Prekäre Prognose Die Maschinenbauer im Südwesten befürchten Kurzarbeit

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Eine aktuelle VDMA-Konjunkturumfrage zeigt, dass knapp ein Drittel der Maschinenbauer aus dem Südwesten davon ausgehen, dass der Bedarf an Kurzarbeit sogar sehr stark steigen könnte.

Dr. Mathias Kammüller, Trumpf-Mitentscheider und Vorsitzender des VDMA, glaubt für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau an bessere Zeiten. Doch eine aktuelle Umfrage deutet zumindest für den Südwesten eher auf Kurzarbeit und höchstens Stagnation hin.(Bild:  Trumpf)
Dr. Mathias Kammüller, Trumpf-Mitentscheider und Vorsitzender des VDMA, glaubt für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau an bessere Zeiten. Doch eine aktuelle Umfrage deutet zumindest für den Südwesten eher auf Kurzarbeit und höchstens Stagnation hin.
(Bild: Trumpf)

Die Maschinenbauer im Land leiden demzufolge bereits im vierten Jahr unter schwierigen Rahmenbedingungen und großer Unsicherheit im Markt. Trotz leichter Erholungstendenzen rechnen zahlreiche Maschinenbauer im Südwesten im kommenden halben Jahr mit einer Zunahme der Kurzarbeit, so ein Ergebnis einer VDMA-Umfrage. Denn wegen der niedrigen Auslastung der Produktion haben nach VDMA-Angaben seit dem Jahreswechsel vermehrt Maschinenbauer einen Stellenabbau in ihren Betrieben angekündigt. Zuletzt beispielsweise der Laserspezialist Trumpf aus Ditzingen bei Stuttgart. Rund 1.000 Jobs sollen dort in den nächsten Monaten wegfallen, davon etwa 430 in Deutschland. 2024 arbeiteten landesweit rund 331.500 Personen in der Maschinenbaubranche. „Die Unternehmer wissen jedoch auch, dass sich der Fachkräftemangel in den nächsten zehn Jahren infolge der demografischen Entwicklung verschärfen wird“, merkt der der VDMA-Vorsitzende Mathias Kammüller, der auch zur Führungsriege bei Trumpf gehört. Deshalb seien die meisten Betriebe weiterhin bemüht, ihre Stammbelegschaft so gut es gehe zu halten. Kurzarbeit kann dabei helfen. Im März arbeiteten übrigens bereits über 3.200 Beschäftigte in der Branche kurz.

Die meisten Maschinenbauer sind nicht optimistisch

Kurzarbeit soll also Entlassungen verhindern. Denn Betriebe mit Problemen können die Arbeitszeit verringern. Die Mitarbeiter bekommen dafür Kurzarbeitergeld, das vom Arbeitgeber ausgezahlt und von der Agentur für Arbeit finanziert wird. Voraussetzung dafür ist aber ein erheblicher, unvermeidbarer Arbeitsausfall bei mindestens einem Drittel der Beschäftigten, wie man erklärt. Dennoch erwarte man mit vorsichtigem Optimismus, dass die Talsohle erreicht sei, und die Maschinenbaukonjunktur im Südwesten in der zweiten Jahreshälfte langsam an Fahrt gewinnen könne. Diesen Hoffnungsschimmer erkennt Kammüller an besseren Zahlen zu Jahresbeginn: „Nach elf Minusquartalen stiegen die Auftragseingänge von Januar bis März real – also um höhere Preise bereinigt – um zwei Prozent.“ Überschwängliche Erwartungen hat die Branche aber nicht. Eher im Gegenteil. Denn nur knapp 40 Prozent der Unternehmen rechnen 2025 mit einem Umsatzplus und über 60 Prozent erwarten stagnierende oder weiter sinkende Erlöse. Hemmnisse seien weiterhin die hohen Steuern und die Bürokratie in Deutschland. Von außen verunsichern die US-Zölle.

(ID:50436213)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung