Technologietag Prozessautomation

Zustandsüberwachung und Monitoring erhöhen Effizienz

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Fabriksimulation funktioniert auch ohne Fabrik

Dabei setzt Scherdel auch auf Datenmessungen – beispielsweise für Schweißdaten. Möckel verwies auf ein Problem, das mit steigender Komplexität der Monitoring- und Steuerungssysteme auftritt: „Automatisierte Qualitätssysteme erfordern eine steigende Qualifikation bei den Maschinen- und Anlagenbedienern“.

Auf dieses Thema ging auch Dr.-Ing. Wolfgang Weiß von der Staatlichen Studienakademie Bautzen ein. Unter der Überschrift „Fabriksimulation – ohne Fabrik“ verwies er darauf, dass die Automatisierungstechnik als Spezialisierungsrichtung einen zunehmend wachsenden Raum im Lehrplan der Studienakademie einnimmt. Im konkreten Beispiel Bautzen dient das Lehrgebäude quasi gleich als Studienobjekt, wenn es um das Verstehen der Funktionsweisen von Monitoring- und Steuerungseinheiten etwa für Temperaturen, Rauchmelder oder Sonneneinstrahlung geht.

Langszeitüberwachung von Fahrzeug, Gleis und Infrastruktur einer Straßenbahn

Dipl.-Ing. Günther Dürrschmidt von der TU Dresden entführte die Tagungsgäste auf eine Mitfahrt mit der Dresdner Straßenbahn. Denn die Professur für Dynamik und Mechanismentechnik der TU Dresden hat gemeinsam mit zehn Projektpartnern aus Wirtschaft und Wissenschaft eine Straßenbahn mit Messtechnik ausgestattet und lässt diese im regulären Fahrgastbetrieb in Dresden fahren.

Ziel ist, Fahrzeug, Gleis und Infrastruktur einer Langzeitüberwachung zu unterziehen und so Energieverbrauch und Verkehrsfluss zu untersuchen sowie eine Fahrzeugortung vorzunehmen. Dazu werden unter anderem die Auswirkungen von Temperaturen, Vibrationen und Beschleunigungen auf das Fahrzeug gemessen.

Zur Messdatenerfassung dienen drei modulare Datenerfassungssysteme NI Compact-RIO und ein 1,5-GHz- Industrie-PC zeichnet alle MVB- und GPS-Daten auf, sammelt die Messdaten und sendet Statusmeldungen. Insgesamt sammelt die Messstraßenbahn täglich Daten im Umfang von rund 6 GByte – diese wiederum sind Grundlage für vielfältige Forschungsprogramme vom Verkehrsfluss über Gleisnetzanalysen bis hin zu einer Zustandsüberwachung der Bahn.

Kompakte und anspruchsvolle Monitoring- und Überwachungssysteme

Über Monitoring- und Überwachungssysteme in den unterschiedlichsten Anwendungen referierte Dr. Frank Neubert (AMC). Ausgehend von der allgemeinen Architektur eines Monitoringsystems, bestehend beispielsweise aus System-I/O, Prozessor und Kommunikation sind ganze Anlagenkonzepte möglich.

So sind kompakte und kostenoptimierte Kleinsteuerungen für OEM-Anwendungen machbar, etwa für die Überwachung von Umweltdaten, mobilen Robotern, die Steuerung medizinischer Geräte, die Steuerung chemischer Prozesse oder auch für Spezialmaschinen, Motorsteuerungen und kompakte Regeltechnik.

Auch robuste Lösungen – etwa für die Öl- und Gasüberwachung oder die Überwachung und Steuerung automatischer Schweißvorgänge – sind möglich. Laut Neubert kommt in Zukunft der Software in Monitoringlösungen eine immer größere Rolle zu.

(ID:34646080)