chance, als zuverlässiger, stabiler und vor allem berechenbarerer Handelspartner wahrgenommen zu werden, wie es aus Kreisen der EU-Handelskammer, die immerhin 1.700 Unternehmen vertritt, in China heißt. Doch die Volksrepublik müsste dafür überdenken, wie sie mit dem Rest der Welt umgehe. Denn zehn Jahre hatte Peking aus Sicht der Kammer seine ambitionierte aber für EU-Player auch abschreckende

Industriepolitik „Made in China 2025“ ausgerollt. (Es geht darum, in zehn Schlüsseltechnologien die Oberhand zu gewinnen). Doch in einer Zeit, in der die USA, wie es heißt, als beispiellose Unsicherheit für die Zukunft globaler wirtschaftlicher Beziehungen anzusehen sind, ist es in Pekings Interesse, der EU zu beweisen, für beide Seiten vorteilhaften Wirtschaftsbeziehung eingehen zu können. Peking könne das durch die Abkehr von der stark koordinierten Industriepolitik und einer Hinwendung zu marktorientierten Reformen erreichen. Unternehmen aus China und dem Ausland sollten gleiche Bedingungen geboten werden, wie es noch heißt. Denn etwa den sehr günstigen Elektroautos, mit denen das Land sehr erfolgreich ist, steuert die EU bereits mit Zöllen gegen.

Das macht Chinas Politik momentan mit Deutschland:

Um seinen technologischen Rückstand schneller aufzuholen, ging China früh auf Einkaufstour – etwa als der Haushaltsgerätespezialist Midea 2016 den deutschen Roboterhersteller Kuka übernahm. Und 2024 zog China bei mit einigen Industrierobotern pro 10.000 Mitarbeiter an Deutschland vorbei. Die Chinesen erreichten so ein höheres Niveau an industrieller Automation als jedes europäische Land, wie die Experten vor Ort anführen. Der Handelskammer zufolge war die Strategie „Made in China 2025“ aber nur in Teilen erfolgreich, doch das übergeordnete Ziel, das gesamte verarbeitende Gewerbe in China weiter zu modernisieren, hat das alles deutlich vorangebracht. In einigen Branchen ist China aber dennoch Technologieführer. Man denke nur wieder an Elektroautos. Denn indem die Lieferketten größtenteils lokalisiert wurden, ging es voran. China ist, wie es weiter heißt, außerdem dabei, der wichtigste Schiffbauer zu werden. Und in puncto Züge brauche das Land nur noch wenige Teile aus dem Ausland. Schlechter lief es dagegen im Sektor Luftfahrt. Denn China baut zwar erfolgreich Drohnen, kommt aber beim selbst entwickelten Passagierflugzeug C919 nicht ohne Teile ausländischer Zulieferer aus. Aber in der Pharmaindustrie produziert China wiederum viele Medikamente selbst. Diese liegen preislich und qualitativ aber am unteren Ende der Skala, weshalb die EU-Kammer damit rechnet, dass Produkte aus anderen Quelle weiter Zukunft in China haben werden.

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